SpaceX Colossus 1: Anthropic zahlt 1,25 Mrd. Euro monatlich

Anthropic sichert sich Zugang zu SpaceX-Rechenzentren für 1,25 Mrd. Euro monatlich. Das Duo plant KI-Orbitale bis 2028.

Der KI-Entwickler Anthropic und SpaceX schließen eine strategische Partnerschaft zur Sicherung von Hochleistungsrechnern – mit einem ambitionierten Ziel: KI-Rechenzentren im Orbit.

Die Zusammenarbeit beginnt mit der Nutzung massiver terrestrischer Datenzentren und soll bis 2028 auf orbitalen Einrichtungen ausgeweitet werden. SpaceX positioniert sich damit als zentraler Akteur im aufstrebenden „Neo-Cloud“-Markt, der spezialisierte Infrastruktur für das Training und den Betrieb moderner KI-Modelle bereitstellt.

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Sofortiger Zugriff auf Hochleistungs-Computer

Ab Juni 2026 erhält Anthropic Zugang zum SpaceX-Datenzentrum Colossus 1 in Memphis. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von mehr als 300 Megawatt und ist mit über 220.000 Nvidia-GPUs ausgestattet – darunter die Modelle H100, H200 und GB200 Blackwell. Auch die Colossus-2-Anlage soll genutzt werden, um die Infrastruktur über die bestehenden Partnerschaften mit Google Cloud und Amazon Web Services (AWS) hinaus zu diversifizieren.

Die Dimensionen des Deals sind gewaltig: Branchenberichten zufolge zahlt Anthropic rund 1,25 Milliarden Euro pro Monat für die Rechenkapazität. Zum Vergleich: Eine ähnliche Vereinbarung zwischen SpaceX und Google sieht monatliche Zahlungen von 920 Millionen Euro von Oktober 2026 bis Juni 2029 für die Nutzung von 110.000 Nvidia-Prozessoren vor.

Die Vision: Rechenzentren im Weltraum

Das Gemeinschaftsprojekt trägt den Namen „AI Orbitale“ und zielt darauf ab, KI-Berechnungen ins All zu verlagern. Die Unternehmen planen, bis 2028 orbitale Datenzentren im Gigawatt-Maßstab zu betreiben. Diese sollen die irdischen Engpässe bei Grundstücksverfügbarkeit und Stromnetzkapazitäten umgehen.

Spacex hat bereits Pläne bei der US-Kommunikationsbehörde FCC eingereicht, um bis zu eine Million Satelliten als Mini-Datenzentren zu betreiben. Das Projekt nutzt SpaceX‘ Expertise im Satellitenmanagement und seine hohe Startfrequenz. Dario Amodei, Chef von Anthropic, und Elon Musk signalisierten, dass diese orbitale Infrastruktur eine langfristige Lösung für den enormen Energie- und Kühlungsbedarf der nächsten KI-Generation bieten könnte.

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Finanzielle Dimension und Marktkontext

Der Deal fällt in eine Phase rasanten Wachstums im KI-Infrastruktursektor. Amazon verbuchte kürzlich einen Investitionsgewinn von 16,8 Milliarden Euro aus seiner Beteiligung an Anthropic, während der AWS-Umsatz um 28 Prozent auf 37,59 Milliarden Euro stieg. Auch andere Branchengrößen legen zu: Meta erhöhte seine Investitionsprognose für 2026 auf 125 bis 145 Milliarden Euro. Nvidia meldete für das erste Quartal einen Datenzentrumsumsatz von 75,25 Milliarden Euro – ein Plus von 92 Prozent im Jahresvergleich.

Für SpaceX ebnet der Einstieg in Cloud-Dienste den Weg für einen möglichen Börsengang. Die Marktbewertung des Raumfahrtunternehmens wird aktuell auf über 1,75 Billionen Euro geschätzt. Alphabet, seit 2015 an SpaceX beteiligt, könnte nach einem IPO einen Anteilswert von über 100 Milliarden Euro realisieren.

Parallel zu diesen Infrastrukturprojekten hat Anthropic neue Funktionen für sein KI-Modell Claude vorgestellt, darunter die „Dreaming“-Funktion und erweiterte Ratenlimits für das Claude-Code-Tool. Diese Entwicklungen benötigen genau jene immense Rechenleistung, die die SpaceX-Partnerschaft bereitstellen soll.