Garmin hat im zweiten Quartal 2026 laut dem Marktforschungsunternehmen Omdia beim globalen Smartwatch-Marktanteil mit Samsung gleichgezogen. Noch 2025 hatte zwischen den beiden Herstellern eine Lücke von 6 Prozentpunkten geklafft. Der Aufholprozess markiert eine deutliche Verschiebung im Wettbewerbsgefüge des Smartwatch-Marktes, in dem Apple weiterhin die Führungsposition innehat.
Kaufabsichten stützen Garmins Position
Eine Umfrage von PhoneArena unterstreicht diesen Trend: Demnach planen 24 Prozent der Befragten den Kauf einer Garmin-Smartwatch. Apple führt das Ranking mit 31 Prozent Vorsprung an, während Samsung Gefahr läuft, auf den dritten Platz zurückzufallen.
Diese Verschiebung in den Kaufabsichten deckt sich mit der von Omdia gemeldeten Marktanteilsentwicklung und deutet darauf hin, dass Garmin bei Verbrauchern zunehmend als ernsthafte Alternative zu den beiden bislang dominierenden Anbietern wahrgenommen wird.
Garmins Produktstrategie: Abo-frei und spezialisiert
Ein zentraler Baustein von Garmins Strategie ist das neue Cirqa Smart Band, das für 199,99 US-Dollar ohne Abonnement angeboten wird. Das Gerät kommt ohne Bildschirm aus und lässt sich wahlweise als Armband oder am Oberarm tragen. Es erfasst Herzfrequenz, Stress, Schlaf sowie Daten zur Frauengesundheit.
Allerdings zeigten unabhängige Tests auch Schwächen bei der Erkennungsgenauigkeit: Bei Kälte maß das Cirqa 120 Schläge pro Minute, während ein Brustgurt zeitgleich 160 Schläge pro Minute registrierte. Zudem verpasste das Gerät nach Angaben der Tests 40 Prozent der Radtouren der Nutzer.
Apple und Samsung als Referenzpunkte
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Trotz des Aufholens durch Garmin bleibt Apple der klare Marktführer. Im ersten Quartal 2026 hielt die Apple Watch einen Marktanteil von rund 23 Prozent, ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während Samsung im selben Zeitraum einen Rückgang von 28 Prozent verzeichnete. Wachstumstreiber für Apple waren insbesondere China, wo der Gesamtmarkt um 15 Prozent zulegte, sowie Europa.
Der globale Smartwatch-Markt wuchs im Vergleichszeitraum um 4 Prozent. Bei Edge-AI-fähigen Smartwatches, die KI-Funktionen direkt auf dem Gerät verarbeiten, dominierte Apple im ersten Quartal 2026 mit einem Anteil von etwa 90 Prozent der Verschiffungen und einem Wachstum von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits fast jede vierte verkaufte Smartwatch verfügte demnach über Edge-AI-Funktionen.
Samsung positioniert sich unterdessen mit der Galaxy Watch 9, die ab 379,99 US-Dollar erhältlich ist und mit einem Snapdragon-Wear-Elite-Chip sowie fünf Jahren Software-Updates wirbt. Das Display erreicht eine Helligkeit von 3.000 Nits, die Akkulaufzeit liegt bei rund einem Tag.
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Größerer Marktkontext
Der Wettbewerb zwischen Garmin, Apple und Samsung spielt sich vor dem Hintergrund eines insgesamt wachsenden Marktes ab. Der Markt für Wearable-Activity-Tracker wurde 2025 auf 4,0 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll laut Marktforschern bis 2035 auf 10,5 Milliarden US-Dollar anwachsen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 10,3 Prozent entspräche.
Nordamerika war 2024 die größte Region, während Asien-Pazifik das schnellste Wachstum verzeichnete. Der breiter gefasste Markt für Wearable-KI-Technologie wird für 2025 auf 79,9 Milliarden US-Dollar taxiert, mit einer erwarteten Steigerung auf 342,36 Milliarden US-Dollar bis 2034. Smartwatches machten dabei 2025 einen Umsatzanteil von 46,3 Prozent aus, wobei On-Device-KI-Verarbeitung mit 57,8 Prozent den größten Anteil stellte.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Garmins Aufholjagd gegenüber Samsung in einem Marktumfeld stattfindet, das insgesamt weiterhin deutlich expandiert – ein Umstand, der es dem Hersteller ermöglichen dürfte, Marktanteile zu gewinnen, ohne dass etablierte Konkurrenten zwangsläufig in absoluten Zahlen schrumpfen müssen.

