SolarWinds Serv-U: 12.000 Server durch DoS-Lücke gefährdet

Sicherheitsbehörden melden aktive Ausnutzung kritischer Lücken in SolarWinds Serv-U und Palo Alto GlobalProtect. Patches verfügbar, Unternehmen müssen handeln.

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA und der IT-Sicherheitsdienstleister Palo Alto Networks haben dringende Warnungen vor der aktiven Ausnutzung kritischer Schwachstellen in weit verbreiteten Unternehmenslösungen herausgegeben. Im Fokus der Angreifer stehen demnach die Dateiübertragungssoftware SolarWinds Serv-U sowie das PAN-OS GlobalProtect VPN von Palo Alto Networks. Experten mahnen zur sofortigen Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen, da bereits erfolgreiche Kompromittierungen von Netzwerken verzeichnet wurden.

SolarWinds Serv-U: Über 12.000 Server potenziell gefährdet

Unter der Kennung CVE-2026-28318 warnt die CISA vor einem schwerwiegenden Denial-of-Service-Fehler (DoS) in SolarWinds Serv-U. Die Schwachstelle, die mit einem CVSS-Score von 7.5 bewertet wird, ermöglicht es nicht authentifizierten Angreifern, Server gezielt zum Absturz zu bringen. Aktuellen Analysen zufolge sind weltweit mehr als 12.000 Instanzen dieser Software direkt über das Internet erreichbar und somit potenziell exponiert.

Ein besonderes Augenmerk der Sicherheitsbehörden liegt auf der historischen Nutzung dieser Schwachstelle. Den Berichten zufolge wurde CVE-2026-28318 in der Vergangenheit bereits von der Cl0p-Ransomware-Gruppe ausgenutzt, um Angriffe auf Unternehmen zu koordinieren. SolarWinds hat bereits reagiert und stellt mit der Version 15.5.4 HF1 einen entsprechenden Patch bereit. Für zivile US-Bundesbehörden (FCEB) war die Behebung dieser Sicherheitslücke aufgrund ihrer Kritikalität bereits bis zum 19.06.2026 verpflichtend vorgeschrieben.

Authentication-Bypass bei Palo Alto Networks GlobalProtect

Parallel dazu steht eine Schwachstelle in der VPN-Lösung GlobalProtect von Palo Alto Networks unter massivem Beschuss. Die als CVE-2026-0257 geführte Lücke erlaubt eine Umgehung der Authentifizierung (Authentication-Bypass) und weist einen CVSS-Score von 7.8 auf. Betroffen sind Firewalls, die als GlobalProtect-Portal oder Gateway konfiguriert sind und spezifische Zertifikatskonfigurationen verwenden.

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Erste Beobachtungen aktiver Angriffe auf diese Schnittstelle datieren bereits auf den 17.05.2026 zurück. Die CISA hat die Schwachstelle aufgrund der nachgewiesenen Ausnutzung in den Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (Known Exploited Vulnerabilities Catalog, KEV) aufgenommen. US-Behörden waren angewiesen, die Lücke bis zum 01.06.2026 zu schließen.

Das Sicherheitsunternehmen Rapid7 bestätigte die Brisanz der Lage und berichtete von zwei aufeinanderfolgenden Angriffswellen. Während die erste Welle als Sondierung gewertet wurde, gelang es Angreifern in der zweiten Phase, erfolgreich Zugang zu internen Netzwerken zu erlangen. Palo Alto Networks hat mittlerweile Indikatoren für eine Kompromittierung (Indicators of Compromise, IoCs) zur Verfügung gestellt, um betroffenen Unternehmen bei der Identifizierung von Einbrüchen zu helfen. Der hinter den Angriffen stehende Bedrohungsakteur konnte bislang jedoch nicht identifiziert werden.

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Empfohlene Schutzmaßnahmen für Administratoren

Solange keine dauerhaften Sicherheitsupdates implementiert werden können, empfiehlt Palo Alto Networks dringende Übergangsmaßnahmen. Administratoren sollten die Funktion zur Authentifizierungs-Überschreibung (Authentication-Override) deaktivieren oder ein vollständig neues Zertifikat generieren, um bestehende Angriffsvektoren zu neutralisieren.

Sicherheitsexperten betonen, dass insbesondere die Kombination aus exponierten Dateiübertragungssystemen und VPN-Zugängen ein bevorzugtes Ziel für professionelle Akteure darstellt, um initiale Zugänge in Firmennetzwerke zu erzwingen. Unternehmen werden aufgefordert, ihre Systeme umgehend auf die genannten Versionen zu prüfen und verfügbare Sicherheits-Patches ohne Verzug einzuspielen.