Das KI-Unternehmen Anthropic hat Sonnet 5.5 auf den Markt gebracht. Wie Reuters am 28. September 2026 berichtete, handelt es sich dabei um das zweite Modell der hauseigenen Claude-5.5-Familie. Das System wird im Vorfeld eines geplanten Börsengangs als schnellere sowie kostengünstigere Lösung für professionelle Arbeitsumgebungen positioniert und ersetzt den Vorgänger Sonnet 5.
Höheres Tempo bei unveränderten Token-Preisen
Laut Unternehmensangaben arbeitet Sonnet 5.5 mehr als 30 Prozent schneller als die Vorgängerversion und benötigt pro Aufgabe weniger Tokens. Bei den meisten Arbeitsschritten falle das Modell dadurch bis zu 30 Prozent günstiger aus.
Die Grundpreise bleiben gegenüber Sonnet 5 unverändert: Anthropic berechnet 2 US-Dollar je 1 Million Input-Tokens sowie 10 US-Dollar je 1 Million Output-Tokens. Für Cache-Lesevorgänge fallen 0,20 US-Dollar je 1 Million Einheiten an. Damit kostet das Modell nur halb so viel wie das Spitzenmodell Opus 5.5.
Die Veröffentlichung markiert den zweiten Modellstart des Unternehmens seit dem öffentlichen Aufruf von CEO Dario Amodei, die Entwicklung der leistungsfähigsten KI-Systeme zu verlangsamen.
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Dementsprechend zielt Sonnet 5.5 vor allem auf Coding, klar umrissene Routineaufgaben sowie die Erstellung von Dokumenten, Präsentationen und Tabellen ab, ohne die absolute Leistungsgrenze künstlicher Intelligenz weiter voranzutreiben. In internen Benchmarks übertrifft das System nach Angaben des Entwicklers beim agentischen Programmieren sogar das Modell Opus 5.5.
Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen im Cyberbereich
Mit den gestiegenen Fähigkeiten gehen neue Sicherheitsvorkehrungen einher. Während die Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren im Vergleich zu Sonnet 5 unverändert bleiben, stuft Anthropic die Cyberfähigkeiten des neuen Modells als deutlich verbessert ein.
Da diese auf einem Niveau mit Opus 5 lägen, gelten für Sonnet 5.5 nun ähnliche Cyber-Schutzmechanismen und Rückfallvorkehrungen wie für Fable und Opus, die leistungsfähigsten Systeme des Unternehmens.
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Bereits vor dem offiziellen Start hatten Berichte über angebliche Testläufe die Runde gemacht. Ein Bericht sprach von Grautests in Claude Code und verwies auf nicht unabhängig bestätigte Vergleiche mit Modellen wie GPT-6 Sol und GPT-6 Astra sowie auf ein unbestätigtes Kontextfenster von 872.000 Tokens bei einer maximalen Ausgabe von 128.000 Tokens. Für diese Angaben gab es vorab jedoch keine offizielle Bestätigung.
Sofortiger Rollout über Cloud-Plattformen
Sonnet 5.5 steht ab dem 28. September über die großen Cloud-Infrastrukturen von Amazon Web Services (AWS), Google Cloud und Microsoft Azure zur Verfügung. Zudem kündigte das Unternehmen an, das Portfolio in den kommenden Wochen mit dem günstigeren Modell Haiku 5.5 weiter auszubauen.

