Die Partei «Digitale Integrität Schweiz» schlägt Alarm angesichts der zunehmenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs. In einer aktuellen Stellungnahme warnt die Organisation vor den Risiken eines drohenden Zwangs zur Smartphone-Nutzung bei alltäglichen Bezahlvorgängen.
Im Zentrum der Kritik steht die Befürchtung, dass die physische Bankkarte zunehmend aus dem Alltag verdrängt wird, was weitreichende Konsequenzen für die Wahlfreiheit der Konsumenten haben könnte.
Nicole Rüegger, Co-Präsidentin der Partei, fordert in diesem Zusammenhang explizit ein «Recht auf ein Offline-Leben». Es müsse für Bürgerinnen und Bürger weiterhin möglich sein, Zahlungen ohne den Einsatz eines Mobiltelefons abzuwickeln.
Die Organisation warnt davor, dass ein Ende der klassischen Bankkarte dem Land und seiner ökonomischen Stabilität schaden würde. Die Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur und spezifischen Endgeräten berge Gefahren, die bisher nicht ausreichend adressiert würden.
Markttrends und verändertes Konsumverhalten
Die Warnungen der Partei treffen auf eine Phase des deutlichen Umbruchs im Schweizer Finanzsektor. Aktuelle Erhebungen wie der Visa Payment Monitor 2026 zeigen, dass bereits 28 % der Schweizer Bevölkerung mobiles Bezahlen bevorzugen.
Dieser Trend spiegelt sich auch in den Kundenstatistiken der grossen Finanzinstitute wider. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB), die Berner Kantonalbank (BEKB) sowie die UBS verzeichnen eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach Mobile-Payment-Lösungen.
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Trotz der wachsenden Beliebtheit digitaler Wallets bleibt die physische Debitkarte gemäss Daten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) derzeit noch das meistgenutzte Zahlungsmittel der Schweizer Bevölkerung.
Dennoch forcieren Finanzinstitute den Umstieg auf digitale Alternativen. So führt die Zürcher Kantonalbank derzeit eine Aktion durch, bei der bis Ende August 100 Gutscheine im Gesamtwert von 25’000 Franken für die Aktivierung der digitalen Wallet verlost werden.
Internationale Entwicklungen und soziale Bedenken
Ein Blick auf den internationalen Markt verdeutlicht die Geschwindigkeit, mit der physische Zahlungsmittel an Bedeutung verlieren können. In China ist die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten massiv rückläufig. Dort sank der Bestand um 120 Millionen auf nunmehr 680 Millionen Karten, nachdem im Jahr 2022 noch 800 Millionen Karten im Umlauf waren.
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Diese Entwicklung stösst auch bei Experten auf europäischer Ebene auf Skepsis. Chris Kremidas-Courtney vom European Policy Center mahnt in diesem Kontext ein grundlegendes Recht auf den Zugang zu Dienstleistungen ohne Smartphone an. Er kritisiert eine zunehmend erzwungene Smartphone-Abhängigkeit, die nicht nur den Bankensektor, sondern auch Hotels und den Transportbereich erfasse.
Von dieser Entwicklung seien insbesondere ältere Menschen sowie Personen mit Behinderungen betroffen, die durch den digitalen Zwang Gefahr liefen, vom gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen zu werden. Die Forderung nach einer Beibehaltung analoger oder physischer Zugangswege wird somit zunehmend zu einer Frage der sozialen Inklusion.

