Smartwatch-Studie: Drei von vier Uhren überschätzen Kalorienverbrauch

Eine Untersuchung mit 58 Erwachsenen zeigt: Vier Smartwatch-Modelle überschätzen den Kalorienverbrauch häufig, wobei der Körperfettanteil die Genauigkeit beeinflusst.

Drei von vier gängigen Smartwatches berechnen den Energieverbrauch beim Training ungenau. Eine im Fachjournal PLOS One veröffentlichte Untersuchung ergab, dass tragbare Geräte führender Hersteller den tatsächlichen Kalorienverbrauch bei körperlicher Aktivität um 15 bis 25 Prozent überschätzen. Selbst Modelle, deren durchschnittliche Werte auf den ersten Blick präzise wirken, zeigen teils erhebliche Fehlmessungen und Datenausfälle.

Für die Erhebung untersuchte ein Forschungsteam der Florida International University unter der Leitung von Jason Kostrna insgesamt 58 hispanische Erwachsene im Alter von 18 bis 50 Jahren. Das Durchschnittsalter der Probanden mit den Hauttypen III bis V lag bei 23 Jahren.

Die Teilnehmer absolvierten ein standardisiertes Trainingsprogramm auf einem Liegefahrrad. Um die tatsächliche Verbrennung exakt zu erfassen, nutzten die Wissenschaftler das mobile Spirometriesystem COSMED K5 zur indirekten Kalorimetrie als wissenschaftlichen Referenzstandard.

Große Unterschiede zwischen den Gerätemodellen

Die im Experiment getesteten Geräte wiesen teils markante Differenzen zu den Laborwerten auf. Die Apple Watch Series 8 verzeichnete dabei die geringste durchschnittliche Abweichung aller analysierten Modelle; sie lag bei einem Plus von 21,6 kcal beziehungsweise rund +22 kcal.

Die Samsung Galaxy Watch 5 zeigte eine mittlere Abweichung von +56,8 kcal oder rund +57 kcal. Beim Modell Garmin Forerunner 955 belief sich die durchschnittliche Mehrabweichung auf +68,6 kcal beziehungsweise rund +69 kcal.

Ein abweichendes Bild zeigte sich bei der Fitbit Sense 2: Während die durchschnittliche Abweichung über alle Datenpunkte hinweg rechnerisch lediglich 3,1 kcal betrug, litt die Erfassung unter einer hohen Fehlerquote.

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Wenn Ihre Uhr 500 kcal anzeigt, können real nur rund 350 kcal verbrannt sein — eine im Fachjournal PLOS One veröffentlichte Untersuchung fand bei drei von vier getesteten Modellen Abweichungen von 15 bis 25 Prozent. Wer nach diesen Werten isst, plant auf falscher Grundlage. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie die typischen Messfehler Ihrer Uhr erkennen und Ihren Verbrauch realistisch einschätzen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

In 13 Prozent der Messungen traten Extremwerte auf. Diese reichten von Überschätzungen von teils über 450 Prozent bis hin zu Trainingsphasen, in denen das Gerät gar keine Messwerte lieferte. Einzelne Messreihen des Modells mussten aufgrund dieser Unregelmäßigkeiten von der Auswertung ausgeschlossen werden.

Körperfettanteil beeinflusst Messgenauigkeit

In der Praxis können diese Abweichungen spürbare Folgen für Trainings- und Ernährungspläne haben. Zeigt eine Smartwatch beispielsweise einen Verbrauch von 500 kcal an, wurden real womöglich nur rund 350 kcal umgesetzt.

Technisch erfassen die Geräte die Aktivität über optische Sensoren mittels Photoplethysmographie sowie über integrierte Beschleunigungssensoren. Die Software berechnet den Kalorienumsatz unter Einbeziehung persönlicher Daten wie Alter, Geschlecht, Körpergröße und Gewicht.

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Mit steigendem Körperfettanteil wächst der Messfehler — das war laut der Studie der wichtigste Einflussfaktor, besonders bei zwei der getesteten Modelle. Ein Ernährungsplan auf Basis dieser Werte kann deshalb systematisch danebenliegen. Der kostenlose Leitfaden erklärt, warum die Abweichung mit dem Körperfettanteil zunimmt und wie Sie Ihre Werte entsprechend korrigieren. Leitfaden zur Messgenauigkeit sichern

Als wichtigster Einflussfaktor für Messfehler stellte sich in der Studie der Körperfettanteil der Trainierenden heraus: Mit steigendem Fettanteil nahm der Fehler signifikant zu, was sich insbesondere bei den Modellen von Fitbit und Garmin bemerkbar machte. Ein Zusammenhang zwischen der Genauigkeit und dem Hauttyp der Probanden wurde hingegen nicht festgestellt.

Die Autoren um Studienleiter Jason Kostrna verwiesen zugleich auf Einschränkungen der Untersuchungsergebnisse. Das Testprotokoll umfasste ausschließlich Trainingseinheiten auf dem Liegefahrrad und konzentrierte sich auf hispanische Erwachsene, weshalb sich die Übertragbarkeit auf andere Sportarten und Personengruppen in Folgestudien bestätigen muss.