Der US-Abgeordnete Frank Pallone (D-NJ) hat eine formelle Untersuchung der von SpaceXAI betriebenen Rechenzentren in den Bundesstaaten Tennessee und Mississippi eingeleitet. In einem Schreiben an Elon Musk forderte der Politiker umfassende Dokumente sowie eine Besichtigung der Standorte Colossus und Colossus 2 an. Hintergrund der parlamentarischen Anfrage sind Berichte über erhebliche Gesundheitsrisiken und Umweltbelastungen, die durch den Einsatz zahlreicher nicht genehmigter Gasturbinen verursacht werden sollen.
Vorwürfe mangelnder Kooperation und Umweltverstöße
Frank Pallone wirft dem Unternehmen SpaceXAI vor, in der Vergangenheit nicht ausreichend mit den Behörden kooperiert zu haben. In seinem aktuellen Schreiben fordert er nun eine detaillierte Liste aller seit Januar 2024 eingesetzten sowie bis zum Jahr 2028 geplanten Turbinen. Zudem verlangt der Abgeordnete Einsicht in die Kommunikation mit Genehmigungsbehörden sowie die Offenlegung von Emissionswerten und Daten zum Wasserverbrauch. Für die Bereitstellung dieser Informationen wurde eine Frist bis zum 11. August 2026 gesetzt. Sollte das Unternehmen der Aufforderung nicht nachkommen, stellte Pallone förmliche Anhörungen oder Vorladungen in Aussicht.
Der Abgeordnete stützt seine Forderungen unter anderem auf Berichte über 59 nicht genehmigte Gasturbinen am Standort Colossus 2, der sich in der Nähe von Gemeinden mit mehrheitlich schwarzer Bevölkerung befindet. SpaceXAI wird vorgeworfen, Nachhaltigkeitskennzahlen bisher nicht transparent offengelegt zu haben.
Massive Emissionen an Standorten in Memphis und Southaven
Die Vorwürfe betreffen insbesondere zwei große Anlagenkomplexe. Das Rechenzentrum Colossus 1 im Shelby County wird laut Angaben des Abgeordneten mit 35 Gasturbinen betrieben, für die keine Luftreinhaltungsgenehmigungen vorlägen. Die Anlage gelte bereits als drittgrößte Quelle für Ozonverschmutzung in diesem Bezirk. Noch gravierender stelle sich die Situation bei Colossus 2 im Raum Memphis dar: Mit über 60 Turbinen sei dieser Standort die größte Verschmutzungsquelle in der Region.
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In Southaven, Mississippi, sind nach vorliegenden Daten 60 Turbinen installiert. Im Juni 2026 seien dort 52 Einheiten mit insgesamt 21.439 Betriebsstunden im Einsatz gewesen. Von diesen verfügen laut Pallone lediglich 14 über moderne SCR-Systeme zur Abgasreinigung. Eine Klage der Bürgerrechtsorganisation NAACP gegen die Anlage in Southaven führt an, dass dort jährlich über 1.700 Tonnen Stickoxide (NOx) emittiert würden, was einen Verstoß gegen den Clean Air Act darstelle. Das US-Justizministerium hat bereits einen Antrag auf Intervention in dieses Verfahren gestellt.
Technischer Hintergrund und Marktentwicklung
Die betroffenen Rechenzentren, die mit Prozessoren des Herstellers Nvidia ausgestattet sind, wurden ursprünglich von xAI errichtet, bevor sie von SpaceX übernommen wurden. Zur Stromversorgung nutzt Colossus 1 sogenannte Mikronetze, die eine Kombination aus Photovoltaik, Batteriespeichern und Gasturbinen verwenden. Ein geplantes Projekt für eine Wasserrecyclinganlage im Wert von 80 Millionen US-Dollar liegt derzeit auf Eis; eine Wiederaufnahme der Arbeiten wird für Anfang 2027 erwartet.
Neben dem Eigenbedarf von SpaceXAI mietet auch das KI-Unternehmen Anthropic Rechenkapazitäten an den Standorten an. Die Untersuchung findet vor dem Hintergrund einer prognostizierten massiven Steigerung des Energiebedarfs statt. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) könnte sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis zum Ende des Jahres 2026 verdoppeln. Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche Widerstand: Einer Gallup-Umfrage zufolge lehnen etwa 70 % der Amerikaner die Ansiedlung lokaler KI-Rechenzentren ab. Die Anfrage von Pallone folgt auf ähnliche Besuchsgesuche der Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez, Ayanna Pressley und Barbara Lee.
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