Qualcomm hat auf dem Snapdragon Summit in Maui zwei neue Spitzenprozessoren vorgestellt: den Snapdragon 8 Elite Gen 6 sowie erstmals eine Extreme-Variante namens Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6. Beide Chips lässt Qualcomm bei TSMC im 2-Nanometer-Verfahren fertigen – es sind die ersten 2nm-Chips des Unternehmens, wie mehrere Fachmedien am 22. September 2026 berichteten.
Zwei Chips, gemeinsamer Kern
Modem, Display-, Security- und GPS-Block sowie der Speicher sind bei beiden Varianten identisch. Auch die Oryon-CPU teilen sich die Chips: zwei Prime Cores mit bis zu 5,0 GHz – laut Berichten die erste 5-GHz-CPU in einem Smartphone-Chip – sowie sechs Performance Cores mit bis zu 4,0 GHz, ergänzt um 16 MB Oryon Flex Cache.
Der Unterschied liegt bei GPU, NPU und einzelnen Zusatzfunktionen: Der Extreme Gen 6 legt gegenüber dem Vorgänger bei der CPU um 13 Prozent, bei der GPU um 44 Prozent und bei der NPU um 35 Prozent zu und soll 30 bis 40 Prozent effizienter arbeiten. Die reguläre Version kommt auf ein CPU-Plus von 10 Prozent und ein GPU-Plus von 35 Prozent.
Grafik und KI als Schwerpunkte
Qualcomm bezeichnet die neue Adreno-GPU als größten Generationssprung überhaupt. Sie besteht aus drei Slices mit je 1,45 GHz Takt (gegenüber 1,2 GHz bei der Vorgängergeneration) und arbeitet 40 Prozent effizienter. Der Extreme Gen 6 erhält zusätzlich Adreno Matrix Cores sowie Adreno Neural Fusion für KI-gestützte Superresolution und Frame-Generation, dazu 18 MB High-Performance-Memory.
Die Hexagon-NPU verfügt über einen sogenannten Element Accelerator. Beim Extreme Gen 6 steht 50 Prozent mehr Large Shared Memory als bei der Vorgängergeneration zur Verfügung, das Kontextfenster reicht bis zu 32.000 Token. Damit will Qualcomm agentic AI mit tieferem Kontextverständnis ermöglichen: Modelle mit über 30 Milliarden Parametern sollen direkt auf dem Gerät laufen, wobei durch ein Mixture-of-Experts-Verfahren jeweils nur ein Teil der Parameter pro Aufgabe aktiv ist. Hinzu kommt automatisiertes, promptgesteuertes Fotoediting.
Die neuen Sensing Hubs arbeiten mit kleineren Modellen bis 200 Millionen Parameter, bieten lokale Transkriptionsfunktionen, Sprecher-Trennung und Gedächtnisaufbau bei einer um 85 Prozent gesteigerten Leistung und 20 Prozent höherer Effizienz.
Zwei neue Flaggschiff-Chips, aber nur ein Smartphone-Budget: Der Extreme Gen 6 legt bei CPU, GPU und NPU deutlich stärker zu als die reguläre Version – und landet laut Qualcomm in teuren Ultra-Modellen. Wer vor dem Neukauf steht, sollte wissen, welche Variante im eigenen Alltag wirklich den Unterschied macht. Kostenlosen Kaufberater jetzt anfordern
Kamera und Konnektivität
Der Spectra-Bildprozessor erreicht laut Qualcomm den vierfachen Video-Durchsatz und verarbeitet 256-mal mehr KI-Daten pro Pixel. Der Extreme Gen 6 unterstützt erstmals 8K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde sowie 4K-Zeitlupen mit 240 Bildern pro Sekunde, dazu KI-gestützte Rauschunterdrückung und Echtzeit-Tonanpassungen für Haut und Himmel bei 4K60. Unterstützt werden zudem der APV-Codec sowie VVC, das laut Qualcomm bis zu 55 Prozent Stromersparnis bringen soll, außerdem Dreifachkameras bis 64 Megapixel ohne Verschlussverzögerung sowie Aufnahmen mit einer einzelnen 108-Megapixel-Kamera und bis zu 320 Megapixel Gesamtauflösung.
Beide Chips setzen auf das X105-5G-Modem mit Release-19-Fähigkeit, 5G-Satellitenanbindung und bis zu 14,8 Gbit/s Downlink sowie den FastConnect 8800 mit Wi-Fi 8 und 6G-Architektur.
Strategie und geplante Geräte
Qualcomm-Manager Chris Patrick begründete die Aufteilung in zwei Flaggschiff-Chips mit mehr Auswahlmöglichkeiten für Gerätehersteller. Lekha Motiwala von Qualcomm ergänzte, Hersteller sollten zwischen einem Spitzenprodukt und einer Version für ein breiteres Publikum wählen können.
Als Abnehmer nennt Qualcomm unter anderem Honor, iQOO, Motorola, OnePlus, Oppo, Redmi, RedMagic, Vivo, Xiaomi, Nubia und ZTE. Branchenberichten zufolge dürften Samsung, Xiaomi und OnePlus zu den ersten Nutzern zählen, neue Smartphones werden Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.
Die Chippreise sind seit September laut Berichten zweistellig gestiegen – wer jetzt ein Flaggschiff kauft, will nicht in wenigen Monaten auf veralteter Hardware sitzen. Der kostenlose Kaufberater ordnet ein, was die 2nm-Generation leistet und worauf Sie beim Gerätekauf achten sollten. Jetzt Kaufberater sichern
Erstes Gerät mit dem Extreme Gen 6 ist das Motorola Signature 27. Auch das Xiaomi 18 Pro Max setzt auf die Extreme-Variante, während das Xiaomi 18 Pro den regulären Gen 6 erhält; die Xiaomi-18-Familie startet am 23. September in China. Die reguläre Version ist laut Qualcomm für günstigere Flaggschiffe gedacht, der Extreme Gen 6 für teure Ultra-Modelle.
Berichten zufolge sind die Chippreise seit September wegen gestiegener Speicherkosten zweistellig angezogen. Qualcomm arbeitet nach eigenen Angaben an über 40 KI-fähigen Geräten; die neuen Chips reihen sich in eine 2-Nanometer-Generation ein, zu der auch Apples A20 Pro und MediaTeks Dimensity 9600 Pro zählen.
Mehr zum Thema bei The Verge: „Qualcomm’s Snapdragon 8 Elite Gen 6 comes in an Extreme version too“

