Der neue Prozessor soll generative KI direkt auf Wearables ermöglichen und die größten Hürden der Branche überwinden: Hitze und kurze Akkulaufzeit.
Am Dienstag präsentierte Qualcomm auf der AWE-Konferenz seinen neuen Top-Chip für Extended-Reality-Geräte (XR). Der Snapdragon Reality Elite ist speziell darauf ausgelegt, künstliche Intelligenz tiefer in die Hardware von Datenbrillen zu integrieren – und das ohne die typischen Kompromisse bei Gewicht und Temperatur.
48 Billionen Operationen pro Sekunde
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Der technische Sprung ist enorm: Die neuronale Verarbeitungseinheit (NPU) des neuen Chips arbeitet 160 Prozent schneller als beim Vorgänger. Mit 48 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) kann das System komplexe KI-Modelle direkt auf dem Gerät ausführen – ohne Umweg über die Cloud.
Konkret bedeutet das: Sprachmodelle mit drei Milliarden Parametern laufen mit 45 Tokens pro Sekunde. Auch die Grafikleistung legt um 60 Prozent zu, die CPU um 30 Prozent. Möglich werden damit Displays mit bis zu 4,4K Auflösung pro Auge bei 90 Bildern pro Sekunde.
Kühlere Chips, längere Sessions
Bisher scheiterten viele smarte Brillen an zwei Problemen: Sie wurden zu heiß und der Akku war zu schnell leer. Qualcomm verspricht hier Besserung. Der Reality Elite laufe zwölf Grad Celsius kühler als der Vorgänger XR2+ Gen 2. Die Energieeffizienz verbessere sich um 20 Prozent – ein entscheidender Faktor für leichte Headsets.
Um die Entwicklung KI-gestützter Brillen zu beschleunigen, bringt Qualcomm zudem das Snapdragon START-Toolkit auf den Markt. Es bietet Herstellern ein Baukastensystem für sogenannte White-Label-Brillen. Erster Partner ist der Brillenhersteller Inspecs.
XREAL Aura startet im Herbst
Mehrere Hersteller haben bereits angekündigt, den neuen Chip zu verbauen. Den Anfang macht XREAL mit der Aura (ehemals Project Aura). Die Brille kommt im Herbst 2026 auf den Markt, bietet ein 70-Grad-Sichtfeld und wiegt weniger als 95 Gramm.
Die Recheneinheit ist als externer „Computing Puck“ ausgelegt. Das System läuft auf der Android-XR-Plattform. Der Preis soll unter 1.500 Euro liegen. Vorbestellungen sind ab sofort für 99 Euro möglich – wer bis zum 30. Juni bestellt, erhält einen Rabattgutschein. Verfügbar ist die Aura zunächst in den USA, Großbritannien, Japan, Kanada und Südkorea.
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Weitere Geräte mit dem Reality Elite sind bereits in der Pipeline:
- Snap Specs (6. Generation): Kommt ebenfalls im Herbst 2026 für rund 2.200 Euro mit einer Dual-Chip-Konfiguration.
- Play for Dream: Ein weiteres XR-Device, das auf die Rechenleistung des neuen Chips setzt.
Branchenbeobachter sehen in der Kombination aus hoher Rechenleistung und besserer Wärmeableitung einen Paradigmenwechsel hin zu räumlichen Computern, die komplexe Bildmodelle und KI-Assistenten lokal verarbeiten. Das senkt nicht nur die Latenz, sondern verbessert auch den Datenschutz – für professionelle Anwender ebenso wie für Verbraucher.

