SpaceX Börsengang am 12. Juni: Wall Street vor Mega-Verschiebung

SpaceX, OpenAI und Anthropic planen Börsengänge mit einem Gesamtwert von fast 3,7 Billionen Euro. Fonds weltweit bereiten sich auf massive Umschichtungen vor.

Drei Tech-Schwergewichte bereiten den Börsengang vor – mit einem geschätzten Gesamtwert von vier Billionen Euro. Das zwingt Fonds weltweit zum Umdenken.

Die Kapitalmärkte stehen vor einer historischen Verschiebung. SpaceX, OpenAI und Anthropic planen ihre Börsendebüts – und zwingen institutionelle Anleger zu gewaltigen Umschichtungen. US-Aktienfonds haben bereits ihre Barreserven aufgestockt und verkaufen Positionen in etablierten Schwergewichten. Der Grund: Die drei Unternehmen könnten zusammen eine Marktkapitalisierung von rund 3,7 Billionen Euro erreichen.

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SpaceX führt die Welle an

Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk hat bei der US-Börsenaufsicht SEC die nötigen Unterlagen für einen Börsengang an der Nasdaq eingereicht. Der Termin: voraussichtlich der 12. Juni 2026. Das Kürzel: SPCX. SpaceX strebt eine Bewertung zwischen 1,6 und 1,85 Billionen Euro an und will mindestens 70 Milliarden Euro einsammeln. Damit wäre das Unternehmen etwa das siebtwertvollste der USA.

Analysten von Goldman Sachs beobachten, dass US-Fonds ihre Liquidität erhöhen – ein Muster, das vor den größten Börsengängen der letzten Jahrzehnte typisch war. Passive Fonds, die Indizes abbilden, müssen massiv umschichten. Beobachter rechnen damit, dass vor allem Nvidia, Apple und Microsoft als Verkaufskandidaten infrage kommen, um Platz für die Neuzugänge zu schaffen.

OpenAI und Anthropic: Zwei weitere Billionen-Kandidaten

Neben SpaceX bereiten sich auch die KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic auf ihre Börsendebüts vor. Ihre Bewertungen könnten jeweils bis zu einer Billion Euro erreichen. Diese drei Neueinträge fordern die Dominanz der bisherigen Tech-Elite heraus – jener Gruppe, die an der Wall Street als die „Magnificent Seven“ bekannt ist.

Starship-Tests und milliardenschwere Verluste

Der Weg zum Börsengang folgt auf bedeutende Fortschritte in der Raumfahrt- und KI-Sparte von SpaceX. Erst kürzlich absolvierte die Starship V3 einen erfolgreichen Testflug ins All und setzte 20 Starlink-Simulatoren aus.

Doch die Finanzzahlen zeigen ein zwiespältiges Bild. 2025 erzielte SpaceX einen Umsatz von 17,4 Milliarden Euro – ein Plus von 33 Prozent. Gleichzeitig verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 4,6 Milliarden Euro für 2025 und weitere 4 Milliarden Euro im ersten Quartal 2026. Hauptgrund: die Integration der KI-Sparte xAI, die SpaceX im Februar 2026 übernommen hatte.

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Die Satelliteninternet-Tochter Starlink bleibt der wichtigste Umsatzbringer. Sie steuerte rund 10,2 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz bei und erzielte einen operativen Gewinn von 4,1 Milliarden Euro. Aktuell nutzen rund 11 Millionen Menschen den Dienst – langfristig peilt SpaceX 50 Millionen Abonnenten an.

Index-Regeln werden angepasst

Die schiere Größe dieser Börsengänge zwingt auch die Indexanbieter zum Handeln. FTSE Russell hat bereits eine neue Schnellaufnahme-Regel eingeführt: Seit dem 26. Mai 2026 können Groß-IPOs nach nur fünf Handelstagen in die US-Indizes aufgenommen werden – vorausgesetzt, sie erfüllen eine Mindeststreuung von fünf Prozent.

Auch die Nasdaq und der S&P 500 arbeiten an beschleunigten Regeln. Die Nasdaq erwägt, Mega-Cap-Unternehmen innerhalb von 15 Handelstagen nach ihrem Debüt in den Nasdaq-100 aufzunehmen.

Analysten der Deutsche Bank relativieren: Selbst die größten Börsengänge machten typischerweise nur etwa 0,1 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500 aus. Dennoch dürfte der SpaceX-Börsengang Elon Musks Einfluss weiter festigen – die Zweiklassen-Aktienstruktur sichert ihm mehr als 85 Prozent der Stimmrechte.