SoftBank investiert 75 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren in Frankreich

SoftBank baut mit 75 Milliarden Euro die größte KI-Recheninfrastruktur Europas in Frankreich auf. Atomstrom und Partnerschaften mit EDF und Schneider Electric sind zentral.

Der japanische Technologiekonzern SoftBank hat beim „Choose France Summit“ ein historisches Investitionspaket für künstliche Intelligenz angekündigt. Bis zu 75 Milliarden Euro fließen in den Aufbau von 5 Gigawatt (GW) KI-Rechenzentrums-Kapazität in Frankreich – die größte Einzelinvestition eines ausländischen Unternehmens in der Geschichte des Landes.

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Warum Frankreich? Der Atomstrom-Vorteil

SoftBank-CEO Masayoshi Son begründete die Entscheidung mit einem Treffen bei Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron im vergangenen April in Tokio. Ausschlaggebend: Frankreichs Rolle als größter Stromexporteur Europas – und das zu einem großen Teil aus Kernkraft. Für die enorm energiehungrigen KI-Rechenzentren ist das ein entscheidender Standortvorteil.

Das Projekt gilt als der bedeutendste KI-Infrastruktur-Ausbau in Europa. Frankreich soll sich damit als zentraler Knotenpunkt für KI-Rechenleistung außerhalb der USA etablieren. Zum Vergleich: Ende 2025 lag die bestehende KI-fähige Rechenzentrums-Kapazität des Landes bei rund 1,5 GW. Mit SoftBanks Engagement würde sich diese Zahl mehr als verdreifachen.

Bau in drei Phasen – Fokus auf Nordfrankreich

Die Investition ist in Etappen geplant. In der ersten Phase steckt SoftBank 45 Milliarden Euro in den Aufbau von 3,1 GW bis zum Jahr 2031. Die Standorte liegen in der Region Hauts-de-France:

  • Dünkirchen (Loon-Plage)
  • Bosquel
  • Bouchain

Der Baubeginn für die ersten Anlagen ist für 2028 vorgesehen.

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Partnerschaften mit Industriegiganten

SoftBank hat mehrere strategische Kooperationen geschlossen. Schneider Electric wird in Dünkirchen einen Fertigungscluster für die benötigte Infrastruktur aufbauen. Der französische Energieversorger EDF stellt das Gelände eines ehemaligen Kraftwerks in Bouchain für eines der neuen Rechenzentren bereit.

Gemeinschaftsunternehmen und regionale Förderung

Ein zentraler Bestandteil des Gesamtpakets: SoftBank gründet mit dem Unternehmen Sesterce ein Joint Venture für einen 1-GW-KI-Campus in Bosquel. SoftBank hält die Mehrheit. Das Projekt soll in der Region 400 dauerhafte Arbeitsplätze schaffen.

Zusätzlich richtet SoftBank einen 10 Millionen Euro schweren Stiftungsfonds ein. Dieser soll die lokale Nutzung von KI fördern und die Aus- und Weiterbildung im Bereich künstliche Intelligenz unterstützen. Die Botschaft: Die Infrastruktur-Expansion soll direkt der Region zugutekommen.

Teil einer globalen Strategie

Die Frankreich-Offensive ist nur ein Puzzlestück in SoftBanks weltweitem Wettrüsten um KI-Rechenleistung. Parallel laufen Mega-Projekte wie die 500-Milliarden-Dollar-Initiative „Stargate“ und ein weiteres 500-Milliarden-Dollar-Vorhaben in Ohio.

SoftBank setzt massiv auf KI: Der Aktienkurs des Konzerns stieg in den ersten fünf Monaten 2026 um rund 70 Prozent. Zudem hält das Unternehmen einen 11-Prozent-Anteil an OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT. Mit der Expansion nach Europa diversifiziert SoftBank seine Standorte und reduziert die Abhängigkeit vom US-Market – bei gleichzeitiger Nutzung des stabilen französischen Stromnetzes.