SpaceX und NVIDIA: Eine Million Satelliten als Rechenzentren

SpaceX verpflichtet sich exklusiv zu NVIDIA-Hardware für KI-Satelliten. Das Orbital-Rechenzentrums-Projekt Starmind AI1 soll die globale KI-Infrastruktur revolutionieren und belastet vorerst die Quartalsbilanz.

Elon Musk baut die künstliche Intelligenz seines Raumfahrtunternehmens künftig exklusiv mit Technologie von NVIDIA auf. Bis zu eine Million Satelliten sollen als Rechenzentren im Orbit dienen – ein Projekt mit enormen Dimensionen.

SpaceX hat am 4. August im Rahmen einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen bekannt gegeben, dass sämtliche KI-Infrastruktur künftig auf NVIDIA-Technologie basieren wird. Kernstück der Partnerschaft ist die gemeinsame Entwicklung des Satelliten Starmind AI1, der ein Netzwerk orbitaler Rechenzentren ermöglichen soll. Für Deutschland und Europa ist das Projekt von Bedeutung, da es die globale Wettbewerbslandschaft im KI-Bereich grundlegend verändern könnte – europäische Anbieter wie SAP oder西门子 könnten unter Druck geraten, wenn Rechenkapazitäten zunehmend ins All verlagert werden.

Rechenzentren im Orbit: Die technischen Dimensionen

Die Starmind-AI1-Satelliten nutzen die Vera-Rubin-NVL72-Systeme von NVIDIA, die Rubin-GPUs und Vera-CPUs kombinieren. Diese Module bringen laut Branchenanalysten Rechenzentrums-Leistung ins All – mit deutlich höherer KI-Verarbeitungskapazität als frühere Generationen. Die ersten kommerziellen Lieferungen sind für Herbst 2026 angekündigt.

SpaceX hat bei der US-Kommunikationsbehörde FCC bereits eine Lizenz für den Betrieb von bis zu einer Million Orbital-Rechenzentrums-Satelliten beantragt. Die Satelliten sollen in Höhen zwischen 500 und 2.000 Kilometern operieren und über Starlink-Laserlinks kommunizieren. Jede Einheit ist etwa 20 bis 30 Meter hoch, die Solarflügel spannen bis zu 75 Meter. Der durchschnittliche Strombedarf liegt bei 120 bis 175 Kilowatt, Spitzenlasten erreichen 250 Kilowatt.

Ehrgeizige Ziele für Rechenleistung

Der Schritt zur exklusiven NVIDIA-Architektur ist Teil einer rasanten Expansion der SpaceX-Rechenkapazitäten. Das Unternehmen verfügt bereits über mehr als 220.000 NVIDIA-GPUs. Musk kündigte an, bis Ende 2026 eine Rechenleistung von über 2 Gigawatt zu erreichen, bis Ende 2027 sollen es 10 Gigawatt sein. Einige Prognosen aus der Telefonkonferenz sprechen sogar von einem kumulierten Ziel von 20 Gigawatt innerhalb der nächsten zwei Jahre.

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Der Prototypentest für die Starmind-AI1-Satelliten ist für Anfang 2027 geplant, die Massenproduktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 anlaufen. Bereits jetzt schließt SpaceX milliardenschwere Leasingverträge für KI-Dienste mit Unternehmen wie Google und Anthropic ab.

Geschäftszahlen: KI-Investitionen belasten das Ergebnis

Die Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 spiegeln den massiven Schwenk in Richtung KI-Infrastruktur wider. Der Gesamtumsatz erreichte 7,8 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von rund 6,9 Milliarden. Der KI-Bereich allein generierte 2,56 Milliarden US-Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 737 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Doch die Expansion hat ihren Preis: Die Investitionsausgaben beliefen sich im Quartal auf 18,4 Milliarden US-Dollar, wobei rund 86 Prozent in KI-Initiativen flossen. Die KI-Sparte verzeichnete einen operativen Verlust von 1,26 Milliarden US-Dollar – die Kosten für den Aufbau der Hardware-Infrastruktur sind enorm.

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Die Partnerschaft ist Teil einer Reihe finanzieller Verflechtungen zwischen den Unternehmen: Bereits Anfang des Jahres hatte NVIDIA eine Beteiligung an xAI im Rahmen einer 20-Milliarden-Finanzierungsrunde übernommen. Nach der Übernahme von xAI durch SpaceX im Februar wurden diese Anteile in SpaceX-Aktien umgewandelt.

Marktreaktion: NVIDIA und SpaceX legen zu

Die Ankündigungen sorgten am 4. August für deutliche Kursbewegungen: NVIDIA-Aktien stiegen um 3,03 Prozent auf 212,91 US-Dollar. SpaceX-Papiere, die unter dem Kürzel SPCX gehandelt werden, legten im regulären Handel um 8,67 Prozent auf 124,46 US-Dollar zu, gaben nach Börsenschluss jedoch wieder nach. Branchenbeobachter werteten die exklusive Hardware-Verpflichtung als wichtiges Signal für die dominierende Stellung von NVIDIA im KI-Hardware-Markt.