Angesichts neuer Betrugsmaschen und der Verknüpfung von Online-Aktivitäten mit analoger Kriminalität weiten Polizeibehörden ihre Präventionsarbeit deutlich aus. Im Fokus stehen die Sensibilisierung für soziale Medien, der Schutz vor KI-gestützten Täuschungsmanövern sowie gezielte Schulungsprogramme.
Sportvereine als Partner für mehr Sicherheit
Die Münchner Polizei startete Ende Juli eine langfristige Kampagne in Zusammenarbeit mit lokalen Sportvereinen. Beim Vereinsjubiläum eines Klubs informierten Beamte über Einbruchsschutz, Betrug und digitale Sicherheit. Prominente Unterstützung kam vom früheren Profifußballer Philipp Lahm und Bürgermeisterin Verena Dietl.
Auch international treiben Behörden die digitale Aufklärung voran. In der vietnamesischen Region Bao Loc führten Sicherheitskräfte im Juli Schulungen durch. Die Bevölkerung lernte den Umgang mit Online-Betrug und den Schutz personenbezogener Daten. Ziel: Die digitale Transformation durch bessere Cybersicherheit flankieren.
Wenn Instagram zur Einbrecher-Einladung wird
Ein wachsendes Problem: Kriminelle werten öffentliche Profile in sozialen Netzwerken aus. Die Karlsruher Polizei berichtet von Fällen, bei denen Einbrüche auf unvorsichtige Instagram-Posts zurückgingen. Die Täter identifizierten Vermögensverhältnisse, Wohnorte und Abwesenheitszeiten der Bewohner. In einem Fall entstand ein Sachschaden im unteren sechsstelligen Bereich.
Die Bonner Polizei warnt zudem vor einer neuen Masche auf Dating-Portalen. Täter nutzen KI-generierte Fotos, um Vertrauen aufzubauen und Wohnungen auszuspähen. Während die Opfer zu Treffen gelockt werden, verüben Komplizen Einbrüche. Die Beute: Schmuck und Edelmetalle. Experten raten zu Vorsicht bei neuen digitalen Bekanntschaften und empfehlen, keine Rückschlüsse auf den Wohnort oder persönliche Reichtümer zuzulassen.
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Schutz von Jugendlichen im Fokus
Neben finanziellen Risiken rückt die Sicherheit von Jugendlichen im Internet in den Fokus. Nach einem Anschlag am Rande einer Großveranstaltung in Berlin forderten politische Vertreter verstärkte Prävention gegen Radikalisierung im digitalen Raum. Die Integrationsbeauftragte Natalie Pawlik betont: Kinder und Jugendliche müssen besser vor extremistischen Inhalten geschützt werden.
International werden drastischere Maßnahmen diskutiert. Auf den Philippinen erwägt Polizeichef Jose Melencio Nartatez Jr. eine Altersgrenze für soziale Medien nach australischem Vorbild. In Australien dürfen Kinder unter 16 Jahren seit Ende 2025 keine Konten auf Facebook oder TikTok führen. Ziel: Online-Radikalisierung und gewaltsame Vorfälle an Schulen eindämmen. Fragen zur technischen Umsetzung und zum Datenschutz sind noch offen.
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Senioren im Visier der Betrüger
Besondere Aufmerksamkeit widmen die Behörden Senioren – sie sind oft Ziel spezifischer Betrugsversuche. In Schleswig-Holstein schulten digitale Gesandte rund 300 Senioren in der sicheren Smartphone-Nutzung. Auch im Saarland ist die Sensibilisierung zentral: Die Taschendiebstahl-Statistik verzeichnete für 2025 ein Plus von 18 Prozent auf 1.294 Fälle.
Seniorensicherheitsberater informieren gemeinsam mit der Polizei über Schutzmaßnahmen, besonders für Reisende. Neue Herausforderungen zeigen sich im öffentlichen Raum: In Köln stiegen die Unfälle mit Pedelecs bei Senioren über 65 Jahren deutlich an. Die Schwerverletztenrate in dieser Altersgruppe ist überdurchschnittlich hoch. Die polizeiliche Präventionsarbeit verknüpft daher digitale Sicherheitsthemen zunehmend mit Verkehrserziehung und Diebstahlschutz.

