Smartphone-Sicherheit: BSI warnt vor drastisch steigenden Betrugszahlen

Steigende Fallzahlen bei mobilem Finanzbetrug: 11 Prozent der Deutschen sind betroffen, 88 Prozent erleiden finanzielle Verluste.

88 Prozent der Betroffenen erleiden direkte finanzielle Schäden. Besonders ältere Menschen geraten ins Visier von Kriminellen, die physischen Diebstahl mit digitalem Zugriff kombinieren.

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Eskalation beim Smartphone-Raub: 30.000 Euro in 36 Minuten

Ein aktueller Fall aus São Paulo zeigt die Dramatik: Einem Seniorenpaar wurden nach einem Raub innerhalb von 36 Minuten rund 30.000 Euro gestohlen. Die Täter führten 14 Überweisungen durch und umgingen dabei bestehende Limits.

Weltweit werden die Schäden durch mobile Cyberkriminalität für 2026 auf etwa 442 Milliarden Euro geschätzt. In Deutschland reagieren Behörden mit verstärkten Maßnahmen. Die Polizei Darmstadt plant für den 20. Mai eine Beratungsaktion auf dem Luisenplatz. Zeitgleich warnen Sicherheitsbehörden in Luxemburg vor organisierten Taschendieben an Verkehrsknotenpunkten.

Android 17 und iOS 26.5: Neue Schutzfunktionen gegen Datendiebe

Google präsentierte Mitte Mai auf der Android Show I/O neue Sicherheitsfunktionen. Ein zentrales Element ist der Schutz vor betrügerischen Bankanrufen – dem sogenannten Spoofing. In Zusammenarbeit mit Revolut, Itaú und Nubank erkennt das System gefälschte Anrufe und beendet sie automatisch.

Der „Theft Detection Lock“ und ein verbesserter „Remote Lock“ setzen auf KI-basierte Erkennung. Letzterer ermöglicht eine biometrische Sperre, sobald ein Gerät als verloren markiert wird. Ein „Failed Authentication Lock“ sperrt das Gerät nach sieben Fehlversuchen innerhalb von 15 Minuten automatisch.

Apple schloss mit iOS 26.5 Mitte Mai über 60 Sicherheitslücken – darunter eine kritische Kernel-Schwachstelle (CVE-2026-28951). Die Updates sollen ab Juni 2026 ausgerollt werden.

Quishing: QR-Code-Betrug explodiert um 150 Prozent

Neben physischem Raub gewinnen digitale Täuschungsmanöver an Boden. Die Fallzahlen beim Quishing – Phishing über manipulierte QR-Codes – stiegen im ersten Quartal 2026 um 150 Prozent auf 18 Millionen Vorfälle weltweit. Betrüger platzieren gefälschte Codes an Parkuhren oder in E-Mails.

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Da Kriminelle nach jedem Software-Update neue Wege finden, um Sicherheitslücken auszunutzen, sollten iPhone-Nutzer bestimmte Einstellungen sofort prüfen. Apple-Experte Detlef Meyer erklärt in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie iOS-Updates stressfrei installieren und Ihre Privatsphäre optimal schützen. Kostenlosen iOS-Update-Ratgeber herunterladen

Sicherheitsforscher entdeckten zudem 28 schädliche Apps der „CallPhantom“-Reihe mit insgesamt 7,3 Millionen Downloads. Banking-Trojaner wie TCLBANKER manipulieren gezielt Finanztransaktionen. Russische Hackergruppen nutzen verstärkt die Funktion verknüpfter Geräte bei Signal für Spear-Phishing-Angriffe gegen Regierungsmitarbeiter.

Landgericht Berlin: Banken haften bei Phishing-Schäden

Das Landgericht Berlin II entschied kürzlich gegen die Apobank: Banken können für Schäden durch Phishing haftbar gemacht werden – sofern dem Kunden keine grobe Fahrlässigkeit nachzuweisen ist.

Experten raten dringend: Keine Telefonnummern aus SMS zurückrufen, keine sensiblen Daten am Telefon preisgeben. Die Polizei im Kreis Steinfurt warnt zudem vor dem unbedachten Teilen von Kinderfotos – KI-Anwendungen könnten diese missbrauchen.

Für ältere Systeme endet der Support am 8. September 2026: Android 5.0 und iOS 13 werden dann besonders anfällig für neu entdeckte Sicherheitslücken.

RCS-Verschlüsselung: Telekom, O2 und 1&1 ziehen mit

Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet die Branche eine dynamische Signalüberwachung unter Android 17. Seit dem 13. Mai unterstützen große deutsche Provider wie Telekom, O2 und 1&1 die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS – erkennbar am Schloss-Symbol in der Nachrichten-App.

Während technische Lösungen wie die automatische Ausblendung von Einmal-Passwörtern oder die Deaktivierung veralteter 2G-Netze die Angriffsfläche verringern, bleibt die Sensibilisierung der Nutzer entscheidend. Besonders KMU und ältere Privatpersonen stehen weiterhin im Fokus koordinierter Kampagnen.