Microsoft hat neue Funktionen für seine Sovereign Cloud angekündigt, die regulierten Organisationen mehr Kontrolle und Auswahlmöglichkeiten bei sensiblen Arbeitslasten bieten sollen. Konzernchef Satya Nadella stellte die Erweiterungen im Rahmen der Microsoft Frontier Tour in Paris vor.
Das Angebot richtet sich vor allem an Behörden, Betreiber kritischer Infrastrukturen und regulierte Branchen, wobei der Softwarekonzern eine besonders hohe Nachfrage in Europa, dem Nahen Osten und Kanada verzeichnet.
Das Konzept der Microsoft Sovereign Cloud, das im Jahr 2025 als Nachfolger der 2022 gestarteten Initiative Microsoft Cloud for Sovereignty eingeführt wurde, stützt sich auf drei zentrale Säulen: die Sovereign Public Cloud, die Sovereign Private Cloud auf Basis von Azure Local und Microsoft 365 Local sowie ein wachsendes Partner-Ökosystem.
Mehr Transparenz und strikte Zugriffskontrollen
Für die zentrale Verwaltung führt der Konzern das Sovereign Control Panel ein, das zur Konferenz Microsoft Ignite als öffentliche Vorschau startet. Das Werkzeug bündelt Übersichten zum Souveränitätsstatus, zu Compliance-Vorgaben, Sicherheitsaspekten sowie Schwachstellen und Risiken.
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Gleichzeitig baut das Unternehmen die technischen Kontrollmechanismen für den europäischen Raum aus. Die Funktionen Data Guardian und Production Touch Ledger werden schrittweise für Kunden in der Europäischen Union sowie den EFTA-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz bereitgestellt. Dabei überwachen europäische Partnerunternehmen Fernzugriffe von Microsoft-Technikern auf Produktionssysteme. Ein fälschungssicheres Protokoll erfasst diese Zugriffe lückenlos.
Für das Schlüsselmanagement ist die Funktion External Key Management mit Azure Managed HSM nun allgemein verfügbar. Damit können Kunden Root- und Masterschlüssel auf eigener Hardware verwalten. Zudem starteten vertrauliche Rechenräume unter der Bezeichnung Azure Confidential Clean Rooms in einer limitierten Vorschau.
Lokale Bereitstellung und getrennter Betrieb
Im Bereich der Private Cloud erweitert Microsoft die Einsatzmöglichkeiten von Azure Local für Kundenumgebungen. Die Plattform ermöglicht es, Daten-, Anwendungs- und KI-Dienste direkt vor Ort zu betreiben. Dies umfasst auch Szenarien, in denen künstliche Intelligenz vollständig ohne Internetverbindung arbeitet. Kunden können flexibel zwischen einem verbundenen und einem getrennten Modus wechseln, was derzeit als öffentliche Vorschau erprobt wird.
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Mehrere Dienste erreichen dabei neue Bereitstellungsstufen: SQL Server on Azure Local und vertrauliche virtuelle Maschinen sind nun allgemein verfügbar, während für Azure Local künftig eine Mandantenfähigkeit vorgesehen ist. DocumentDB und Blob-Speicher auf Azure Local gehen in die öffentliche Testphase.
Für ausgewählte Kunden steht zudem Microsoft 365 Local vorab zur Verfügung. Auf der Ignite-Konferenz, die vom 17. bis 19. November in San Francisco stattfindet, sollen GitHub Enterprise Local und Foundry Local für den vollständigen Offline-Betrieb allgemein freigegeben werden.
Gemeinsam mit Intel arbeitet Microsoft zudem an einer souveränen KI-Architektur. Diese kombiniert Azure Local mit Intel Xeon 6-Prozessoren, nutzt Technologien zur Workload-Isolation sowie hardwaregestützte Attestierung und bindet Lösungen zur KI-Beschleunigung und Modelloptimierung ein.
Alistair Speirs, General Manager für globale Infrastruktur bei Microsoft Azure, verwies auf die wachsende Bedeutung lokaler Datenhaltung und betonte, dass Microsoft auf Kundenservern in deren eigener Umgebung technisch keinen Zugriff für eine Datenherausgabe habe. Das partnerbasierte Ökosystem umfasst inzwischen 29 Partner, darunter Bleu in Frankreich, Delos Cloud in Deutschland sowie Technologieanbieter wie Mistral, Nvidia und Dell.

