Ein wöchentlicher Neustart schützt Smartphones vor moderner Spionagesoftware. Das empfehlen Sicherheitsbehörden wie die NSA und das deutsche BSI. Die simple Maßnahme sabotiert hochentwickelte Angriffe, die ohne Zutun der Nutzer ablaufen.
Warum der Neustart wieder wichtig wird
Die Bedrohung hat sich gewandelt. Heute zielen Angreifer oft nicht mehr auf ahnungslose Klicks, sondern nutzen sogenannte Zero-Click-Exploits. Diese unsichtbaren Angriffe infizieren ein Gerät bereits durch den Empfang einer präparierten Nachricht – ganz ohne Interaktion.
Die teure Spionagesoftware nistet sich bevorzugt im flüchtigen Arbeitsspeicher (RAM) ein. Dort bleibt sie für Virenscanner oft unsichtbar, solange das Telefon läuft. Ein kompletter Neustart löscht diesen Speicher jedoch unwiderruflich. Die Schadsoftware wird damit aus dem System geworfen.
Kein Allheilmittel, aber ein wirksames Werkzeug
Experten warnen: Der Neustart ist kein Rundumschutz. Persistente Malware, die sich tief im System festsetzt, überlebt ihn. Für die gefährlichen, im Speicher residierenden Angriffe ist er jedoch eine effektive Verteidigung. Er zwingt Angreifer, ihren komplizierten und teuren Infektionsversuch von vorne zu starten – und erhöht so deren Risiko, entdeckt zu werden.
Die Sicherheitsroutine sollte daher Teil einer umfassenderen Strategie sein.
Was Hersteller und Behörden empfehlen
Smartphone-Hersteller haben reagiert und bauen zusätzliche Schutzschichten ein.
- Samsung integriert in seiner One UI etwa den „Auto Blocker“. Dieses Tool verhindert die Installation von Apps aus unsicheren Quellen.
- Apple bietet für besonders gefährdete Nutzer den „Lockdown Mode“. Dieser Modus schaltet viele Funktionen ab, um die Angriffsfläche radikal zu verkleinern.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät Verbrauchern zu einem einfachen Dreiklang:
- Regelmäßig neu starten: Machen Sie es zur wöchentlichen Routine.
- Updates sofort installieren: Sie schließen oft die Lücken, die für Angriffe genutzt werden.
- Apps minimieren: Jede nicht genutzte Anwendung ist eine potenzielle Schwachstelle weniger.
Ein wirtschaftlicher Nebeneffekt für alle
Die Sicherheitsmaßnahmen der Nutzer haben einen interessanten Effekt auf den Schwarzmarkt. Zero-Click-Exploits sind extrem teuer in der Entwicklung und kosten oft Millionen.
Ein wöchentlicher Neustart macht diese teure Ware weniger wertvoll. Warum? Die teure Spionagesoftware hält dann nur wenige Tage. Das senkt die Profitabilität von Massenangriffen und zwingt Kriminelle, sich auf wenige, lohnende Ziele zu konzentrieren.
Die einfachste Sicherheitslösung ist also manchmal die beste: Einfach mal den Stecker ziehen – oder den Ausschaltknopf drücken.





