Rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland haben 2025 illegale Streaming-Angebote genutzt. Das sind zwei Millionen mehr als noch 2022. Besonders im Visier von Cyberkriminellen: mobile Endgeräte. Parallel dazu steigt die Zahl von Betrugsversuchen und hochentwickelter Schadsoftware für Smartphones drastisch.
Rechteinhaber schlagen zurück
Die steigenden Nutzerzahlen treiben Rechteinhaber zu härteren Maßnahmen. Sky setzt verstärkt auf eigene Ermittler, die gegen Anbieter und Nutzer illegaler IPTV-Dienste vorgehen. Behörden warnen vor den rechtlichen Konsequenzen – bis hin zu Haftstrafen.
Besonders besorgt zeigen sich Fachleute über Kinder und Jugendliche. Sie greifen oft unbedarft auf illegale Streams zu. In Österreich denkt die Politik bereits über ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige nach. Betroffen wären Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube. Bei Verstößen gegen Altersverifikationsauflagen drohen den Unternehmen Strafen von bis zu sechs Prozent ihres Jahresumsatzes.
Selbst religiöse Oberhäupter schalten sich ein. Papst Leo XIV. warnte in einer Videobotschaft vor den Gefahren unkontrollierter Social-Media-Nutzung und künstlicher Intelligenz.
Explosion bei SMS-Betrug und Schadsoftware
Die Zunahme illegaler Streams fällt mit einer verschärften Bedrohungslage zusammen. In der ersten Jahreshälfte 2026 stieg der SMS-Betrug um 146 Prozent. Online-Betrug legte im gleichen Zeitraum um 134 Prozent zu. Besonders gefährlich: Fernzugriffstrojaner, deren Verbreitung um 69 Prozent anzog.
Ein Paradebeispiel für die technologische Aufrüstung der Angreifer ist der Trojaner „Dolphin X“. Er verfügt über 329 Funktionen und extrahiert sensible Daten aus mehr als 300 verschiedenen Apps. Zudem identifizierten Experten rund 560.000 KI-generierte Anwendungen in offiziellen App-Stores. Meistkopierte Marke für Phishing-Versuche bleibt Microsoft mit einem Anteil von 22,6 Prozent.
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BKA und FBI zerschlagen Phishing-Dienst
Trotz der komplexen Lage gelang den Ermittlern ein bedeutender Schlag. Gemeinsam zerschlugen BKA und FBI den Phishing-Dienst „Kratos“. Er betrieb ein Netzwerk von 200 Servern und wickelte monatlich bis zu 15.000 Kampagnen ab.
Auch auf politischer und rechtlicher Ebene tut sich etwas:
- Vertragssicherheit: Der Bundesgerichtshof stärkte Mitte Juli die Rechte von Verbrauchern bei Online-Kündigungen. Nach Betätigung des Kündigungsbuttons dürfen keine Alternativangebote oder Optionen wie Vertragsruhen mehr angezeigt werden. Das betrifft Fitnessstudios, Versicherungen – und explizit auch Streaming-Anbieter.
- Datenschutz: Die EU-Mitgliedstaaten haben die freiwillige Erkennung von Missbrauchsmaterial (CSAM) bis April 2028 verlängert. Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen bei Diensten wie WhatsApp oder Signal bleiben unberührt. Eine dauerhafte Regelung ist für Herbst 2026 geplant.
- Finanzsektor: Die EZB fordert von den Instituten detaillierte Aktionspläne gegen Betrugsmaschen – bis Oktober 2026.
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Warnung vor veralteter Hardware
Neben Software-Gefahren warnen Sicherheitsbehörden wie CISA und FBI vor veralteten Routern. Geräte, die nach drei bis sieben Jahren keine Firmware-Updates mehr erhalten, sind ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Angreifer können DNS-Einstellungen manipulieren und Datenströme umleiten. Experten raten, Standortfreigaben kritisch zu prüfen – um Missbrauch und physische Verfolgung zu erschweren.

