Rund 90 Prozent der Österreicher planen eine Urlaubsreise, zeigt der Ruefa-Reisekompass. Das Smartphone ist dabei zentrales Werkzeug für Navigation, Kommunikation und Fotos. Doch Fachverbände und Sicherheitsbehörden warnen zur Hauptreisesaison vor erheblichen Risiken – von versteckten Roaming-Kosten bis zu professionellen Cyber-Angriffen.
Roaming-Fallen auf Kreuzfahrtschiffen
Innerhalb der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen gilt „Roaming like at home“. Auch im Vereinigten Königreich, Moldau und der Ukraine fallen keine zusätzlichen Gebühren an, so der Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmen (FMK). Eine automatische Kostenbremse schützt zudem vor Datenrechnungen über 60 Euro beim weltweiten Roaming.
Vorsicht ist auf Kreuzfahrtschiffen und in Flugzeugen geboten. Dort greifen EU-Regeln nicht – Verbindungen laufen über Satellitensysteme und können unvorhersehbare Kosten verursachen. Experten raten, die Mailbox vor Reiseantritt zu deaktivieren. Die Weiterleitung von Anrufen ins Ausland und zurück auf den Anrufbeantwortern kann doppelte Gebühren auslösen. Für Notfälle bleibt der Euro-Notruf 112 in der gesamten EU sowie in der Schweiz, Serbien und Montenegro kostenfrei erreichbar – auch ohne Guthaben oder aktive SIM-Karte.
Quishing und KI-Betrug auf dem Vormarsch
Mit der Verbreitung digitaler SIM-Karten (eSIM) passen sich Kriminelle an. Sicherheitsforscher von Kaspersky beobachten vermehrt Phishing-Webseiten, die Mobilfunkanbieter imitieren. Sie locken Nutzer mit vermeintlich günstigen Urlaubs-eSIMs, um Kreditkartendaten und Zugangsdaten abzugreifen.
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Parallel dazu steigen QR-Code-basierte Phishing-Attacken rasant. Laut Microsoft-Daten nahmen solche „Quishing“-Angriffe von Januar bis März um 146 Prozent zu. Betrüger platzieren manipulierte QR-Codes in E-Mails oder physisch in touristischen Regionen. Sicherheitsanalysten von ESET stellten fest: Etwa jede neunte Phishing-Mail enthält inzwischen einen schädlichen QR-Code.
Das Landeskriminalamt warnt zudem vor KI-gestützten Betrugsmaschen. Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz für täuschend echte Phishing-Nachrichten, generierte Profile für Love Scamming oder Schockanrufe mit geklonten Stimmen von Angehörigen. Die Polizei empfiehlt die Vereinbarung von Codewörtern innerhalb der Familie.
Neue iOS-Funktion gegen bösartige Nachrichten
Die Industrie reagiert mit neuen Schutzfunktionen. In der Beta-Version von iOS 26.6 wurde eine Funktion entdeckt, die bösartige Nachrichten automatisch erkennt und Nutzer warnt. Die Erweiterung der Schutzmechanismen ermöglicht es, schädliche Inhalte direkt an den Hersteller zu melden.
Besonders nach großen System-Updates ist es wichtig, die Privatsphäre-Einstellungen genau zu prüfen, um keine Angriffsfläche für Cyberkriminelle zu bieten. Ein Apple-Experte erklärt in diesem Gratis-Ratgeber die einfache Schritt-für-Schritt-Methode, mit der Sie Ihr iPhone auch im Urlaub sicher halten. iOS-Sicherheits-Ratgeber für Einsteiger kostenlos herunterladen
Neben technischer Sicherheit spielen rechtliche Aspekte eine Rolle. Das R+V Infocenter betont: Urlaubsfotos mit erkennbaren fremden Personen sind ohne deren Einwilligung tabu – besonders bei Kindern oder in sensiblen Bereichen wie Stränden. Während das Panoramarecht die Fotografie von Gebäuden im öffentlichen Raum oft erlaubt, gilt in Museen, Kirchen oder Hotels das Hausrecht. Der Zoll warnt zudem vor gefälschten Markenprodukten: Sie werden bei der Rückreise beschlagnahmt und können zu zivilrechtlichen Forderungen führen.
Zur Prävention raten Polizeibehörden, die Abwesenheit nicht in sozialen Netzwerken zu kommunizieren. Wichtige Dokumente wie Ausweiskopien oder die Sperr-Notrufnummer 116 116 sollten getrennt vom Smartphone aufbewahrt werden. Vor der Abreise sind Datensicherungen in der Cloud oder auf externen Speichern angeraten – ebenso wie die Aktivierung der Geräteortung.

