Smartphone-Sicherheit: Quishing springt um 146%, Smishing um 162%

Cyberkriminelle setzen verstärkt auf QR-Code- und SMS-Betrug. Google und Apple schließen kritische Lücken, während die EU neue Regeln für Android erzwingt.

Cyberkriminelle setzen verstärkt auf automatisierte Phishing-Dienste und spezialisierte Banking-Trojaner. Gleichzeitig müssen Apple und Google kritische Sicherheitslücken schließen und neue EU-Regularien umsetzen.

Quishing und Smishing auf dem Vormarsch

IT-Sicherheitsunternehmen melden eine beispiellose Zunahme mobiler Betrugsversuche. Besonders das sogenannte Quishing – Phishing über manipulierte QR-Codes – legte im ersten Quartal um 146 Prozent zu. Auch Smishing, Betrug via SMS, verzeichnete im zweiten Quartal ein Plus von 162 Prozent.

Ein aktueller Bedrohungsbericht zeigt: Betrugsmaschen machen inzwischen rund 46 Prozent aller Malware-Entdeckungen aus. Besonders rasant entwickelten sich gefälschte Benachrichtigungen über angebliche Datenlecks – mit einem Zuwachs von 628 Prozent. Betrugsversuche durch Identitätstäuschung stiegen um 387 Prozent.

Android: Gemini-Lücke und NFC-Trojaner

Android-16-Nutzer sahen sich mit einer spezifischen Sicherheitslücke konfrontiert. Ein Fehler im KI-Assistenten Gemini erlaubte den Versand von SMS- und WhatsApp-Nachrichten über den Sperrbildschirm – ohne PIN-Eingabe. Google reagierte im Juli mit einem Update.

Noch gefährlicher ist der Banking-Trojaner „Hook v3“. Er verfügt über 107 Fernsteuerungskommandos und nutzt NFC-Overlays, um Transaktionsdaten abzugreifen. Die Zahl der NFC-basierten Angriffe auf Android-Geräte stieg zwischen Januar und April um 188 Prozent. Die Täter leeren Konten per „Direct NFC“ und „Reverse NFC“.

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Samsung und Xiaomi veröffentlichten im Juli Sicherheits-Patches für zahlreiche Modelle und schlossen rund 100 Schwachstellen.

iOS: Zwei Zero-Day-Lücken geschlossen

Auch Apple-Nutzer müssen updaten. Mit iOS 26.5.2 schloss der Konzern 25 Sicherheitslücken – darunter zwei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Schwachstellen (CVE-2025-43529 und CVE-2025-14174). Das Update bringt mehr Sicherheit, aber vereinzelt auch Probleme mit Akkulaufzeit und Hitzeentwicklung.

Die Beta von iOS 27 zeichnet sich unterdessen durch Leistungsverbesserungen aus. App-Starts sollen 30 Prozent schneller sein, die Kamera-Performance deutlich zulegen. Zudem soll Siri künftig lokal auf dem Gerät laufen – ein Gewinn für den Datenschutz.

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EU zwingt Google zur Öffnung – BKA schlägt zu

Ein Wendepunkt für die mobile Sicherheit in Europa ist der Digital Markets Act (DMA). Die EU-Kommission verpflichtet Google, Android bis Juli 2027 für KI-Assistenten von Drittanbietern zu öffnen. Betroffen sind rund 427 Millionen Smartphones. Google und Apple warnen vor neuen Datenschutzrisiken, weil Drittanbieter Zugriff auf Kernfunktionen wie den Home-Button erhalten.

Erfolge melden die Strafverfolger: Das BKA zerschlug in einer internationalen Operation den Phishing-Dienst „Kratos“. Die Plattform bot gegen Gebühr täuschend echte Betrugsseiten an und umging sogar Zwei-Faktor-Authentifizierungen. Ein Entwickler wurde in Indonesien festgenommen, über 200 Server stillgelegt.

Parallel begann am Landgericht Münster ein Prozess gegen eine sechsköpfige Bande. Sie gab sich als Bankmitarbeiter aus und verursachte durch Phishing-SMS Schäden im sechsstelligen Bereich. Die Fälle zeigen: Mobile Betrugsszenarien haben industrielle Ausmaße angenommen.