Smishing-Welle zielt auf Bankdaten deutscher Verbraucher

Verbraucherschützer warnen vor einer neuen Welle gefälschter SMS von Banken und Behörden, die sensible Daten abgreifen. Die Täter nutzen Zeitdruck und gefälschte Autorität für ihre Betrugsmaschen.

Pünktlich zum Weltverbrauchertag schlagen Sicherheitsbehörden und Verbraucherzentralen Alarm. Eine neue, aggressive Welle von Phishing-Betrügereien per SMS – sogenanntes Smishing – greift Millionen Bürger an. Die Täter nutzen gefälschte Nachrichten von Banken und Behörden, um an sensible Zugangsdaten zu gelangen.

Zeitdruck und gefälschte Autorität als Waffe

Die aktuellen Kampagnen setzen auf psychologische Tricks. Sie erzeugen künstlichen Zeitdruck und imitieren offizielle Kommunikation. So warnte die Verbraucherzentrale kürzlich vor E-Mails im Namen der Commerzbank. Diese drohten mit einer Kontosperrung, sollte nicht bis zum Folgetag eine angebliche „photoTAN-Erneuerung“ durchgeführt werden.

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Ähnliche Maschen kursieren im Namen von easybank, PayPal und Volksbanken. Ein typisches Warnzeichen ist die unpersönliche Anrede wie „Sehr geehrter Kunde“. Die Links führen auf täuschend echte, aber gefälschte Login-Seiten.

Perfider Ablauf: Vom Klick zum Anruf

Ein Fall aus Mainz zeigt, wie raffiniert die Betrüger vorgehen. Ein 38-Jähriger erhielt eine SMS über ein angeblich ablaufendes Banking-Zertifikat. Nachdem er seine Daten auf einer gefälschten Sparkassen-Seite eingegeben hatte, rief umgehend ein falscher Bankmitarbeiter an.

Der Anrufer überzeugte das Opfer, mehrere Transaktionen freizugeben. Nur das schnelle Eingreifen der echten Bank verhinderte einen Schaden von rund 1.000 Euro. Die Polizei warnt eindringlich davor, Links aus unerwarteten Nachrichten zu öffnen.

Immer dreister: Täter geben sich als Behörden aus

Ein wachsender Trend ist die gezielte Nachahmung von Autoritäten. Kriminelle versenden massenhaft SMS, die angeblich von Zulassungsstellen, der Polizei oder dem Zoll stammen. Als Vorwand dienen angebliche Verkehrsverstöße oder offene Steuerzahlungen.

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Diese Taktik nutzt die natürliche Autoritätsgläubigkeit aus. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen registrierte allein 2025 über 382.000 Verdachtsfälle in ihrem Phishing-Radar. Die Betrüger setzen zunehmend auch auf gefälschte QR-Codes.

Wie können sich Verbraucher schützen?

Experten raten zu grundlegender Vorsicht. Klicken Sie niemals auf Links in verdächtigen Nachrichten. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Behörde stattdessen direkt über die offizielle Webseite oder eine bekannte Telefonnummer.

Das Bundeskriminalamt empfiehlt weitere Schutzmaßnahmen: Nutzen Sie starke, einzigartige Passwörter und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Bankgeschäfte. Seien Sie zurückhaltend mit persönlichen Daten in sozialen Netzwerken. Lassen Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter zudem Dienste für Premium-SMS sperren.