Die Daten zeigen: Behörden wie das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundespolizei nutzen technische Mittel wie IMSI-Catcher und stille SMS seltener. Gleichzeitig warnen Sicherheitsexperten vor einer Zunahme krimineller Aktivitäten, die dieselben Kommunikationswege für Betrugsmaschen nutzen.
Rückgang bei stillen SMS und IMSI-Catchern
Die Nutzung von stillen SMS durch die Bundespolizei ist deutlich gesunken. 2021 versandte die Behörde noch 47.951 solcher Ortungssignale im Rahmen von Ermittlungen. Im zweiten Halbjahr 2025 waren es nur noch 6.605. Die Generalbundesanwaltschaft meldete für einen ähnlichen Zeitraum 23 Anordnungen – 15 davon wurden umgesetzt.
Auch IMSI-Catcher kommen seltener zum Einsatz. Diese Geräte simulieren eine Mobilfunkbasisstation, um Handys in einem begrenzten Umkreis zu identifizieren oder zu orten. Die Bundespolizei verzeichnete im zweiten Halbjahr 2025 insgesamt 15 Einsätze. Das BKA gab für das gesamte Jahr 2025 die Zahl von 75 Einsätzen an.
Doch während die Regierung bei diesen Methoden für mehr Transparenz sorgt, bleibt die Geheimhaltung bei anderen Instrumenten weitgehend bestehen. Dazu gehören die Online-Durchsuchung und der Einsatz von Staatstrojanern.
Krimineller Missbrauch der SMS-Infrastruktur
Parallel zur behördlichen Nutzung rücken Mobilfunkverbindungen verstärkt in den Fokus krimineller Netzwerke. Ein aktueller Fall vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen zeigt die Dimensionen des SMS-Betrugs. Ein 26-Jähriger steht Anfang Juli unter dem Vorwurf der Geldwäsche vor Gericht. Er soll unbekannten Tätern geholfen haben, Gelder von Senioren zu unterschlagen. Die Opfer waren zuvor durch betrügerische SMS- oder WhatsApp-Nachrichten zu Zahlungen bewegt worden.
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Auch international zeigen sich Schwachstellen. In Brasilien wurde das System des nationalen Zivilschutzes kompromittiert. Unbefugte versendeten manipulative Warnmeldungen an Handys in São Paulo und Rio de Janeiro. Die Behörden mussten das System vorübergehend abschalten.
Neue Bedrohungsszenarien für Smartphone-Nutzer
Sicherheitsexperten beobachten eine technische Weiterentwicklung bei Angriffen auf Mobilgeräte. Neben klassischem Phishing – aktuell etwa durch gefälschte ELSTER-Mails zu angeblichen Steuererstattungen für 2026 – gewinnen spezialisierte Malware-Kampagnen an Bedeutung.
Branchenanalysten identifizierten im Frühsommer 2026 die Banking-Malware „NFCShare“. Sie liest gezielt Kreditkartendaten über die Nahfeldkommunikation (NFC) von Smartphones aus. Eine weitere Gefahr ist Ransomware wie „DroidLock“. Sie übernimmt die Kontrolle über das Betriebssystem und fordert Lösegeld. Ein aktuelles Sicherheitsupdate von Google im Juni adressierte bereits 124 solcher Schwachstellen – darunter einen Exploit, der nachweislich für aktive Angriffe genutzt wurde.
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Empfehlungen zur IT-Sicherheit
IT-Experten betonen: Der Mensch bleibt das schwächste Glied in der Sicherheitskette. Social Engineering und unkritisches Klicken auf Links in Kurznachrichten oder E-Mails sind die häufigsten Einfallstore. Zur Absicherung privater und geschäftlicher Daten empfehlen sie:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für alle wichtigen Dienste wie Online-Banking, Cloud-Speicher und soziale Medien
- Passwort-Manager für sichere und einzigartige Passwörter
- Sofortige Installation von Systemaktualisierungen, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen

