Neuer Schutz gegen Datenverlust in der Cloud: Sophos und Rubrik bringen gemeinsamen Recovery-Dienst für Microsoft 365 auf den Markt.
Der am heutigen Montag vorgestellte Dienst „Sophos Backup and Recovery“ richtet sich an Unternehmen, die ihre Daten in OneDrive, SharePoint, Exchange Online und Teams absichern wollen. Hintergrund sind anhaltende Probleme mit Microsofts eigener Datenverwaltung – darunter automatische Dateilöschungen und eingeschränkte Wiederherstellungsmöglichkeiten für persönliche Konten.
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Luftdichte Backups gegen Ransomware
Die Kooperation zwischen dem Sicherheitsspezialisten Sophos und dem Datenmanagement-Experten Rubrik zielt vor allem auf die wachsende Bedrohung durch Ransomware und versehentlichen Datenverlust ab. Das neue System setzt auf air-gapped Storage und unveränderbare Backups: Einmal gespeicherte Daten können von Unbefugten weder verändert noch gelöscht werden.
Die Lösung erkennt automatisch neue Nutzer und Workloads und bietet eine kundenkontrollierte Verschlüsselung. Damit schließt sie eine Lücke, die Experten seit Langem kritisieren: Microsoft 365 garantiere zwar hohe Verfügbarkeit, sei aber kein umfassendes Backup-System. Aktuelle Analysen zeigen, dass rund 68 Prozent aller Datenverluste auf Endgeräten der Nutzer auftreten – ein zentrales Argument für zentrale Wiederherstellungsstrategien.
Gefahren durch automatische Löschungen
Aktuelle Nutzerberichte aus dem Juni 2026 belegen erhebliche Risiken bei der automatischen Datenverwaltung von OneDrive. Werden Speichergrenzen erreicht, droht die automatische Löschung von Dateien. Hinzu kommen Probleme wie die versehentliche Verschiebung ganzer Verzeichnisse und Synchronisationsfehler bei SharePoint.
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Technische Einschränkungen wie die 255-Zeichen-Grenze für Dateipfade und Schwierigkeiten bei der Synchronisation von Git-Repositories erschweren die Arbeit zusätzlich. Besonders kritisch: Für private Hotmail- oder OneDrive-Konten gilt eine strikte Regel – ist der Papierkorb einmal geleert, sind die Daten unwiederbringlich verloren. Geschäftskonten bieten zwar Wiederherstellungsfenster, doch die Rettung älterer Daten erfordert oft manuelle Eingriffe und Tools wie Power Automate.
Neue Bedrohung durch „Pink“-Hacker
Die Dringlichkeit robuster Backup-Lösungen unterstreicht ein aktueller Cyberangriff: Am 31. Mai 2026 begann die Gruppe „Pink“, Microsoft-365-Umgebungen mit Voice-Phishing anzugreifen. Die Täter stehlen Login-Sitzungen und umgehen damit die Mehrfaktor-Authentifizierung. Mit nativen Microsoft-Tools laden sie massenhaft sensible Daten aus OneDrive und SharePoint herunter – gefolgt von Erpressungsversuchen.
Gleichzeitig gerät Microsoft unter zunehmenden regulatorischen Druck. Die Europäische Kommission präsentierte am 3. Juni 2026 ihr „Tech Sovereignty Package“, das die 70-prozentige Marktdominanz US-amerikanischer Cloud-Anbieter in der EU reduzieren soll. Der Vorstoß folgt auf ein Eingeständnis Microsofts aus dem Juni 2025: Das Unternehmen schloss damals nicht aus, europäische Daten unter dem CLOUD Act an US-Behörden weiterzuleiten.
Speicherkosten im Blick behalten
Für Unternehmen mit großen Datenmengen hat Microsoft klare Archivierungsstrategien vorgegeben. Aktuell kostet aktiver SharePoint-Speicher rund 0,20 Euro pro Gigabyte und Monat, während natives Archiv-Speicher mit etwa 0,05 Euro pro Gigabyte und Monat deutlich günstiger ist.
Die Sicherheitsupdates für den OneDrive Personal Vault vom 7. Juni 2026 bringen militärische Verschlüsselung und eine automatische Erkennung sensibler Dateien. Das System analysiert Dateialter und Duplikate, um Speicher zu optimieren – eine automatische Löschung erfordert jedoch die ausdrückliche Zustimmung des Nutzers. Trotz dieser Neuerungen bleiben Datenschutzbedenken: Ein Bericht vom 6. Juni 2026 deckte auf, dass ein ehemaliger Arbeitgeber weiterhin auf die persönlichen OneDrive-Daten eines Nutzers zugreifen konnte, nachdem dieser sein privates Konto auf einem Firmenlaptop verwendet hatte.

