Snap Spectacles: Neue AR-Brille mit 5G und KI-App ab Herbst

Snap nimmt Bestellungen für mobilfunkfähige AR-Brillen an und ergänzt sie um KI-Funktionen, Partnerschaften sowie geplante Vorführungen im Herbst.

Snap hat den Vorbestellungsprozess für eine neue, mobilfunkfähige Generation seiner Augmented-Reality-Brille Spectacles eingeleitet. Die Hardware wird durch ein spezielles 5G-Ladegehäuse sowie eine neue KI-Anwendung ergänzt, die sowohl auf dem Wearable als auch auf mobilen Endgeräten wie dem iPhone und dem Mac zum Einsatz kommen soll.

Wie das Unternehmen am 16. September 2026 bekannt gab, markiert dieser Schritt eine deutliche Erweiterung der bisherigen Strategie im Bereich tragbarer AR-Technologie.

Hardware-Spezifikationen und Mobilfunk-Integration

Die neue Version der Spectacles wird für 2.195 US-Dollar angeboten, wobei eine rückzahlbare Anzahlung von 200 US-Dollar fällig wird. Für ein erweitertes Paket, das ein spezielles Cellular-Case enthält, liegt der Preis bei 2.395 US-Dollar.

Dieses Gehäuse ermöglicht laut Herstellerangaben nicht nur die Mobilfunk-Konnektivität, sondern bietet zudem Kapazität für vier zusätzliche Ladungen. Der reguläre Akku der Brille hält im Betrieb etwa 4 Stunden, was sich in Kombination mit dem Case auf bis zu 20 Stunden erhöhen lässt.

Die Brille wird in zwei Größen angeboten: Eine Variante mit 47 Millimetern wiegt 132 Gramm, während das 52-Millimeter-Modell auf 136 Gramm kommt. Technisch verfügt das Gerät über ein Sichtfeld von 51 Grad, Waveguide-Displays und zwei Snapdragon-Prozessoren. Eine mittig platzierte Datenschutz-LED signalisiert dem Umfeld, wenn die Kameras aktiv sind.

Anzeige

Wer die neuen KI-Anwendungen der Spectacles auf seinem Apple-Rechner nutzen möchte, sollte sein System optimal vorbereitet haben. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Einstellungen, um von Anfang an das volle Potenzial Ihres Computers auszuschöpfen. Kostenloses Mac-Starterpaket jetzt herunterladen

Der Versand in den USA, Großbritannien und Frankreich ist für den späteren Verlauf des Herbstes 2026 geplant. Ab dem 1. Oktober 2026 sollen zudem Vorführgeräte an einem Standort in Los Angeles für Interessenten bereitstehen.

Für den Mobilfunkbetrieb ist das Unternehmen in den USA eine exklusive Partnerschaft mit Verizon eingegangen. Kunden können dort Datentarife ab 10 US-Dollar pro Monat buchen, während für Nutzer ohne bestehenden Verizon-Vertrag Gebühren ab 20 US-Dollar pro Monat anfallen.

Zudem wird eine Finanzierung über 36 Monate angeboten. In Europa haben sich bereits die Mobilfunkanbieter Orange in Frankreich und EE in Großbritannien als Partner für entsprechende Datentarife positioniert.

Software-Funktionen und Datenschutz der Intelligence-App

Parallel zur Hardware führt Snap die Anwendung „Specs Intelligence“ ein. Dabei handelt es sich um einen KI-Dienst, der als Vorschauversion in der iOS-App für Nutzer ab 18 Jahren zur Verfügung steht. Ein Early Access für die Mac-Anwendung wird derzeit nur auf Einladung gewährt.

Die Software soll als antizipative Künstliche Intelligenz fungieren und bietet Funktionen wie „Corners“ und „Goals“ an. Erste Berichte von Testern beschreiben die Leistung der KI jedoch noch als langsam und teilweise inkonsistent.

Hinsichtlich des Datenschutzes betonte das Unternehmen, dass Snap-Mitarbeiter keinen Einblick in die mit dem Dienst verbundenen Inhalte hätten. Zudem würden die Nutzerdaten weder für das Training der KI-Modelle noch für die Ausspielung personalisierter Werbung verwendet.

Anzeige

Für ein flüssiges Arbeiten mit neuen Anwendungen wie der „Specs Intelligence“ am Mac ist eine effiziente Bedienung entscheidend. Ein erfahrener Apple-Experte hat die 19 nützlichsten Tastenkombinationen zusammengestellt, mit denen Sie im Alltag spürbar Zeit sparen. Gratis PDF-Report mit den 19 besten Mac-Shortcuts sichern

Für die Nutzung der Software ist die Verknüpfung mit einem Google-Konto erforderlich. Zu den weiteren Software-Features gehört eine Live-Übersetzungsfunktion, die bis zu 60 Sprachen unterstützen soll.

Strategische Partnerschaften und Marktausblick

Um die Relevanz der AR-Brille über den Endkundenmarkt hinaus zu steigern, hat Snap das Programm „Specs for Enterprise“ ins Leben gerufen. Hierbei kooperiert das Unternehmen mit namhaften Partnern wie Amazon (AWS), Salesforce, Nvidia sowie Trifork und Hololight.

Im Bereich Medien und E-Commerce wurden Partnerschaften mit HBO Max, Spotify, der NBA, der WNBA und Shopify geschlossen. Letztere soll dreidimensionales Einkaufen über die Brille ermöglichen.

Laut CEO Evan Spiegel stecken in der Entwicklung der Spectacles mittlerweile 11 Jahre Arbeit und Investitionen von mehr als 3 Milliarden US-Dollar. Der Marktstart erfolgt in einem Wettbewerbsumfeld, das zunehmend unter Druck gerät: Marktprognosen des Analysehauses IDC gehen davon aus, dass Display-Brillen bis zum Jahr 2030 ein Volumen von 12,2 Millionen Einheiten erreichen werden. Dabei steht Snap in direkter Konkurrenz zu geplanten oder bereits existierenden Produkten von Technologiekonzernen wie Meta, Apple, Google und OpenAI.