Der Softwarehersteller Stardock hat mit Snipboard eine neue Utility für Windows 11 angekündigt und deren Beta-Version veröffentlicht. Das Tool handelt es sich um einen nativen, auf WinUI basierenden Clipboard-Manager, der die bisherige Zwischenablage-Funktion des Betriebssystems ersetzen und deutlich erweitern soll.
Dock-Interface statt einfacher Liste
Im Zentrum von Snipboard steht ein Dock-Interface, das sich an jeder Seite des Bildschirms positionieren lässt. Kopierte Inhalte wie Text, Links, Bilder, Dateien und ganze Ordner werden dabei als visuelle Karten dargestellt statt als schlichte Textliste. Nutzer können ihre gespeicherten Elemente durchsuchen, einzelne Einträge anpinnen und zwischen mehreren PCs im lokalen Netzwerk synchronisieren.
Brad Sams, General Manager von Stardock Software, begründete die Entwicklung damit, dass sich die Erfahrung beim Kopieren und Einfügen kaum über die Grundfunktionen hinaus weiterentwickelt habe.
Bei der Personalisierung bietet Snipboard Light- und Dark-Themes, anpassbare Farben, variable Kartengrößen, Transparenzeffekte, Animationen sowie eigene Tastenkombinationen. Für den Datenschutz lassen sich einzelne Apps von der Erfassung ausschließen, Aufbewahrungsfristen für gespeicherte Inhalte festlegen und die Synchronisation bei Bedarf pausieren.
Erste Tests zeigen Bedienung und Grenzen
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In einem ersten Test übernahm Snipboard standardmäßig die Tastenkombination Windows+V, die sich jedoch neu belegen lässt. Das Tool öffnet sich sofort an jeder Bildschirmkante oder als kompakt schwebendes Fenster. Die Navigation erfolgt über Pfeiltasten, während sich einzelne Einträge per Ctrl+1 bis Ctrl+9 direkt auswählen lassen. Als Formatoptionen stehen unter anderem Klartext und Großschreibung zur Verfügung.
Gespeicherte Elemente bleiben laut diesem Test bis zum Erreichen eines Speicher- oder Zeitlimits erhalten, auch über einen Neustart hinweg – standardmäßig sind ein Gigabyte oder eine unbegrenzte Speicherung möglich. Angepinnte Einträge werden dabei stets oben angezeigt. Neben Text und Bildern lassen sich auch Dateien und Ordner direkt aus dem Windows Explorer übernehmen.
Die Synchronisation läuft über das Heimnetzwerk mittels eines Link-Codes und unterstützt in Verbindung mit Object Desktop bis zu fünf Geräte gleichzeitig; einen Cloud-Sync bietet die Software nicht. Wer offline kopiert, muss zudem beachten, dass diese Inhalte nicht nachträglich synchronisiert werden, da kein Zwischenpuffer existiert.
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Vergleich mit Konkurrenzlösungen
Im getesteten Zustand fehlte Snipboard noch die Möglichkeit, Inhalte per Drag-and-Drop zu verschieben. Im Vergleich mit Microsofts Edge Drop gilt Snipboard dennoch als robustere Lösung, während Edge Drop den Vorteil der Drag-and-Drop-Funktion bietet.
Verfügbarkeit und Preis
Snipboard ist Bestandteil von Stardocks Software-Paket Object Desktop, das für 49,99 US-Dollar pro Jahr angeboten wird. Während der laufenden Beta-Phase steht das Tool zusätzlich kostenlos zur Verfügung. Nach Abschluss der Betatestphase soll Snipboard auch separat käuflich erwerbbar sein.
Mehr zum Thema bei Windows Central: „I just spent a day with Stardock’s Snipboard, a promising replacement for the Windows 11 clipboard“

