Smartphone-Sicherheit: NFC-Angriffe auf Android um 188% gestiegen

WhatsApp führt strenge Kontoeinstellungen für gefährdete Nutzer ein und ermöglicht zwei Nummern auf einem iPhone.

Neben verbesserten Schutzeinstellungen für gefährdete Nutzergruppen gibt es jetzt eine Dual-Account-Funktion für iOS sowie neue Werkzeuge für Kanäle und Textformatierung. Die Maßnahmen reagieren auf zunehmend professionelle Cyber-Kriminalität und gezielte Spionagekampagnen.

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Strengere Konten für Journalisten und Aktivisten

WhatsApp führt eine Option für „Strenge Kontoeinstellungen“ ein. Sie richtet sich an Personen mit erhöhtem Schutzbedarf – etwa Journalisten, die vermehrt Ziel von Spionageversuchen werden. Die neuen Einstellungen umfassen:

  • Obligatorische Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
  • Deaktivierung von Link-Vorschauen
  • Einschränkungen beim Gruppenbeitritt (nur noch über Kontakte)
  • Unsichtbares Profil für Personen außerhalb der Kontaktliste

Konfigurierbar sind die Maßnahmen unter „Datenschutz und Erweitert“. Die Aktivierung ist ausschließlich auf dem Hauptgerät möglich.

Hintergrund: Die Spyware-Industrie setzt verstärkt auf kostengünstige Trojaner. Organisationen wie Osservatorio Nessuno und EDRi berichten, dass Staatsanwaltschaften in Italien 2024 rund 5.200 Trojaner-Infektionen autorisierten. Häufig kommen Social-Engineering-Methoden und die Ausnutzung von Android-Barrierefreiheitsdiensten zum Einsatz.

Zwei Nummern auf einem iPhone

Seit dem 31. Mai 2026 unterstützt WhatsApp auf dem iPhone zwei Telefonnummern in einer App. Die Dual-Account-Funktion erlaubt die Verwaltung unterschiedlicher Nummern ohne zweite Installation. Flankiert wird das Update durch Meta AI – mit Funktionen zur Bildbearbeitung und automatischen Zusammenfassung von Chatverläufen.

Für Kanal-Administratoren gibt es seit dem 30. Mai den „Channel Status“. Damit lassen sich temporäre Updates mit Abonnenten teilen. Weitere Neuerungen: eine Logout-Option für Android, ein neuer GIF-Anbieter und eine „Spoiler Message“-Funktion in der Testphase. Sie macht Texte unscharf, sodass sie erst nach einem Klick lesbar werden.

Branche rüstet gegen Cookie-Diebstahl auf

Die WhatsApp-Updates sind Teil eines größeren Trends. Kaspersky meldet für Januar bis April 2026 einen Anstieg der NFC-Angriffe auf Android um 188 Prozent. Betroffen sind Institute wie Deutsche Bank, Commerzbank und ING.

Google hat deshalb für Chrome auf Windows die „Device Bound Session Credentials“ (DBSC) freigegeben. Der Rollout begann am 25. Mai und soll innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen sein. Die Technologie bindet Sitzungscookies kryptografisch an das Trusted Platform Module (TPM) der Hardware. Gestohlene Zugangsdaten werden damit für Angreifer unbrauchbar.

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Das britische NCSC empfiehlt seit dem 30. Mai biometrisch geschützte Passkeys als sicherste Authentifizierungsform. Der Bedarf ist enorm: Laut Verizon DBIR 2026 betreffen 83 Prozent der Sicherheitsverletzungen kompromittierte Zugangsdaten. In Indien senkte die Umstellung auf FIDO-Passkeys die Betrugsrate um 50 Prozent.

Weniger Kleinkriminalität, mehr Profi-Betrug

Das LKA Niedersachsen verzeichnet für 2024 einen Rückgang der Internet-Abzocke auf 18.304 Fälle – 2021 waren es noch 29.361. Experten führen das auf stärkere Sensibilisierung zurück. Gleichzeitig arbeiten die verbleibenden Täter professioneller. KI-gestützte Betrugsmaschen nehmen zu. TRM Labs meldete Ende Mai 2026 vor dem US-Kongress einen Anstieg von Krypto-Scams um 500 Prozent. Allein in den USA entstanden Schäden von über 893 Millionen Euro.