Smartphone-Sicherheit: Google und Apple rüsten gegen Betrugsanrufe auf

Google warnt Android-Nutzer in Echtzeit vor Scam-Anrufen, Apple analysiert Metadaten gegen Social Engineering. Die Bedrohung durch Cyberkriminalität wächst.

Google warnt in Echtzeit vor Scam-Anrufen, Apple analysiert Metadaten. Die Bedrohungslage verschärft sich rasant.

Google führt für Android eine neue Funktion zur Erkennung von Betrugsanrufen ein. Die sogenannte Scam Detection analysiert während eines Telefonats im Hintergrund Gesprächsmuster, die typisch für Betrugsversuche sind. Erkennt das System eine verdächtige Interaktion, wird der Nutzer in Echtzeit gewarnt.

Parallel dazu stellt Google eine Open-Source-Komponente zur Identifizierung gefälschter Anrufe für den RCS-Standard bereit. Der hauseigene Passwortmanager unterstützt künftig zudem den Import und Export von Passkeys – auf Basis des Credential Exchange Protocols der FIDO Alliance. Das soll den Wechsel zwischen verschiedenen Sicherheitsdiensten erleichtern.

Apple setzt auf Metadaten gegen Social Engineering

Apple kontert mit Trust Insights. Die neue Schnittstelle kommt mit iOS 27 im September. Das System erkennt Muster von Social Engineering, greift aber nicht auf die eigentlichen Kommunikationsinhalte zu. Stattdessen analysiert es Metadaten wie Kontext, Uhrzeit und Art der Interaktion.

Zwei Modelle kommen zum Einsatz: Eine Analyse läuft direkt auf dem Gerät, eine weitere serverseitig. Entwickler von Drittanbieter-Apps erhalten über eine API Zugriff auf die Sicherheitsbewertungen. Ziel: Nutzer vor betrügerischen Übernahmeversuchen ihrer Konten schützen.

Hardware-Tracker und Radar zum Selberbauen

Im Bereich der physischen Ortung tut sich ebenfalls etwas. Diverse Bluetooth-Tracker kosten mittlerweile weniger als 20 Euro. Sie helfen beim Wiederfinden von Gegenständen – stehen aber wegen ihres Potenzials für unbefugtes Tracking regelmäßig in der Kritik.

Eine technische Neuerung ist das Open-Source-Radar QuadRF. Das System basiert auf einem Raspberry Pi 5 und lokalisiert Funkquellen im Frequenzbereich von 4,9 bis 6 GHz. Per Augmented Reality werden WLAN-Netze oder Drohnen als visuelle Markierungen im Live-Bild angezeigt. Eine Abwehr von Mobilfunk- oder Navigationssignalen ist laut Entwicklern nicht möglich.

Jeder zehnte Deutsche von Cyberkriminalität betroffen

Die Notwendigkeit besserer Schutzmaßnahmen zeigt der Cybersicherheitsmonitor von BSI und Polizei. Demnach war innerhalb eines Jahres etwa jeder zehnte Bürger in Deutschland von Cyberkriminalität betroffen. Zu den häufigsten Delikten zählen Betrug in Fake-Shops, Phishing und Konto-Hacks.

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Besonders alarmierend: KI-generierte Phishing-Angriffe erreichen eine Klickrate von 54 Prozent – das Vierfache herkömmlicher Methoden. Im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft stieg die Zahl entsprechender Angriffe um 500 Prozent.

Weitere Risiken: VPN-Apps und Sicherheitslücken

Untersuchungen von 281 kostenlosen VPN-Apps für Android ergaben: Daten wurden teilweise im Klartext übertragen. Die Apps verzeichnen zusammengenommen rund 2,4 Milliarden Installationen.

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Auch aktuelle Sicherheitslücken wie die Schwachstelle CVE-2026-40639 in Dell-BIOS-Systemen oder Datenabflüsse bei Dienstleistern großer Handelsketten wie Lidl zeigen die anhaltende Bedrohungslage.

Operation First Light: 5.800 Festnahmen weltweit

Gegen internationale Betrugsnetzwerke konnten Ermittlungsbehörden zuletzt Erfolge erzielen. Im Rahmen der Operation First Light gab es weltweit 5.800 Festnahmen. Die Sicherstellung von Vermögenswerten belief sich auf 293 Millionen US-Dollar.

Dennoch bleibt die Lage ernst. Experten prognostizieren für das laufende Jahr weltweite Betrugsverluste von rund 500 Milliarden US-Dollar. Die neuen Schutzmechanismen der Smartphone-Hersteller kommen also genau richtig.