Smartsheet beruft Josh Schauer zum neuen CFO

Smartsheet ernennt Josh Schauer zum CFO und führt flexible Contributor-Lizenzen ein, um die KI-gestützte Plattform für Großkunden zu stärken.

Der US-Softwarekonzern treibt mit einem neuen Finanzchef und einem überarbeiteten Lizenzmodell seine KI-Offensive voran.

Smartsheet hat Josh Schauer mit Wirkung zum 4. Mai 2026 zum neuen Chief Financial Officer ernannt. Der Wechsel an der Finanzspitze fällt mit einer grundlegenden Modernisierung der Plattform zusammen: Der Anbieter von Projektmanagement-Software führt neue Lizenzmodelle ein und baut seine KI-Funktionen massiv aus. Hintergrund ist die Übernahme durch die Finanzinvestoren Blackstone und Vista Equity Partners im Volumen von 8,4 Milliarden Euro.

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Erfahrener Software-Manager übernimmt

Schauer bringt umfangreiche Erfahrung aus der Unternehmenssoftware-Branche mit. Zuletzt war er Finanzchef bei insightsoftware, davor bekleidete er leitende Finanzpositionen bei Longview Solutions und Verisae. Bei Smartsheet soll er ein Betriebsmodell entwickeln, das nachhaltiges Umsatzwachstum mit finanzieller Disziplin verbindet.

Er löst Kurt Shintaffer ab, der seit Juli 2025 als Interims-CFO fungierte. Der Führungswechsel ist Teil einer umfassenden personellen Erneuerung unter CEO Rajeev Singh. In den vergangenen Monaten verpflichtete Smartsheet mehrere Branchenveteranen für Schlüsselpositionen: Robson Grieve als Marketingchef, Toyan Espeut als Kundenvorstand sowie Kelsi McDonald Harris als Chief Business Officer. Pratima Arora erweiterte ihre Zuständigkeit als Produkt- und Technologievorstand.

Singh zeigte sich überzeugt, dass die neue Führungsriege helfen werde, die Präsenz bei globalen Großkunden auszubauen – insbesondere bei der Umstellung auf KI-gesteuerte Arbeitsabläufe.

Lizenzrevolution: Der „Contributor“-Sitz

Am 1. Mai führte Smartsheet den neuen „Contributor“-Sitz ein. Er ersetzt die bisherige „Viewer“-Kategorie und soll Kollaborationsengpässe in großen Organisationen beseitigen. Der Contributor erlaubt internen Nutzern, Kommentare zu hinterlassen und Anhänge hochzuladen – und zwar auf allen Tarifen ohne Zusatzkosten.

Die Änderung adressiert langjährige Kritik an der Viewer-Rolle, die nicht zahlenden Nutzern kaum Interaktionsmöglichkeiten bot. Künftig können Contributors auf Update-Anfragen reagieren, Formulare ausfüllen und geteilte Ansichten dynamischer nutzen. Bestandskunden wurden bereits automatisch umgestellt.

Parallel dazu rollt Smartsheet im Mai den Enterprise Plan Manager (EPM) aus. Dieses Governance-Tool vereinfacht die Verwaltung von Nutzern über mehrere Pläne hinweg. Organisationen können künftig einen einzigen „Member“-Sitz bezahlen, selbst wenn der Nutzer in verschiedenen Abteilungen aktiv ist.

Szenario-Planung für Großprojekte

Die Neuerungen unterstützen die Weiterentwicklung der Kernfunktionen Portfolios und Scenario Planning. Diese Werkzeuge, Ende 2025 angekündigt, erreichten Anfang 2026 die Enterprise-Reife.

Smartsheet Portfolios bieten einen zentralen Arbeitsbereich für standardisiertes Projektmanagement. Jedes Portfolio enthält eine integrierte Projektliste sowie Dashboards mit Budgetstatus und Projektaufschlüsselungen. Das System richtet sich an Enterprise-Kunden mit hohem Projektvolumen. Aktuelle Updates im Control Center erlauben die Verwaltung von bis zu 20.000 aktiven Projekten pro Blaupause.

Das Scenario-Planning-Modul erlaubt Projektmanagern „Was-wäre-wenn“-Analysen. Sie können verschiedene Ressourcenzuweisungen und Zeitpläne modellieren, ohne Live-Daten zu beeinträchtigen. Mehrere Szenarien lassen sich nebeneinander vergleichen – kritisch für komplexe, vernetzte Projekte, bei denen eine einzige Verschiebung erhebliche Folgewirkungen haben kann.

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Produktivitätsparadoxon: Die strategische Rolle von KI

Begleitend zu den Plattform-Updates veröffentlichte Smartsheet am 4. Mai eine Studie mit dem Titel „Das große britische Produktivitätsparadoxon“. Sie zeigt ein grundlegendes Missverhältnis auf: 80 Prozent der befragten Führungskräfte berichten von messbaren Produktivitätsgewinnen durch KI – doch die Mehrheit misst Erfolg weiterhin mit veralteten Kennzahlen wie Arbeitsstunden und erledigten Aufgaben.

Die Forschung legt nahe, dass dieses traditionelle Denken das wahre Potenzial der KI bremst. Wenn Produktivität nach Volumen statt nach strategischer Wirkung gemessen wird, füllen Teams ihre Zeit mit „Beschäftigungstherapie“ statt mit wertschöpfenden Aktivitäten.

Ende April startete Smartsheet zudem „CLI Power Tools“ – ein Paket von Open-Source-Claude-Code-Agenten für den Smartsheet Model Context Protocol Server. Diese Agenten helfen Entwicklern, Engpässe zu identifizieren, Aufgaben neu zuzuweisen und Projekte per Sprachsteuerung zu klonen.

Ausblick: KI für den Enterprise-Alltag

Smartsheet konzentriert sich darauf, KI „nützlich und personalisiert“ zu machen. Die Integration von Intelligent Mobile Forms Fill, seit dem 30. April allgemein verfügbar, erlaubt Außendienstmitarbeitern die Dateneingabe per Sprachbefehl.

Die Kombination aus flexiblem Lizenzmodell, verstärkter Führungsmannschaft und fortschrittlichen Planungswerkzeugen positioniert Smartsheet für einen aggressiveren Wettbewerb im Markt für Projekt- und Portfoliomanagement. Mit über 120.000 Kunden und einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro setzt das Unternehmen nun auf kontextbezogene Daten, um KI-Agenten zu bauen, die die spezifischen Arbeitsmuster einzelner Teams verstehen. Branchenbeobachter erwarten, dass die kostenlosen Contributor-Lizenzen die tägliche Nutzerbasis deutlich vergrößern und die unternehmensweite Akzeptanz in den kommenden Quartalen steigern werden.