Der anhaltende Boom bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibt die weltweite Nachfrage nach Halbleitern massiv an und erreicht nun auch den Markt für tragbare Elektronik. Wie Branchenberichte Anfang November verdeutlichen, verdrängt die hohe Nachfrage nach KI-Servern zunehmend die Fertigungskapazitäten für herkömmliche DRAM- und NAND-Speicher.
In der Folge steigen die Beschaffungspreise drastisch, was die Produktionskosten für künftige Smartwatches führender Hersteller wie Apple und Garmin nach oben treibt. Marktbeobachter warnen bereits vor spürbaren Auswirkungen für Verbraucher ab dem Jahr 2027.
Apple verzeichnet Margendruck durch Speicherkosten
Die Marktforscher von TrendForce prognostizieren für das vierte Quartal 2026 bei den Vertragspreisen für DRAM einen Anstieg von 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, während bei NAND-Speichern ein Plus von 15 bis 20 Prozent erwartet wird. Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC gehören Wearables explizit zu den Produktkategorien, die von dieser Teuerung betroffen sind.
IDC-Analyst Phil Solis verweist darauf, dass die Speicherpreise infolge des Bedarfs durch KI-Rechenzentren innerhalb von zwei Jahren um bis zu 400 Prozent gestiegen seien. Erleichterung verspricht sich die Industrie mittelfristig von der künftigen 2-Nanometer-Fertigung, wie Apple-COO Sabih Khan anmerkte.
Der finanzielle Druck zeichnet sich bereits in den Bilanzen ab. Am 2. November gab Apple bekannt, die Verpflichtungen für Fertigungskäufe im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 gegenüber dem Vorquartal um 33 Milliarden US-Dollar erhöht zu haben. Apple-Chef John Ternus bezeichnete den Anstieg der Speicherpreise als beispiellos und geht davon aus, dass sich die Verteuerung auch über das Dezemberquartal hinaus fortsetzen werde.
Wer sich angesichts steigender Preise für Apple-Geräte für ein neues Modell entscheidet, sollte von Anfang an die wichtigsten Fachbegriffe beherrschen. Dieses kostenlose Lexikon erklärt Ihnen 53 zentrale Begriffe rund um das iPhone leicht verständlich und mit praktischen Aussprachehilfen. iPhone-Lexikon jetzt kostenlos anfordern
Die Bruttomarge des Konzerns fiel im vierten Quartal um 2,2 Prozentpunkte von 50,1 Prozent auf 47,9 Prozent. Für das laufende Quartal von Oktober bis Dezember stellt das Management eine Marge von nur noch 45 bis 46 Prozent in Aussicht. Finanzchef Kevan Parekh führte diese Entwicklung primär auf die höheren Speicheraufwendungen zurück.
Der Lager wert wuchs im Vorjahresvergleich von 5,7 Milliarden US-Dollar auf 14,5 Milliarden US-Dollar an. Gleichzeitig signalisierte das Unternehmen eine begrenzte Verfügbarkeit bei Macs und iPads. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um 12 Prozent im Jahresvergleich auf 114,5 Milliarden US-Dollar, gestützt durch bereits vorgenommene Preiserhöhungen bei Macs, iPads und dem iPhone 18 Pro.
Garmins Strategie bei steigenden Bauteilkosten
Auch Garmin spürt den Kostendruck in der Fertigung. Während die neue Fenix 9 mit 999,99 US-Dollar zum gleichen Startpreis angeboten wird wie die Fenix 8 im Jahr 2024, veränderten sich die Einstiegspreise über das gesamte Sortiment hinweg deutlich.
Die durchschnittlichen Startpreise der 2026er-Modelle liegen bei rund 1.000 US-Dollar gegenüber rund 673 US-Dollar im Jahr 2025, was einem Zuwachs von 48,6 Prozent entspricht.
Klammert man die hochpreisigen Modelle MARQ Gen 3 für 2.500 US-Dollar und tactix 8 Cerakote für 1.600 US-Dollar aus, stieg der Schnitt moderater um rund 4 Prozent auf etwa 700 US-Dollar. Der Median kletterte von 550 US-Dollar im Vorjahr auf 900 US-Dollar.
Garmin-COO Brad Trenkle erklärte, dass Komponenten, die vor einem Jahr noch 4 bis 5 US-Dollar kosteten, mittlerweile fast das Zehnfache kosten. Zwar könne das Unternehmen als Premiumanbieter dank höherer Margen die Belastungen besser abfedern als viele Konkurrenten, man sei gegen den Trend jedoch nicht immun.
Während die Hardware-Preise für Smartphones und Wearables steigen, wird der sichere Einstieg in die digitale Welt immer wichtiger. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen, Ihr iPhone von der ersten Minute an sicher zu bedienen und alle Funktionen ohne Fachjargon zu verstehen. Gratis iPhone-Starterpaket hier herunterladen
Garmin-CEO Cliff Pemble stellte in Aussicht, dass weitere Preisanpassungen zu den Maßnahmen gehören, die das Unternehmen angesichts der drastischen Preissteigerungen bei Zulieferteilen prüfe.
Anpassungen für das Modelljahr 2027
Für das Jahr 2027 rechnen Branchenkenner nicht zwangsläufig mit flächendeckenden Preissprüngen über alle Produktlinien hinweg. Stattdessen dürften sowohl Apple als auch Garmin vor allem auf punktuelle Preiserhöhungen bei einzelnen Modellen setzen. Zudem ist damit zu rechnen, dass die Hersteller künftig kleinere Speicher-Upgrades bei neuen Generationen verbauen und Verkaufsrabatte im Handel deutlich seltener gewähren.

