Zunehmender Kostendruck und wirtschaftliche Unsicherheiten prägen das Konsumverhalten im Bereich mobiler Endgeräte nachhaltig. Eine umfassende anonyme Online-Umfrage von Rakuten Viber unter rund 20.000 Teilnehmern in der Ukraine liefert detaillierte Einblicke in die veränderten Prioritäten der Verbraucher.
Bei der Erhebung, bei der mehr als die Hälfte der Teilnehmenden jünger als 45 Jahre war und die Kernaltersgruppe zwischen 34 und 45 Jahren lag, zeigte sich eine deutliche Tendenz zu langen Nutzungsdauern und hoher Ausgabendisziplin.
Defekt als dominierender Auslöser für Neuanschaffungen
Nach den Ergebnissen der Rakuten-Viber-Umfrage kaufen 60 Prozent der befragten Konsumenten ein neues Smartphone erst dann, wenn das alte Gerät komplett defekt ist. Dies bedeutet in der Praxis einen Austauschzyklus von seltener als alle vier Jahre. Regelmäßige Upgrades sind zur Ausnahme geworden: Lediglich ein Prozent der Befragten leistet sich jedes Jahr ein neues Modell.
Weitere 15 Prozent erwerben alle zwei bis vier Jahre ein Neugerät. Bemerkenswert ist zudem der Anteil derer, die gar kein eigenes Geld für die Anschaffung aufwenden: 18 Prozent der Teilnehmer gaben an, ihr Smartphone geschenkt zu bekommen. Weitere sechs Prozent ziehen es vor, ihr Budget stattdessen in Laptops oder Computer zu investieren, anstatt die Mobilfunktechnik aufzurüsten.
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Hohe Hürden durch spürbare Preissteigerungen
Besonders ausgeprägt ist die Zurückhaltung bei finanziellen Mehraufwänden. Auf Preissteigerungen reagieren 74 Prozent der Befragten mit der Angabe, sich eine Neuanschaffung auch zu den bestehenden Preisen schlicht nicht leisten zu können.
Ein vorgezogener Gerätekauf zur Absicherung vor weiteren Verteuerungen kommt für diesen Großteil nicht infrage. Lediglich fünf Prozent der Teilnehmer gaben an, Neuanschaffungen vorab zu tätigen, um künftigen Teuerungen zuvorzukommen.
Unverändert bei ihren bisherigen Plänen bleiben 16 Prozent der Konsumenten. Ausweichstrategien spielen in dieser Erhebung eine untergeordnete Rolle: Nur drei Prozent würden im Zuge höherer Preise auf gebrauchte Geräte ausweichen, während lediglich zwei Prozent angeben, für ein Smartphone einen Kredit aufzunehmen.
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Internationale Konsummuster und Marktentwicklungen
Die Befunde stehen im Einklang mit globalen Markttrends, die von einer deutlichen Preissensibilität der Kundschaft zeugen. Laut einer Jahresumfrage des Marktforschungsunternehmens Counterpoint haben 63 Prozent der Konsumenten, die innerhalb von sechs Monaten ein Smartphone kaufen wollen, Preissteigerungen registriert.
Am stärksten wurde dieser Trend in China mit 81 Prozent wahrgenommen, gefolgt von Deutschland mit 70 Prozent, Indien mit 66 Prozent sowie Großbritannien und den USA mit jeweils 50 Prozent.
Branchenbeobachter führen diese Entwicklung unter anderem auf gestiegene Speicherkosten zurück. Counterpoint prognostizierte bis Ende 2026 weltweit einen Anstieg der Preise für bestehende Modelle um durchschnittlich 20 Prozent, bei Neueinführungen sogar um bis zu 30 Prozent im Jahresvergleich.
Auf diese Teuerungen reagieren die weltweiten Kunden mit Anpassungen: 50 Prozent planen den Kauf in größeren Rabattaktionen, 44 Prozent würden ihr persönliches Budget anheben, während 37 Prozent den Kauf ganz aufschieben und 35 Prozent nach günstigeren Alternativen suchen.

