Smishing-Welle: Betrüger knacken jetzt auch Zwei-Faktor-Authentifizierung

Kriminelle nutzen KI-gestützte Anrufe und Phishing-SMS, um selbst Zwei-Faktor-Authentifizierungen zu umgehen. Netzbetreiber und Hersteller rüsten mit neuen Schutzfunktionen auf.

Eine neue Betrugswelle rollt über deutsche Smartphone-Nutzer hinweg. Sicherheitsexperten warnen vor einer perfiden Kombination aus gefälschten SMS und anschließenden Telefonanrufen. Diese Masche hebelt sogar etablierte Sicherheitsbarrieren wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung aus.

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Gefälschte Bank-SMS leiten Telefonbetrug ein

Im Visier der Kriminellen stehen aktuell vor allem Kunden großer Geldinstitute wie Commerzbank und Sparkassen. Die Täter versenden massenhaft SMS, die vor angeblichen photoTAN-Updates oder abgelaufenen Zertifikaten warnen. Oft drohen sie mit einer sofortigen Kontosperrung.

Klickt ein verunsichertes Opfer auf den Link, landet es auf einer täuschend echten Phishing-Webseite. Diese fischt die Login-Daten ab. Kurz darauf folgt der nächste Schritt: Ein Anruf von vermeintlichen Bankmitarbeitern. Unter dem Vorwand, das Konto schützen zu wollen, drängen sie das Opfer, Transaktionen per Zwei-Faktor-Authentifizierung freizugeben. Die Polizei dokumentierte kürzlich einen Fall, bei dem ein 38-Jähriger so 1.000 Euro verlor.

KI macht Betrugsanrufe fast unerkennbar

Parallel zur SMS-Flut warnt die Bundesnetzagentur vor KI-gestütztem Telefonbetrug. Kriminelle setzen zunehmend auf Deepfake-Technologien und Voice Cloning. Früher scheiterten Betrugsanrufe oft an unnatürlichen Computerstimmen – heute generieren KI-Modelle fehlerfreie, persönliche Gespräche in Sekundenschnelle.

Besonders alarmierend: Für das Klonen einer Stimme reichen oft kurze Audioschnipsel aus sozialen Netzwerken. Damit imitieren die Täter die Stimmen von Verwandten täuschend echt. So fordern sie in vorgetäuschten Notsituationen Geld – eine hochtechnisierte Version des Enkeltricks. Auch Warnungen vor Nachrichten im Namen von FinTech-Plattformen häufen sich.

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So wehren sich Netzbetreiber und Smartphone-Hersteller

Telekommunikationsanbieter und Hersteller rüsten technisch auf. Die Deutsche Telekom hat ihre Schutzmechanismen ausgebaut. Erweiterte SMS-Firewalls sollen Nachrichten von manipulierten Absendern filtern. Verifizierte Firmenanrufe sollen künftig transparenter gekennzeichnet werden.

Auch die Betriebssysteme bieten mehr Schutz. iPhone-Nutzer können unbekannte Anrufer automatisch stummschalten. Bei Google Pixel übernimmt der Google Assistant verdächtige Anrufe und transkribiert das Gespräch in Echtzeit auf dem Display. So sieht der Nutzer den Anrufgrund, ohne selbst sprechen zu müssen. Samsung-Geräte filtern verdächtige Nummern über die Smart-Call-Funktion.

Warum das Smartphone zum Hauptziel wurde

Die Betrugswelle ist ein europaweites Problem. In Frankreich zirkulieren Schätzungen zufolge täglich bis zu 400.000 betrügerische SMS. Experten erklären den Fokus auf Smartphones mit mehreren Faktoren: Sie sind ständige Begleiter, und Nachrichten darauf wirken privater und dringender als E-Mails.

Das führt zu kürzeren Reaktionszeiten und weniger Skepsis. Zudem erschweren die kleinen Bildschirme die Überprüfung von Webadressen. Verbraucherschützer betonen, dass die Angriffe mittlerweile so professionell sind, dass sie selbst technikaffine Menschen im stressigen Alltag täuschen können.

Der Wettlauf wird sich weiter verschärfen

IT-Sicherheitsexperten erwarten, dass sich der technologische Wettlauf weiter zuspitzt. Da KI immer leistungsfähiger wird, dürfte die Qualität von Phishing-Nachrichten und geklonten Stimmen weiter steigen. Sprachliche Fehler, die früher warnten, werden seltener.

Bis flächendeckende technische Lösungen wie verpflichtende Rufnummernverifizierungen greifen, bleibt die Wachsamkeit der Nutzer der wichtigste Schutz. Banken fordern niemals per SMS oder Telefon zur Preisgabe sensibler Daten auf. Bei Zweifeln gilt: Selbst die offiziellen Kanäle des Instituts kontaktieren.