Hacker kapern Smartphones über manipulierte Hotel-Router und WhatsApp-Tricks. Aktuelle Sicherheitsanalysen zeigen: Kriminelle setzen zunehmend auf die Manipulation legitimer Funktionen statt auf reine Malware.
Hotel-Router als Einfallstor für Identitätsdiebstahl
Seit Juni 2023 haben Sicherheitsanalysten eine neue Angriffswelle in US-Städten, Indien und Saudi-Arabien identifiziert. Die Täter manipulieren Router in Hotels, um das Gerätecode-Verfahren von Microsoft auszunutzen.
Die Masche: Opfer werden dazu verleitet, eine Anmeldung auf einer legitimen Microsoft-Seite zu bestätigen. Da der Vorgang über eine offizielle Domain läuft, schöpfen viele Nutzer keinen Verdacht. Gelingt der Angriff, erhalten die Kriminellen ein Zugriffstoken – die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist damit ausgehebelt.
IT-Sicherheitsexperten raten: Gerätecodes nur bei selbst initiierten Anmeldevorgängen eingeben. In öffentlichen Netzwerken helfen VPN-Dienste oder das eigene Smartphone als Hotspot.
WhatsApp-Ghost-Pairing: 3.150 Euro Schaden in Rostock
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte bereits Anfang 2023 vor dem sogenannten „Ghost Pairing“ bei WhatsApp. Die Methode wird jetzt verstärkt für Betrugsversuche eingesetzt.
Kriminelle kapern Konten, indem sie Opfer dazu bringen, QR-Codes zu scannen oder Verknüpfungscodes auf gefälschten Webseiten einzugeben. Ein aktueller Fall aus dem Landkreis Rostock zeigt die Folgen: Ein 65-Jähriger klickte auf einen vermeintlichen Link für eine Abstimmung und verlor den Zugriff auf sein Konto.
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Die Täter nutzten den Zugang, um Kontakte des Opfers unter dem Vorwand finanzieller Notlagen um Geld zu bitten. Vier Bekannte überwiesen – der Schaden: 3.150 Euro. Ähnliche Vorfälle wurden aus Brandenburg und Villingen gemeldet.
SparkCat: Neue Malware durchsucht Fotogalerien nach Krypto-Keys
Neben Identitätsdiebstahl bleibt Schadsoftware eine erhebliche Gefahr. Die seit Anfang 2024 bekannte Malware „SparkKitty“ ist in einer neuen Variante namens „SparkCat“ aufgetaucht.
Die Schadsoftware durchsucht Fotogalerien auf Android- und iOS-Geräten nach Seed-Phrasen für Krypto-Wallets. Eine im Frühjahr 2023 entdeckte Version kann erstmals gezielt englischsprachige Phrasen erkennen.
Infizierte Apps liefen unter Namen wie „SOEX“, „SafeX“ oder „SafeW“. Die App „SOEX“ verzeichnete vor ihrer Entfernung aus dem Google Play Store mehr als 10.000 Installationen. Experten raten: Keine sensiblen Zugangsdaten als Bilddatei auf dem Smartphone speichern.
Flying Eagle: 170 Server für Android-Trojaner aktiv
Sicherheitsanalysten haben ein umfangreiches Netzwerk für den Android-Trojaner „Flying Eagle“ aufgedeckt. Insgesamt 170 aktive Server steuern die Malware.
Die Verbreitung erfolgt primär über Telegram. Die Schadsoftware tarnt sich als offizielle Behörden-App. Ihre Fähigkeiten sind weitreichend: Tastatureingaben protokollieren, Bildschirmaufnahmen erstellen, auf die Kamera zugreifen und Phishing-Masken über andere Apps legen. Die technische Basis bildet ein 388 MB großes Toolkit mit Verschlüsselungsverfahren.
Alltägliche Risiken: Bluetooth, Secure-Boot und Alufolie
Das BSI warnt zudem vor alltäglichen Sicherheitsrisiken. Bluetooth-Verbindungen in räumlicher Nähe könnten missbraucht werden, um Daten mitzulesen. Die Funktion sollte daher nur bei Bedarf aktiviert werden.
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Auch Hardware-Schutzmechanismen stehen vor Herausforderungen. Im Sommer 2023 laufen wichtige Microsoft-Secure-Boot-Zertifikate aus – das kann bei älteren Geräten ohne BIOS-Updates zu Problemen führen.
Kriminelle nutzen im physischen Bereich einfache Mittel wie Alufolie, um gestohlene Smartphones abzuschirmen. So verhindern sie die Ortung durch GPS- oder Mobilfunksignale.
Zur Absicherung empfehlen Experten: Zwei-Schritt-Verifizierung in Messengern aktivieren, verknüpfte Geräte regelmäßig prüfen und die Nachrichtenvorschau auf dem Sperrbildschirm deaktivieren.

