Die Aktie schoss am ersten Handelstag um 19 Prozent nach oben.
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Vom Raketenbauer zum Weltraum-Infrastruktur-Konzern
Am 12. Juni 2026 begann für SpaceX eine neue Ära. Unter dem Kürzel SPCX startete das Unternehmen an der Börse und übertraf alle Erwartungen. 555,5 Millionen Aktien wurden zu je 135 Euro platziert – das ergab einen Startwert von rund 1,77 Billionen Euro. Zum Handelsschluss notierte die Aktie bei 160,95 Euro, die Marktkapitalisierung kletterte auf über 2,1 Billionen Euro.
Der Erlös fließt in ehrgeizige Projekte: das Starship-Programm und den Aufbau einer gigantischen Satellitenflotte für KI-Berechnungen. Seit der Fusion mit xAI im Februar 2026 positioniert sich SpaceX als Konkurrent für irdische Cloud-Anbieter. Die Finanzunterlagen zum Börsengang offenbarten allerdings auch: Starlink ist die einzige profitable Sparte. Seit der Gründung hat der Konzern kumulierte Verluste von 41,3 Milliarden Euro angehäuft.
Der AI1-Satellit – ein Rechenzentrum im Orbit
Das Herzstück der neuen Strategie ist der Orbitaldatencenter-Satellit AI1. Mit einer Spannweite von 70 Metern und einer Höhe von 20 Metern übertrifft er alle bisherigen Starlink-Modelle bei Weitem.
Die technischen Daten sind beeindruckend:
– Durchschnittliche Leistung: 120 kW (Spitze 150 kW)
– Stromversorgung: 150 Quadratmeter Solarpaneele
– Rechenleistung: 72 Nvidia-Rubin-GPUs
– Kühlung: 110 Quadratmeter Flüssigkühlsysteme
SpaceX-COO Gwynne Shotwell kündigte an, dass bereits bestehende Starlink-Satelliten mit Rechenfähigkeiten ausgestattet werden sollen. Die ersten AI1-Prototypen starten Anfang 2027. Bis Ende 2027 soll eine jährliche Kapazität von einem Gigawatt erreicht sein, der kommerzielle Vollbetrieb ist für 2028 geplant.
Während SpaceX die Hardware für die KI-Zukunft im Orbit platziert, stehen Unternehmen auf der Erde vor der Herausforderung, diese Systeme regelkonform zu nutzen. Erfahren Sie in diesem praxisnahen Report, welche KI-Anwendungen als Hochrisiko eingestuft werden und wie Sie die Dokumentationspflichten effizient umsetzen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Gigasat-Fabrik in Texas als Produktionszentrum
Für die Fertigung der Riesensatelliten baut SpaceX seine Produktion in Texas massiv aus. In Bastrop entsteht die „Gigasat“-Fabrik auf einer Fläche von über einer Million Quadratmetern – das Gelände umfasst rund 400 Hektar.
Ein Engpass zeichnet sich bei Solarmodulen ab. Deshalb plant SpaceX den Bau einer weiteren Fabrik nahe Austin mit knapp einer Million Quadratmetern Fläche. Die AI1-Satelliten nutzen die Starlink-V3-Bustechnologie mit Laserlinks zwischen 25 und 100 Gigabit pro Sekunde. Bei der US-Kommunikationsbehörde FCC hat das Unternehmen Anträge für bis zu einer Million KI-Satelliten eingereicht – das Ziel: eine orbitale KI-Kapazität von 100 Gigawatt pro Jahr.
Milliardenschwere Verträge und gewaltige Herausforderungen
SpaceX hat bereits bedeutende Rechenzentrumsverträge an Land gezogen. Mit dem KI-Unternehmen Anthropic wurde eine Vereinbarung über 1,25 Milliarden Euro monatlich getroffen, mit Google über 920 Millionen Euro monatlich. Die Investmentbank Oppenheimer hat die Aktie mit „Outperform“ bewertet und sieht einen adressierbaren Markt von 10 Billionen Euro bis 2035.
Doch der Erfolg hängt am Starship. Um die Ziele für 2028 zu erreichen, müsste die Trägerrakete alle 4,5 Stunden starten. Technische Hürden bleiben: Kühlung im Vakuum funktioniert nur über Strahlung, und die Entsorgung von Weltraumschrott bei einer Million Satelliten ist ungelöst.
Neben den kommerziellen Zielen finanziert der Börsengang auch das Starship-Mondlandesystem (HLS). Es soll die bemannte Mondlandung der Artemis-Mission im September 2028 ermöglichen.

