Sommerreisen: Kriminelle klauen per Funk in italienischen Städten

Vor der Reisewelle warnen Experten vor digitalen Risiken durch Smartphone-Verlust und NFC-Betrug. Ein Notfallplan soll Urlauber schützen.

IT-Sicherheitsexperten und Behörden schlagen Alarm: Vor der Sommerreisewelle warnen sie vor massiven Risiken, die den gesamten Urlaub lahmlegen können.

Warum ein digitaler Notfallplan überlebenswichtig ist

Der IT-Sicherheitsdienstleister ESET wies am Dienstag darauf hin, dass die Abhängigkeit vom Smartphone im Urlaub enorme Risiken birgt. Flugtickets, Hotelbuchungen, Navigation, Bezahldienste – alles läuft über ein einziges Gerät. Ein Verlust oder Diebstahl kann den gesamten Reiseverlauf zum Stillstand bringen.

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Sicherheitsberater empfehlen daher einen digitalen Notfallplan. Dazu gehört: Bordkarten offline speichern oder ausdrucken, Unterkunftsadressen notieren und eine Powerbank mitnehmen. Die Geräteortung sollte aktiviert sein, ein vollständiges Backup vor Reiseantritt erstellt werden.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) konkretisierte diese Empfehlungen am Montag. Reisende sollten Reiseunterlagen nur über vertrauenswürdige Wege abrufen. Cyberangriffe auf Buchungsplattformen und Hotels sind keine Seltenheit. Zur Absicherung rät das Amt zu starken Passphrasen, biometrischen Sperren sowie Zwei-Faktor-Authentisierung oder Passkeys.

Neue Betrugsmasche: Kriminelle klauen per Funk

Besonders perfide: In italienischen Großstädten, vor allem in Neapel, nutzen Kriminelle die NFC-Technologie. Mit mobilen Kartenlesegeräten lösen sie in Menschenmengen kontaktlose Zahlungen von Bankkarten aus, die sich noch in Taschen oder Jacken der Opfer befinden. Die Betroffenen bemerken die Abbuchungen oft erst zeitverzögert über Push-Benachrichtigungen oder Kontoauszüge.

Auch auf Mallorca eskaliert die Lage. Neben klassischen Taschendiebstählen und Trickbetrügereien kam es am 19. Juni in Palmanova zu einem gewaltsamen Raubüberfall auf ein deutsches Paar. Die Täter erbeuteten Wertgegenstände, darunter Luxusuhren im Wert von über 200.000 Euro. Die Polizei konnte inzwischen zwei Verdächtige festnehmen.

Vorsicht bei Einreise: Diese Länder haben strenge Regeln

Das BSI weist auf verschärfte rechtliche Rahmenbedingungen hin. In Hongkong ist die Verweigerung der Herausgabe von Passwörtern seit März 2026 strafbar und kann mit Haftstrafen enden. Ähnliche Regelungen gelten im Vereinigten Königreich: Wer bei Verdachtsmomenten die Entschlüsselung seines Geräts verweigert, macht sich strafbar.

Bei Reisen in die USA empfiehlt das Amt, die Inhalte von Social-Media-Konten vorab zu prüfen. Angaben dazu sind im ESTA-Verfahren teilweise freiwillig. Dennoch überwachen die US-Behörden öffentliche Daten zur Sicherheitsüberprüfung.

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Polizei bietet Beratung – und klärt über kreative Verstecke auf

Die Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis informiert am Mittwoch sowohl vor Ort als auch in einer Online-Veranstaltung über Kriminalprävention und die Sicherung von Reisegepäck. Am 3. Juli plant die Polizei Heinsberg eine Aktion unter dem Titel „Sicher in den Urlaub“. Sie befasst sich unter anderem mit Einbruchsschutz für Wohnmobile und der Prävention von Zahlungskriminalität.

Experten raten Urlaubern grundsätzlich: Wertsachen am Strand nur minimal mitführen oder auf kreative Verstecke zurückgreifen. Im Falle eines Diebstahls sollte umgehend der zentrale Sperr-Notruf 116 116 kontaktiert werden. Damit lassen sich Bankkarten und Mobilfunkzugänge unschädlich machen – bevor die Täter den Urlaub endgültig ruinieren.