Temperaturen über 35 Grad können Lithium-Ionen-Akkus dauerhaft schädigen und im Extremfall Brände auslösen.
Die aktuelle Hitzewelle mit Spitzenwerten bis zu 36 Grad Celsius bringt nicht nur Menschen an ihre Grenzen – auch Smartphones leiden unter der extremen Wärme. Experten und der iPhone-Hersteller Apple warnen eindringlich vor den Risiken falscher Ladegewohnheiten bei hohen Temperaturen.
Wenn das Handy zur Brandgefahr wird
Die Londoner Feuerwehr und die britische Sicherheitsorganisation Electrical Safety First schlagen Alarm: Wer sein Smartphone auf weichen Unterlagen wie Betten oder Kissen lädt, geht ein erhebliches Risiko ein. Die Wärme kann nicht entweichen, der Akku überhitzt – im schlimmsten Fall fängt das Gerät Feuer.
Die Empfehlung der Fachleute ist eindeutig: Smartphones sollten auf kühlen, harten und flachen Oberflächen geladen werden, fern von direkter Sonneneinstrahlung. Besonders tückisch: Das Laden im Auto oder auf der Fensterbank während der heißesten Tagesstunden. Bereits Umgebungstemperaturen über 35 Grad können die Lebensdauer des Lithium-Ionen-Akkus dauerhaft reduzieren.
Rückrufaktion für MagSafe-Ladegeräte
Parallel zur Hitzewelle hat die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC einen Rückruf für rund 1.400 MagSafe-Akkupacks des Herstellers Flaunt veröffentlicht. Betroffen ist das Modell E33A, das zwischen Mai 2024 und April 2025 für umgerechnet etwa 60 Euro online verkauft wurde.
Der Grund: Fünf Meldungen über überhitzte oder brennende Akkus gingen bei der Behörde ein. Zwei Personen erlitten Verbrennungen an Hand und Arm, in vier Fällen entstand leichter Sachschaden. Besitzer sollten die betroffenen Ladegeräte sofort nicht mehr verwenden. Flaunt bietet als Entschädigung entweder 60 Euro Rückerstattung oder einen 75-Euro-Gutschein an. Die Entsorgung darf nicht über den Hausmüll erfolgen – die Akkus gehören in den Sondermüll.
Auch die Stromnetze ächzen unter der Hitze
Temperaturen über 35 Grad können Lithium-Ionen-Akkus dauerhaft schädigen – und im Extremfall Brände auslösen. Wer sein Smartphone auf weichen Unterlagen lädt, riskiert Überhitzung. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihren Akku schützen und welche Ladegeräte jetzt zurückgerufen werden. Jetzt kostenlosen Hitze-Ratgeber anfordern
Die extremen Temperaturen haben bereits am 9. Juli den britischen Netzbetreiber NESO auf den Plan gerufen. Zum dritten Mal in diesem Jahr wurde eine sogenannte „Electricity Margin Notice“ ausgesprochen. Grund: Die Kraftwerke arbeiten bei 36 Grad weniger effizient, gleichzeitig steigt der Strombedarf durch Klimaanlagen massiv an. Zwar sei kein Blackout zu erwarten gewesen, doch das Signal diente als Aufforderung an die Energiemärkte, die Produktion hochzufahren.
Alte iPhones: Apple repariert Firmware-Problem
Apple hat am 9. Juli ein Problem mit älteren Geräten behoben. Nutzer von iPhone 4, 4S, 5 und 5c sowie frühen iPad-Modellen konnten vorübergehend keine Basisband-Firmware mehr installieren – weder per Funk noch über iTunes. Der Fehler betraf iOS-Versionen 6 bis 10 auf den zwölf bis fünfzehn Jahre alten Geräten. Mittlerweile funktioniert die Installation wieder.
Wasserschäden: Geduld ist gefragt
Nicht nur Hitze, auch Feuchtigkeit kann Smartphones zusetzen. Für wasserdichte Modelle mit IP68-Zertifizierung gilt nach Kontakt mit Flüssigkeit: Alle Kabel sofort abziehen. Zwar könne man die Geräte nach etwa 30 Minuten Trocknung an der Luft oft wieder laden, doch Experten raten, bei anhaltenden Feuchtigkeitswarnungen bis zu 24 Stunden zu warten.
Kühlung per Lüfter: Neue Ladegeräte im Kommen
Rückruf für 1.400 MagSafe-Akkupacks: Fünf Meldungen über überhitzte oder brennende Akkus gingen bei der US-Behörde ein. Zwei Personen erlitten Verbrennungen. Prüfen Sie, ob Ihr Ladegerät betroffen ist – und erfahren Sie, wie Sie beim nächsten Kauf sichergehen. Betroffene Modelle prüfen – Ratgeber sichern
Die Industrie reagiert auf die wachsenden Anforderungen an Wärmemanagement. Der Zubehörspezialister Anker bringt ein faltbares MagSafe-kompatibles Ladegerät auf den Markt, das über einen integrierten Lüfter verfügt. Das System soll die Temperaturen beim kabellosen Laden mit 25 Watt aktiv regulieren.
Für die Zukunft zeichnet sich ein weiterer Trend ab: Branchenkreisen zufolge könnte das erwartete faltbare iPhone Ultra, das möglicherweise bereits im September 2026 erscheint, mit einem Zweizellen-Akku ausgestattet sein. Die kombinierte Kapazität von knapp 4.900 mAh würde nicht nur die Wärmeverteilung verbessern, sondern auch die Energieversorgung der nächsten Prozessorgeneration sicherstellen.

