Neue Daten für Mai zeigen einen leichten Rückgang, aber eine gefährliche Entwicklung.
518.640 Spam-Anrufe im Mai – Druck auf Nutzer steigt
Im Mai 2025 registrierte der Anbieter Clever Dialer 518.640 betrügerische Anrufe in Deutschland. Das sind 13,5 Prozent weniger als im April. Doch die Entwarnung trügt: Pro betroffenem Nutzer stieg die Zahl auf durchschnittlich 4,63 Anrufe. Besonders aktiv war ein Rufnummernblock aus dem Raum Düsseldorf – auf ihn entfielen über 62.000 Meldungen.
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Die Täter verfeinern ihre Taktiken. Gewinnspielversprechen, Kostenfallen und das sogenannte Number Cycling – das systematische Abtelefonieren ganzer Rufnummernblöcke – nehmen zu. Finanzbetrug dominiert mittlerweile über alle digitalen Kanäle hinweg.
Laut dem Global Scam Intelligence Report von Bitdefender waren im vergangenen Jahr weltweit 14 Prozent der Befragten von Betrug betroffen. Überraschend: Jüngere unter 35 Jahren wurden mit 20 Prozent deutlich häufiger Opfer als die Altersgruppe über 55 Jahre, bei der die Quote bei 9,7 Prozent lag.
Schockanrufe und falsche Polizisten: Polizei warnt vor neuen Maschen
In den vergangenen Tagen meldeten Polizeidirektionen bundesweit eine Zunahme spezialisierter Betrugsmaschen. Im Kreis Steinburg warnten die Behörden vor einer neuen Variante des Schockanrufs: Kriminelle täuschen eine schwere Erkrankung von Angehörigen vor, um Geld zu erpressen. Bisher konzentrierten sich die Täter meist auf angebliche Unfälle oder Notlagen von Kindern und Enkeln.
Auch in der Pfalz und in Brandenburg gab es vermehrt Vorfälle. In der Verbandsgemeinde Annweiler registrierten die Behörden eine Welle von Anrufen falscher Polizeibeamter. In Kolkwitz in der Lausitz erbeuteten Betrüger bei einer Seniorin Bargeld und Schmuck im Wert eines fünfstelligen Betrags.
Eine weitere Masche: Falsche Bankmitarbeiter. Wie ein Fall aus Maikammer zeigt, geben sich die Anrufer als Bankangestellte aus und behaupten, unbefugte Abbuchungen verhindert zu haben. Ihr Ziel: an die PIN und die EC-Karte des Opfers zu gelangen.
Großrazzia in NRW: 300 Polizisten gehen gegen Betrügerbande vor
Die Strafverfolgungsbehörden schlagen zurück. Am heutigen Donnerstag durchsuchten über 300 Polizeikräfte in Nordrhein-Westfalen Wohn- und Geschäftsräume – darunter in Köln, Neuss und Aachen. Die Ermittlungen richten sich gegen eine international agierende Bande. Durch falsche Polizisten- und Bankmitarbeiter-Maschen soll sie einen Schaden von mindestens 500.000 Euro verursacht haben.
Parallel verhängten Gerichte empfindliche Strafen. Das Landgericht Köln verurteilte mehrere Mitglieder einer Betrügerbande zu Haftstrafen zwischen fünf und elf Jahren. Ihnen wurde gewerbsmäßiger Bandenbetrug in mindestens 20 Fällen vorgeworfen. Der entstandene Schaden: rund 300.000 Euro.
Die Urteile berücksichtigten nicht nur den finanziellen Verlust, sondern auch die schweren gesundheitlichen Folgen für die meist älteren Opfer. Viele leiden unter Depressionen oder schweren Schockreaktionen.
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Erfolg durch aufmerksame Senioren: Fahndungserfolge in Baden-Württemberg
Auch in anderen Regionen konnten Ermittler Erfolge verbuchen. In Kusterdingen führten polizeiliche Kontrollen Anfang der Woche zur Festnahme von zwei Tatverdächtigen im Alter von 20 und 21 Jahren. Ein Senior hatte den versuchten Betrug rechtzeitig erkannt und die Behörden informiert.
Die Polizei mahnt angesichts der aktuellen Welle zur Vorsicht. Echte Beamte oder Bankmitarbeiter fragen niemals telefonisch nach sensiblen Daten wie PIN-Nummern. Sie holen auch keine Wertsachen zur Sicherung ab.

