Phishing-Angriffe sind mittlerweile für mehr als die Hälfte aller Sicherheitsvorfälle verantwortlich. Besonders im zweiten Quartal 2026 verzeichneten Analysten von Cisco Talos einen deutlichen Anstieg dieser Angriffsform. Hinzu kommen raffinierte Fernzugriffsmethoden und bereits ab Werk installierte Schadsoftware.
Schadsoftware auf günstigen Endgeräten
Besorgnis erregt die Entdeckung von Malware auf Smartphones der Hersteller Cubot und Doogee. Seit Anfang Juli 2026 häufen sich Nutzerberichte zu Modellen wie dem KingKong X und dem KingKong 9. Die Schadsoftware „com.android.sys.extplv“ tarnt sich als Systemanwendung und fordert weitreichende Berechtigungen an.
Ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen hilft in diesen Fällen nicht, da die Malware tief im System verankert ist. Cubot hat reagiert und erste Updates zur Fehlerbehebung bereitgestellt. Bereits vor einigen Jahren war der Trojaner „Triada“ auf Geräten des Herstellers vorinstalliert.
Vishing: Der Anruf als Einfallstor
Eine wachsende Bedrohung stellt das sogenannte Vishing (Voice-Phishing) dar. Angreifer geben sich am Telefon oder über Kommunikationstools wie Microsoft Teams als IT-Support-Mitarbeiter aus. In einer kürzlich beobachteten Kampagne in Nordamerika gelang es Tätern, innerhalb von weniger als 17 Stunden nach der ersten Kontaktaufnahme eine Ransomware-Verschlüsselung auf den Zielgeräten einzuleiten.
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Auch in Deutschland häufen sich die Vorfälle. Ende Juli wurde in Engen eine Frau Opfer eines falschen Bankmitarbeiters. Durch eine fingierte E-Mail und ein anschließendes Telefonat verleitete der Täter die Betroffene dazu, mehrere Überweisungsaufträge in ihrer Sicherheits-App freizugeben. Die Polizei rät dringend, niemals Transaktionen auf telefonische Aufforderung zu bestätigen.
Identitätsdiebstahl: Neues Angriffsmuster breitet sich aus
Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und der Weisse Ring warnen vor einem rasanten Anstieg des Identitätsdiebstahls. Kriminelle handeln mit gestohlenen Daten als „digitalem Kapital“ im Darknet. Ein neues Phänomen: das Device-Code-Phishing, das sich innerhalb weniger Monate zur Massenbedrohung entwickelt hat.
Dabei wird der OAuth-2.0-Autorisierungsprozess missbraucht, um Zugriffstoken zu stehlen und die Multifaktor-Authentifizierung (MFA) zu umgehen. Allein gegen Microsoft-Dienste wurden zeitweise mehrere Millionen Angriffe innerhalb weniger Wochen durchgeführt.
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Hardware-Lücken und Cloud-Schwachstellen
Neben Software-Angriffen rücken auch Hardware-Schwachstellen in den Fokus. In Prozessoren älterer iPhone- und iPad-Modelle wurde die Sicherheitslücke „usbliter8“ entdeckt. Da der Fehler im SecureROM-Speicher liegt, ist er nicht durch Software-Updates behebbar. Für eine Ausnutzung ist jedoch physischer Zugriff auf das Gerät nötig.
Microsoft konnte im Juli 2026 eine finale Korrektur für eine Schwachstelle in der Azure-Datenbank Cosmos DB abschließen. Die als „CosmosEscape“ bekannte Lücke hätte theoretisch einen Vollzugriff auf Datenbanken ermöglicht. Laut Unternehmensangaben wurde sie nicht aktiv von Angreifern ausgenutzt.
Schutz für Verbraucher: Das raten die Behörden
Sicherheitsbehörden empfehlen die regelmäßige Installation von System-Updates und die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Nutzer sollten zudem misstrauisch gegenüber unaufgeforderten Kontaktaufnahmen per Telefon, SMS oder WhatsApp sein – besonders wenn Zeitdruck aufgebaut wird oder Codes und Passwörter gefordert werden.

