Smartphone-Preise: 63 Prozent bemerken Anstieg, jeder Zweite wartet auf Rabatte

Counterpoint erwartet sinkende Smartphone-Liefermengen; zugleich verschieben viele Kaufinteressenten ihre Anschaffung auf Rabattaktionen.

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Käufer im weltweiten Premium-Segment agieren angesichts spürbar steigender Gerätepreise zunehmend vorsichtig und überlegt. Dies belegen aktuelle Marktberichte und Branchenerhebungen zum Konsumverhalten.

Eine internationale Umfrage von Counterpoint Research unter Verbrauchern mit konkreten Kaufabsichten zeigt das Ausmaß dieser Entwicklung: Demnach bemerkten 63 Prozent der Befragten gestiegene Gerätepreise. Vor diesem Hintergrund warten 50 Prozent gezielt auf Rabatte im Feiertagsgeschäft. In den USA planen 54 Prozent der Kaufinteressenten, ihre Anschaffung erst rund um den Black Friday zu tätigen.

Teurere Hardware belastet die globalen Absatzzahlen

Die Kaufzurückhaltung trifft auf ein Umfeld kräftiger Teuerungen. Counterpoint erwartet bis zum Jahresende 2026 weltweit durchschnittliche Preissteigerungen von 20 Prozent bei bestehenden und bis zu 30 Prozent im Jahresvergleich bei neu eingeführten Smartphone-Modellen. Diese Entwicklung schlägt sich in den Liefermengen nieder.

Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Marktforschungsinstitut einen globalen Rückgang der Smartphone-Auslieferungen um 14,3 Prozent im Jahresvergleich. Für Apple geht Counterpoint 2026 von einem Auslieferungsrückgang um 2,1 Prozent aus, gefolgt von einer Erholung um 2,8 Prozent im Jahr 2027.

Auch die Marktforscher von IDC verzeichneten bereits für das zweite Quartal einen weltweiten Absatzrückgang von 6,7 Prozent im Jahresvergleich. In einer vorangegangenen Prognose aus dem August bezifferte IDC das voraussichtliche Minus bei den weltweiten Auslieferungen für 2026 auf 16,7 Prozent, was knapp über einer Milliarde Geräten entspricht.

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Gleichzeitig soll der durchschnittliche Verkaufspreis um 27,6 Prozent auf 581 US-Dollar klettern. Bei den Betriebssystemen rechnet IDC für 2026 mit einem Rückgang der iOS-Auslieferungen um 1,3 Prozent und einem Einbruch bei Android um 24,3 Prozent, wodurch Apples Marktanteil auf 23,6 Prozent steigen soll.

Signale aus der Lieferkette und veränderte Lieferfristen

Im September brachte Apple die Modelle iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max auf den Markt, deren US-Einstiegspreise bei 1.199 US-Dollar beziehungsweise 1.299 US-Dollar liegen – jeweils 100 US-Dollar über den vergleichbaren Vorgängern der 17er-Reihe. Die Nachfrage gestaltete sich von Ende August bis Oktober schwächer als ursprünglich erwartet.

Berichten zufolge passte der Konzern seine Bestellungen für Komponenten im Oktober an und reduzierte diese um mindestens 15 Prozent, wobei einzelne Branchenberichte von einer Spanne zwischen 15 und 20 Prozent sprachen. Eine solche Kürzungsmaßnahme betrifft vor allem Zulieferer mit kurzen Vorlaufzeiten und spiegelt nicht zwingend den gesamten Quartalsverlauf wider.

Gleichzeitig werten Finanzanalysten die Wartezeiten der Kundschaft unterschiedlich aus. Die Bank of America meldete weltweite Lieferfristen von 14 Tagen für das iPhone 18 Pro und 18 Tagen für das Pro Max, verglichen mit 18 beziehungsweise 25 Tagen bei der Vorgängergeneration.

JPMorgan registrierte für die Pro-Modelle in den ersten Wochen wechselnde Lieferzeiten zwischen 7 und 23 Tagen, während UBS auf eine generelle Unschärfe von Lieferfristen als Nachfrageindikator hinwies.

Der Analyst Jeff Pu senkte unterdessen seine Bauprognose für beide Pro-Modelle auf 72 Millionen Einheiten und führte diesen Schritt auf Engpässe bei Kamera-Zulieferern statt auf eine schwächere Nachfrage zurück. In China meldete Counterpoint in den ersten drei Verkaufstagen immerhin ein Absatzplus von 12 Prozent im Jahresvergleich für die Pro-Serie.

Hohe Komponentenkosten belasten die gesamte Branche

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Der Margendruck auf die Hersteller rührt maßgeblich von den Kosten für Speicherchips her. J.P. Morgan beziffert den Anstieg der DRAM-Preise von Anfang 2024 bis Ende 2026 auf über 400 Prozent, und auch TrendForce erwartet für das vierte Quartal 2026 einen weiteren sequenziellen Anstieg der DRAM-Preise um 10 bis 15 Prozent.

Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich branchenweit: Bei Samsung Electronics stiegen die Einkaufspreise für Smartphone-Speicher im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt um 211 Prozent, während die Endgerätepreise nur um rund 7 Prozent zulegten.

Marktbeobachter kalkulieren daher für die Sparte MX und Netzwerk von Samsung im dritten Quartal 2026 mit einem möglichen operativen Spartenverlust im Bereich von 1 bis 3 Billionen Won.

Dennoch expandiert der Markt für Spezialgeräte weiter: Für faltbare Geräte prognostiziert IDC im Jahr 2026 ein Wachstum um 12,6 Prozent auf 22,9 Millionen Einheiten, in dem Apple künftig mit neuen Formfaktoren wie dem iPhone Duo Fuß fassen will.