Smartphone-Sicherheit: 2,67 Millionen Angriffe im ersten Quartal

Millionen Angriffe auf Mobilgeräte und neue Sicherheitslücken in Android und iOS alarmieren Behörden und Experten.

Die Sicherheit von Mobilgeräten gerät zunehmend unter Druck. Aktuelle Kriminalitätsstatistiken und neue technische Schwachstellen alarmieren Behörden und IT-Sicherheitsexperten.

Gezielte Diebstähle an Bahnhöfen

Am Leipziger Hauptbahnhof beobachteten Zeugen am 22. Juli 2026 einen dreisten Diebstahl. Ein 26-jähriger Mann umarmte sein Opfer und entwendete dabei das Smartphone. Die Bundespolizei stellte das Gerät sicher und leitete ein Strafverfahren ein.

Ähnliche Vorfälle gab es am Bochumer Hauptbahnhof. Dort raubte ein Unbekannter einer Frau das Handy. In Berlin-Wilmersdorf griffen zwei Täter einen Passanten mit einem Nothammer an – Beute: Portemonnaie und Smartphone.

Die Polizei Bielefeld warnt: Offen getragene Mobilgeräte in Hosen- oder Gesäßtaschen erleichtern Tätern im Gedränge den Zugriff. Zudem berichten Beamte von einer neuen Masche: Kriminelle versenden gefälschte Standort-Nachrichten, um an Zugangsdaten zu gelangen.

Alexander Poitz von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, Bahnhöfe stärker als Kriminalitäts-Hotspots zu überwachen. Die Deutsche Bahn reagiert mit einem erweiterten Alkoholkonsumverbot an allen 5.400 Bahnhöfen – gültig bis 15. Oktober 2026.

Schadsoftware auf dem Vormarsch

Neben physischen Diebstählen steigt auch die digitale Bedrohung. Laut einer aktuellen Kaspersky-Studie registrierten Experten im ersten Quartal 2026 rund 2,67 Millionen Angriffe auf Mobilgeräte. Dabei entdeckten sie 306.000 neue schädliche Programme.

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Die Zahlen sind alarmierend: 58 Prozent der Nutzer verwenden ihr Smartphone als primäres Internetgerät. 41 Prozent speichern digitale Kopien von Ausweisdokumenten auf ihren Geräten.

Sicherheitsexperten identifizierten zudem kritische Lücken in Betriebssystemen und Hardware. In Android 16 ermöglicht eine bestimmte Tastenkombination die Umgehung der PIN-Sperre. MediaTek-Chipsätze weisen Lücken auf, durch die PINs und kryptografische Schlüssel ausgelesen werden können. Apple-Nutzer waren bis iOS 26.3 durch den „DarkSword“-Exploit gefährdet – er umfasste sechs Zero-Day-Lücken.

Ermittlern gelang ein Schlag gegen den Phishing-Dienst „Kratos“. Das Netzwerk soll seit 2024 rund 300.000 Euro erbeutet haben. Monatlich führte es 15.000 Kampagnen durch. Insgesamt stellten Ermittler 96.000 manipulierte Banking-Apps sicher.

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Ende des Software-Supports bei Samsung

Für Nutzer älterer Geräte steigt das Risiko. Samsung stellte am 21. Juli 2026 die Sicherheitsupdates für Galaxy A03s, A52s, F42 5G und M32 5G ein. Ohne Patches raten Experten von sensiblen Anwendungen wie Mobile Banking ab.

Auch bei Google ändern sich die Bedingungen. Seit Juli 2026 rechnet der Konzern Android-Backups auf das allgemeine Speicherkontingent an. Nach einer 45-tägigen Schonfrist für Bestandskunden stoppt Google Sicherungen, sobald das Limit erreicht ist – es sei denn, Nutzer buchen kostenpflichtigen Zusatzspeicher.

Experten raten Smartphone-Besitzern dringend zur Aktivierung von Fernlöschfunktionen und regelmäßigen Backups auf externen Datenträgern. Im Falle eines Verlusts oder Ransomware-Angriffs sind sie dann gewappnet.