S&P 500: KI-Einsatz steigert Unternehmensgewinne um 31%

KI-Initiativen steigern die Margen im S&P 500 deutlich. Die Nettoeinkommen der Unternehmen wachsen so stark wie seit 1992 nicht mehr.

Die aktuelle Berichterstattung zum zweiten Quartal 2026 verdeutlicht eine messbare Transformation der Profitabilität innerhalb des S&P 500 durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Wie aus Analysen von 22V Research hervorgeht, konnten bereits 25 Unternehmen des Leitindex den konkreten Beitrag der Technologie zu ihren Ergebnissen beziffern.

Im Durchschnitt führten diese KI-Initiativen zu einer Steigerung der Margen um 180 Basispunkte. Selbst ohne Berücksichtigung gebündelter Einsparungseffekte verzeichneten die betroffenen Konzerne ein Plus von 150 Basispunkten.

Diese Entwicklung stützt ein insgesamt außergewöhnliches Quartalsergebnis am US-Aktienmarkt. Die Nettoeinkommen der S&P-500-Unternehmen stiegen im Jahresvergleich um 31 %. Laut Bloomberg Intelligence markiert dies den stärksten Anstieg seit dem Jahr 1992, sofern man Erholungsphasen nach einer Rezession ausklammert.

Das Gewinnwachstum übertraf mit 31 % die Erwartungen der Analysten, die zuvor von einem Zuwachs um 23 % ausgegangen waren. In der Folge näherten sich die Nettomargen der Marke von 16 %, nachdem sie zuvor bei 14 % gelegen hatten.

Effizienzsteigerungen und strategischer Modelleinsatz

Die positiven Effekte der KI-Implementierung zeigen sich über verschiedene Branchen hinweg. Berichten zufolge profitiert unter anderem das Abfallmanagement von Effizienzgewinnen. Ein wesentlicher Faktor für die Kostenkontrolle sei dabei die Strategie eines sogenannten Modell-Mixes: Unternehmen setzen vermehrt auf kostengünstigere KI-Modelle für Routineaufgaben, um die Profitabilität zu maximieren.

Trotz der breiten Wirkung stehen viele Unternehmen noch am Anfang einer präzisen Erfolgskontrolle. Daten von Goldman Sachs zeigen, dass bisher 11 % der S&P-500-Unternehmen Produktivitätsgewinne für spezifische Anwendungsfälle quantifiziert haben. Lediglich 2 % der Konzerne gaben demnach bereits konkrete Auswirkungen auf die Gesamtgewinne an.

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Gleichzeitig steigen die Investitionen pro Kopf signifikant an. Der mediane monatliche Betrag für KI-Ausgaben pro Mitarbeiter kletterte von 5 US-Dollar zu Jahresbeginn auf 12 US-Dollar im Juli. Bei den oberen 10 % der Unternehmen stiegen diese Ausgaben im selben Zeitraum sogar von 240 US-Dollar auf 650 US-Dollar.

Finanzierung durch Budgetumschichtungen

Die Finanzierung dieser Technologieinvestitionen erfolgt bei zwei Dritteln der Unternehmen durch interne Budgetumschichtungen und nicht durch zusätzliche Mittel. Bisher machen KI-Inferenzkosten weniger als 0,5 % der Umsätze im S&P 500 aus.

Besonders stark profitierten im zweiten Quartal die Anbieter der notwendigen Infrastruktur. Die Gewinne der sogenannten Hyperscaler und Unternehmen im Bereich der KI-Infrastruktur stiegen im Jahresvergleich um 54 %, was etwa die Hälfte des gesamten Gewinnwachstums im S&P 500 ausmachte.

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Abseits der Technologie- und Infrastrukturwerte übertrafen 75 % der 1.500 betrachteten US-Unternehmen die Schätzungen für Gewinn pro Aktie und Umsatz. Das Gesundheitswesen blieb dabei der einzige Sektor, der einen Gewinnrückgang hinnehmen musste.

Marktbewertung und Ausblick

Trotz der gestiegenen Gewinne hat sich die Bewertung am Aktienmarkt stabilisiert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) fiel von rund 26 auf einen Wert von unter 22. Analysten an der Wall Street haben ihre Prognosen für das Gesamtjahr aufgrund der starken Quartalszahlen angepasst. Erwarteten Experten ursprünglich ein jährliches Gewinnwachstum von 15 %, liegt die Prognose nun bei 27 %.

Als Jahresendziel für den S&P 500 wird ein Stand von 7.894 Punkten ausgegeben. Derzeit haben bereits 90 % der Unternehmen im Index ihre Berichte für das zweite Quartal vorgelegt, wobei 58 % der Unternehmensführer die Einführung von KI-Lösungen in ihren Organisationen bestätigten.