Smartphone-Nutzung: Fünf statt drei Jahre senken CO₂-Ausstoß um ein Drittel

Software-Support, Batteriezustand und Reparaturkosten zeigen, ob sich ein Smartphone-Wechsel vermeiden lässt; längere Nutzung senkt zudem Emissionen.

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Verbraucher stehen vor einer Neuanschaffung oft vor der Frage, ob ein Smartphone-Wechsel technisch und wirtschaftlich bereits geboten ist. Aktuelle Ratgeber und Branchenanalysen empfehlen vor einem Geräteneukauf eine systematische Überprüfung des bestehenden Modells.

Im Mittelpunkt stehen dabei der Zustand des Akkus, die Systemleistung, die verbleibende Software-Update-Versorgung, der freie Speicherplatz sowie die voraussichtlichen Reparaturkosten.

Eine pauschale Nutzungsdauer lässt sich nicht festlegen: Während manche Geräte fünf Jahre oder länger zuverlässig arbeiten, fallen andere durch Akkuverschleiß, Speichermangel oder auslaufende Sicherheitsaktualisierungen schon früher aus dem produktiven Alltag heraus.

Software-Support und Update-Garantien als Kernkriterium

Ein wesentlicher Faktor für die Lebensdauer ist die Softwareversorgung. Eine Reparatur wird von Experten vor allem dann als sinnvoll erachtet, wenn das Betriebssystem weiterhin offizielle Sicherheitsupdates erhält.

Google verspricht für das Pixel 8 und neuere Modelle eine Versorgung mit Betriebssystem- und Sicherheitsaktualisierungen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Samsung bietet ebenfalls verlängerten Support für ausgewählte Galaxy-Modelle an, wobei die meisten neuen Geräte der beiden Hersteller bis zu sieben Jahre lang Updates erhalten.

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Andere Marken und günstigere Preissegmente garantieren hingegen oftmals fünf Jahre oder weniger. Bei Neugeräten raten Fachleute zu Modellen mit einer Mindestunterstützung von fünf Jahren an Android-Aktualisierungen. Allerdings gilt es zu beachten, dass sehr neue Softwareversionen auf älterer Hardware im Einzelfall zu Leistungseinbußen führen können.

Batteriezustand, Ladeverhalten und Reparaturkosten

Der Akku ist eine der häufigsten Ursachen für einen vorzeitigen Wechsel. Ein Akkutausch erweist sich in vielen Fällen als deutlich wirtschaftlicher gegenüber einem Neukauf. Für Samsung-Galaxy-Geräte liegen die Kosten für reine Ersatzakkus bei 10 bis 20 Euro, Selbstreparatur-Kits schlagen mit bis zu 55 Euro zu Buche und professionelle Werkstattreparaturen kosten bis zu 75 Euro.

Die Akkulaufzeit lässt sich bereits durch das Nutzungsverhalten beeinflussen. Eine Ladung im Bereich zwischen 20 und 80 Prozent kann die Lebensdauer des Speichers um das Zwei- bis Dreifache verlängern.

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Bei einem Akkuzustand von über 80 Prozent liegt ein erhöhter Energieverbrauch meist an Geräteeinstellungen wie Hintergrund-Apps, aktiver Netzsuche, hoher Displayhelligkeit oder hohen Bildwiederholraten. Nachts verliert ein Android-Gerät im Standby durchschnittlich 6 bis 8 Prozent seiner Ladung.

Ein Always-On-Display verbraucht nach entsprechenden Tests etwa 1 Prozent Akkukapazität pro Stunde. Fällt die Akkugesundheit unter 80 Prozent, stellt in der Regel der physische Verschleiß die primäre Ursache dar.

Ökologische Bilanz und Zweitnutzung

Eine verlängerte Nutzungsdauer wirkt sich messbar auf den ökologischen Fußabdruck aus. Laut Berechnungen des Fraunhofer-Instituts senkt eine Nutzung über fünf statt drei Jahre die jährlichen Kohlenstoffdioxid-Emissionen um rund ein Drittel.

Die für die Herstellung von Ersatzteilen anfallenden Emissionen amortisieren sich im Betrieb rasch: bei Kameras und Lautsprechern nach 18 Tagen, bei Displays nach 33 Tagen und bei einem Akkutausch nach 55 Tagen.

Selbst nach dem Ende der offiziellen Herstellerunterstützung muss ein Android-Smartphone nicht entsorgt werden. Denkbar ist die Installation freier Betriebssysteme wie LineageOS oder GrapheneOS für den Betrieb als Zweitgerät, da Sicherheits- und Wallet-Apps auf modifizierten Systemen oft nicht funktionieren. Ebenso lässt sich die verbaute Hardware als Webcam, Überwachungskamera, mobiler WLAN-Hotspot oder als Medieneinheit für Fahrzeuge weiternutzen.