Sonatus bringt mit seinem neuen AI Director die KI-Orchestrierung direkt ins Auto. Die Plattform, auf der CES 2026 vorgestellt, soll Fahrzeuge zu lernfähigen Computern auf Rädern machen und Herstellern völlig neue Geschäftsmodelle eröffnen.
Vom Software- zum KI-definierten Fahrzeug
Die Automobilbranche steht an einem Wendepunkt. Während sich die Aufmerksamkeit lange auf das softwaredefinierte Auto konzentrierte, geht es jetzt um die praktische Umsetzung von KI. Der Sonatus AI Director setzt genau hier an. Er agiert als zentrale Schaltstelle, die KI-Modelle direkt in den Steuergeräten (ECUs) des Fahrzeugs verwaltet und ausführt.
Diese „Orchestrierungsschicht“ ist entscheidend, um aus einem Auto einen rollenden Rechenzentrum zu machen. Die Plattform unterstützt gängige Hardware wie die NXP S32-Serie und ermöglicht es Herstellern, KI-Funktionen über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs hinweg nachzurüsten, zu aktualisieren und zu monetarisieren. Ein Paradigmenwechsel für die Branche.
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Predictive Maintenance und neue Einnahmequellen
Eine der Schlüsselfunktionen ist die prädiktive Wartung. In einer Demonstration mit Michelin zeigte Sonatus, wie KI-Modelle den Reifenzustand in Echtzeit analysieren. Statt nur auf Druck oder Laufleistung zu achten, werten die Algorithmen SmartLoad und SmartWear das tatsächliche Fahrverhalten aus.
Diese „virtuelle Reifen“-Lösung verspricht mehr Sicherheit, längere Lebensdauer und niedrigere Betriebskosten – für Privatfahrer wie Flottenbetreiber. Für Hersteller sinken zudem die Materialkosten, da weniger physische Sensoren verbaut werden müssen.
Ein weiteres Anwendungsfeld sind neue Versicherungsmodelle. In einer Kooperation mit MOTER demonstrierte Sonatus, wie Fahrverhalten analysiert werden kann, um kontextbezogene Tarife zu ermöglichen. Für die Automobilhersteller eröffnet dies lukrative, datenbasierte Geschäftsfelder jenseits des reinen Fahrzeugverkaufs.
Eine Plattform für ein ganzes KI-Ökosystem
Der AI Director versteht sich nicht als Einzellösung, sondern als Hub für ein breites Partnernetzwerk. Auf der CES integrierte Sonatus Modelle von Spezialisten wie COMPREDICT für virtuelle Antriebsstrang-Sensoren, Qnovo für Batteriemanagement und VicOne für Cybersicherheit.
Dieser modulare Ansatz gibt Herstellern die Freiheit, für jedes Subsystem die beste KI-Lösung zu wählen, ohne sich an einen einzigen Anbieter zu binden. Zudem präsentierte Sonatus eigene Tools wie den AI Technician, der komplexe Diagnosen und Fehleranalysen für gewerbliche Flotten ermöglicht und Stillstandszeiten reduzieren soll.
Eine gemeinsame Demo mit Bosch unterstrich zudem, wie die Plattform „Features-on-Demand“ (FoD) unterstützt. Künftig könnten Fahrer neue Funktionen wie verbesserte Assistenzsysteme einfach per Luftschnittstelle (Over-the-Air) freischalten und bezahlen.
Schnellere Entwicklung und zentralisierte Architektur
Die Einführung des AI Directors spiegelt den Branchentrend zu zentralisierten Rechnerarchitekturen wider. Angesichts der wachsenden Komplexität moderner Fahrzeuge ist die Verwaltung von Software über hunderte Steuergeräte eine immense Herausforderung.
Sonatus bietet eine Ende-zu-Ende-Lösung, die den gesamten Lebenszyklus abdeckt: von der Datenerfassung und Modellentwicklung bis zum Deployment und Updates. Ein Partner, das Nissan Technical Centre Europe, nutzt die Sonatus-Tools bereits, um Entwicklungszyklen zu beschleunigen und Fehler schneller zu finden.
Der globale Wettlauf um die KI-Herrschaft im Auto
Die Ankündigung von Sonatus ist Teil des größeren Trends zu „Physical AI“ – Systemen, die in Echtzeit auf ihre Umgebung reagieren. Die CES 2026 wurde von solchen produktionsreifen KI- und autonomen Systemen dominiert, von NVIDIAs „Alpamayo 1“-Modell bis zum Qualcomm Snapdragon Digital Chassis im Toyota RAV4 2026.
In diesem Wettbewerb werden Orchestrierungsplattformen wie der AI Director zur Schlüsseltechnologie. Sie sind die Grundlage, auf der Hersteller die Intelligenz der nächsten Fahrzeuggeneration integrieren und verwalten können. Es geht nicht mehr nur um zusätzliche Features, sondern um eine skalierbare Architektur, die sich über Jahre weiterentwickeln lässt.
Die Fähigkeit, diverse KI-Modelle direkt im Fahrzeug zu managen, wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Sie ermöglicht personalisierte Fahrerlebnisse, erhöht die Sicherheit durch vorausschauende Systeme und schafft lukrative After-Sales-Märkte. Wer dieses komplexe Ökosystem sicher und effizient beherrscht, wird das Rennen um das KI-definierte Auto für sich entscheiden.
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