SpaceX setzt auf Nvidia: Vera-Rubin-Architektur für Weltraum-KI

SpaceX verpflichtet sich exklusiv zu Nvidia-Chips und investiert Milliarden in KI-Rechenzentren im Orbit. Die Quartalszahlen zeigen ein Umsatzplus von 92 Prozent.

Der Raumfahrtkonzern SpaceX rüstet massiv auf: Bei seiner künstlichen Intelligenz setzt das Unternehmen künftig ausschließlich auf Hardware von Nvidia. Das gab CEO Elon Musk am heutigen Donnerstag bekannt – ein Paukenschlag mit weitreichenden Folgen für den gesamten Halbleitermarkt.

Milliarden-Investitionen in KI-Technologie

Die Entscheidung fiel im Rahmen der Vorstellung der Quartalszahlen. Musk begründete die Wahl mit der neuen Vera-Rubin-Architektur von Nvidia, die er als „beste verfügbare Plattform“ für die wachsenden Rechenanforderungen des Konzerns bezeichnete – sowohl auf der Erde als auch im Orbit.

Die Zahlen, die SpaceX für das zweite Quartal 2026 präsentierte, sind beeindruckend: Der Umsatz stieg auf 7,81 Milliarden Euro – ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein mit KI-Dienstleistungen erwirtschaftete das Unternehmen rund 2,6 Milliarden Euro, ein Anstieg von etwa 250 Prozent im Jahresvergleich.

Um dieses Wachstum zu stemmen, investiert SpaceX massiv: Die Kapitalausgaben erreichten im Quartal 18,37 Milliarden Euro – im Vorjahr waren es lediglich 2,83 Milliarden. Rund 86 Prozent davon flossen in KI-Infrastruktur. Trotz eines Nettoverlusts von 0,09 Euro pro Aktie zeigt sich der Finanzvorstand optimistisch: Die Investitionen sollen sich binnen weniger als einem Jahr amortisieren.

Rechenzentren im All

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Herzstück der neuen Strategie ist das Gemeinschaftsprojekt Starmind AI1 – ein Satelliten-Computersystem, das SpaceX gemeinsam mit Nvidia entwickelt. Die orbitalen Rechenzentren nutzen Nvidia-Vera-Prozessoren und Rubin-GPUs. Das Modul Nvidia Space-1 soll dabei die 25-fache Leistung der älteren H100-Einheiten bieten.

SpaceX hat bereits bei der US-Kommunikationsbehörde FCC die Genehmigung für bis zu eine Million Satelliten beantragt. Erste Prototypen sollen Anfang 2027 getestet werden, die vollständigen Starts sind für später im selben Jahr geplant. Auch mit dem KI-Unternehmen Anthropic arbeitet SpaceX an dem Projekt zusammen. Musk zeigte sich überzeugt: Innerhalb der nächsten 30 bis 36 Monate könnten Weltraum-Umgebungen der wirtschaftlich attraktivste Standort für KI-Berechnungen werden.

Ehrgeizige Ziele – und eine Warnung

Die Rechenkapazitäts-Ziele des Konzerns sind ambitioniert: Bis Ende 2026 sollen 2 Gigawatt erreicht sein, bis Ende 2027 sogar 10 Gigawatt. In internen Projektionen war sogar von 20 Gigawatt die Rede.

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Doch Musk warnte vor Engpässen in der globalen Lieferkette – insbesondere bei Speicherchips. Während die weltweite Produktion jährlich nur um etwa 20 Prozent wachse, liege die Nachfrage aktuell bei 200 Prozent. Die Folge: steigende Preise und anhaltende Knappheit.

Marktreaktionen und Ausblick

Die Ankündigung zeigte sofort Wirkung: Die Nvidia-Aktie legte zu, während der Konkurrent AMD acht Prozent einbüßte. SpaceX selbst peilt bis Ende 2026 einen jährlichen Umsatz von 100 Milliarden Euro an. Langfristig soll bis 2030 die Milliardengrenze von einer Billion Euro fallen – getragen von integrierten Raumfahrt- und KI-Diensten. Neue Cloud-Verträge im Wert von 6,7 Milliarden Euro signalisieren bereits jetzt starkes Marktinteresse an den orbitalen Rechenkapazitäten.