Die Absicherung mobiler Endgeräte gegen digitale Angriffe und physischen Verlust erfordert kein technisches Expertenwissen, sondern die konsequente Umsetzung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen. Nach Einschätzung von Finanz- und IT-Experten des VZ VermögensZentrums genügen sechs zentrale Schritte, um den Schutz persönlicher Daten auf dem Smartphone maßgeblich zu erhöhen.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört das automatische Aktualisieren von Betriebssystem und Anwendungen. Sollte ein älteres Gerät keine Sicherheitsupdates mehr erhalten, wird die Anschaffung eines Neugeräts empfohlen.
Ergänzend dazu sollte das Smartphone mit einer starken PIN in Kombination mit Gesichts- oder Fingerabdruckerkennung gesichert werden; einfache Zahlenreihen wie 1234 oder das eigene Geburtsdatum sind zu vermeiden. Um Konten bei Apple, Google sowie E-Mail-Postfächer und E-Banking-Dienste abzusichern, ist die Einrichtung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung unerlässlich.
Darüber hinaus sollten Anwender ausschließlich benötigte Apps aus offiziellen Plattformen installieren und die erteilten App-Berechtigungen regelmäßig überprüfen. Als sechster Schritt wird die Aktivierung der geräteeigenen Ortungs- und Fernsperrfunktionen genannt, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Auf zusätzliche Virenschutzprogramme können Nutzer laut den Experten auf iPhone und Android-Geräten verzichten, da Anwendungen dort nicht heimlich installiert werden können.
Schutzmechanismen der Betriebssysteme
Auf Android-Geräten übernimmt das integrierte System Google Play Protect eine zentrale Kontrollfunktion: Der Dienst prüft täglich alle installierten Anwendungen im Hintergrund und entfernt auffällige Programme automatisch. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert und sollte nach Angaben des Anbieters eingeschaltet bleiben.
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Ergänzend dazu testet Google in Entwicklerversionen für neuere Pixel-Modelle bereits native App-Sperren, bei denen Anwendungen inklusive Benachrichtigungen und Widgets nur nach PIN- oder Fingerabdruckeingabe freigegeben werden.
Vor dem Verleihen eines Smartphones empfehlen Fachportale zudem gezielte Vorkehrungen. Bei Geräten von Samsung bieten sich hierfür geschützte Ordner, das Ausblenden von Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm, das Fixieren einzelner Apps sowie spezielle Blickschutz-Einstellungen an.
Abwehrmaßnahmen bei Diebstahl und Verlust
Smartphones bleiben ein primäres Ziel von Dieben. Zum Schutz vor Gerätediebstählen raten Sicherheitsexperten, erweiterte Schutzmechanismen wie den Schutz für gestohlene Geräte bei Apple zu aktivieren.
Diese Funktion verlangt abseits vertrauter Orte zwingend biometrische Merkmale für sensible Aktionen und erzwingt eine einstündige Verzögerung bei Passwortänderungen. Da ein ausgespähter Passcode allein keinen ausreichenden Schutz bietet, setzen Apple, Google und Samsung auf verstärkte biometrische Barrieren.
Generell sollten Ortungsdienste vor einem möglichen Geräteverlust manuell eingerichtet werden, da moderne Netzwerke auch ausgeschaltete Geräte über Telefone in der Umgebung orten können.
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Nach einem Verlust warnen Experten dringend davor, Links in Benachrichtigungen über angebliche Fundmeldungen zu öffnen; die Nachverfolgung sollte ausschließlich über offizielle Portale erfolgen. Auch physische Maßnahmen wie das Tragen von Taschen unter der Kleidung mindern das Verlustrisiko.
Funkschnittstellen und Benutzerverhalten
Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät dazu, Funkschnittstellen wie WLAN, Bluetooth und NFC nur bei direktem Bedarf zu aktivieren.
Neben dem Einsparen von Akkuleistung schützt dies vor gefälschten Hotspots und verhindert, dass anhand gespeicherter Netzwerknamen Rückschlüsse auf den Wohnort gezogen werden können. Auf Smartphones lässt sich das Ein- und Ausschalten von Funkverbindungen teils über ortsbasierte Automationen steuern.
Auf Nutzerseite wächst das Sicherheitsbewusstsein: Laut Erhebungen des Branchenverbands Mobile Ecosystem Forum aus Hauptmärkten weltweit nutzen über ein Drittel der Befragten private Browser-Modi und löschen Verläufe, während viele Anwender zudem App-Berechtigungen einschränken oder alternative Adressen und Karten für Online-Dienste verwenden.

