Der Softwareanbieter Smartsheet hat auf seiner Konferenz ENGAGE 2026 ein neues Produkt namens vsActual präsentiert. Die eigenständige, KI-native Lösung für strategische Planung und operative Ausführung soll automatisch erkennen, wann Unternehmensprojekte vom geplanten Kurs abweichen, und passende Korrekturmaßnahmen vorschlagen. Das System bündelt spezialisierte Software-Agenten, automatisierte Workflows sowie erweiterte Schnittstellen und Sicherheitsfunktionen.
Datenbasis auf Basis von AWS Neptune
Technologisches Fundament von vsActual ist der sogenannte Execution Graph. Nach Unternehmensangaben speist sich dieser aus Workflow-Erkenntnissen aus 20 Jahren, Millionen von Projekten sowie einem Datenbestand von 9 Petabyte. Die Architektur baut auf der Graphdatenbank AWS Neptune auf und umfasst rund 100 Millionen Knoten.
Das Werkzeug liest Informationen aus etablierten Drittsystemen wie Oracle, SAP, Workday, Salesforce, Jira, ServiceNow und Atlassian aus. Auf dieser Basis können strategische Vorgaben aus Präsentationen, Budgetmemos und Tabellen in fortlaufend aktualisierte Pläne überführt werden.
Das System erlaubt Szenariotests anhand von Live-Daten zu Budgets und Kapazitäten, weist frühzeitig auf Budgetüberschreitungen, Verzögerungen oder Ressourcenkonflikte hin und generiert automatische Zusammenfassungen für Führungskräfte.
Die Ausführungskontrolle verbleibt dabei beim Menschen: Die eingesetzten Agenten können Projektpläne nicht eigenständig modifizieren, sondern liefern begründete Empfehlungen.
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Für die Modellerstellung und -pflege stehen spezifische Helfer bereit: Ein Creation Agent baut Projektstrukturen aus formulierten Klartextzielen auf, während ein Data Quality Agent Datenprobleme identifiziert und nach deren Schweregrad priorisiert. Die Entwicklung der Plattform erfolgte zusammen mit rund einem Dutzend Design-Partnern.
Erweiterte Integrationen und Kontrollmechanismen
Parallel zur Neuvorstellung baut Smartsheet das Ökosystem um native Integrationen mit ServiceNow, Microsoft Dynamics 365, HubSpot, Workday und QuickBooks aus. Ein spezifischer Integration Agent befindet sich derzeit für GitHub, Zendesk, Airtable und Monday.com im Vorabzugang (Early Access); weitere Anbindungen sind für Anfang 2027 angekündigt.
Im Bereich IT-Sicherheit und Compliance ergänzte der Anbieter ein Streaming von Sicherheitsereignissen an Plattformen wie Splunk und Microsoft Sentinel sowie Funktionen zur Datenklassifizierung über Smartsheet Safeguard. Das Unternehmen verweist zudem auf eine Zertifizierung nach ISO/IEC 42001 und eine Sicherheitsprüfung nach dem australischen IRAP-Standard.
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Strategiewechsel beim Abrechnungsmodell
Smartsheet-Chef Rajeev Singh begründete die Neuausrichtung mit den veränderten Anforderungen an Unternehmenssoftware. Er strebe einen Wandel an, bei dem Künstliche Intelligenz als primäre Benutzeroberfläche diene, verbunden mit einer Abkehr von traditionellen Pro-Nutzer-Lizenzgebühren.
Singh verwies darauf, dass der Einsatz von KI die operative Arbeit vielerorts weiter fragmentiert habe. Dies deckt sich mit Erhebungen von VentureBeat Intelligence, wonach 64 Prozent der Befragten unzureichende KI-Ergebnisse auf das Fehlen von geschäftlichem Kontext zurückführen.
Das Geschäft des Anbieters zeige sich robust: Sowohl die Brutto- als auch die Netto-Dollar-Kundenbindungsraten seien gestiegen, zudem zahlen mittlerweile mehr Kunden Beträge von über 1 Million US-dollar pro Jahr. Konkrete Angaben zu Preisen oder dem Zeitpunkt der allgemeinen Marktverfügbarkeit von vsActual machte Smartsheet bisher nicht.

