Sparkassen-Phishing: Großangelegte Welle seit Anfang August

Aktuelle Warnung: Manipulierte Banking-Apps und mehrstufige Phishing-Angriffe verursachen hohe Schäden. Polizei rät zu erhöhter Vorsicht.

Cyberkriminelle erbeuten aktuell mit manipulierten Sicherheits-Apps und mehrstufigen Phishing-Angriffen hohe Geldbeträge. Polizei und Kreditinstitute schlagen Alarm.

Falsche Bankmitarbeiter kapern SecureGo

Die Polizei in Düren warnt vor einer perfiden Masche: Betrüger geben sich am Telefon als Bankmitarbeiter aus und fordern ihre Opfer auf, laufende Vorgänge in der SecureGo-App zu bestätigen. Doch die Freigabe dient nicht dem Kontoschutz – sie autorisiert die Einrichtung einer digitalen Bezahlkarte auf dem Gerät der Täter. Mit dieser Karte zahlen die Kriminellen anschließend kontaktlos und verursachen direkte finanzielle Schäden.

Sicherheitsberater stellen klar: Banken fordern telefonisch niemals dazu auf, App-Bestätigungen für nicht selbst initiierte Vorgänge durchzuführen. Die Polizei rät, solche Gespräche sofort zu beenden und das Kreditinstitut über die offiziellen Kanäle zurückzurufen.

Sparkassen-Kunden im Visier von Mehrstufen-Angriffen

Die Sparkassen-Finanzgruppe warnt seit Anfang August vor einer großangelegten Phishing-Welle. Kunden erhalten E-Mails mit Betreffzeilen wie „Letzte Erinnerung: Aktualisierung ausstehend“ oder Hinweisen auf ein angebliches Sicherheitsupdate der App S-pushTAN. Die enthaltenen Links führen auf gefälschte Internetseiten, die Zugangsdaten abgreifen sollen.

Nach der Dateneingabe folgt oft ein Anruf vermeintlicher Sparkassen-Mitarbeiter. Sie nutzen die gestohlenen Informationen, um Vertrauen aufzubauen und Opfer zur Herausgabe von Transaktionsnummern zu bewegen. In Hamm verlor ein 65-Jähriger durch die Bestätigung von Überweisungen einen vierstelligen Betrag. Ein weiterer Fall in Hamm-Uentrop zeigt: Ähnliche Methoden funktionieren auch auf Online-Marktplätzen, wo sich Support-Mitarbeiter Kreditkartendaten zur „Verifizierung“ erschleichen.

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KI und Stimmenklonen verschärfen die Lage

EURO Kartensysteme warnt vor einer weiteren Eskalation: Kriminelle setzen zunehmend Stimmenklonen ein, um Identitäten von Angehörigen oder Bankmitarbeitern täuschend echt nachzuahmen. Die psychologische Komponente ist dabei zentral – Opfer werden durch simulierte Notfälle oder drohenden Kontoverlust massiv unter Druck gesetzt.

Ein Fall aus Kehl zeigt die Dramatik: Ein Ehepaar übergab Betrügern Sachwerte von rund 100.000 Euro, nachdem ein falscher Arzt telefonisch eine medizinische Notlage eines Angehörigen vorgetäuscht hatte.

So schützen Sie sich vor Betrug

Die Polizei empfiehlt einheitliche Verhaltensregeln: Bei unerwarteten Anrufen von Banken, Zahlungsdienstleistern oder Behörden gilt: sofort auflegen, sobald sensible Daten oder App-Freigaben gefordert werden. Nutzer sollten niemals Apps oder Fernwartungssoftware auf Anweisung von Anrufern installieren. In Ibbenbüren und Rotthalmünster führten solche Installationen Anfang August zu Verlusten im drei- und vierstelligen Bereich. Für WhatsApp empfiehlt sich die Aktivierung der Zwei-Faktor-Verifizierung, um Kontenübernahmen per QR-Code-Manipulation zu verhindern.

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Bei Verdacht auf Datenmissbrauch sollten Konten umgehend über den zentralen Sperr-Notruf 116 116 oder direkt über das Institut gesperrt werden. Zudem ist eine zeitnahe Anzeige bei der Polizei erforderlich.