SPECS-Brille: Snap stellt AR-Gerät für 2.195 Euro vor

Snap präsentiert die AR-Brille SPECS mit sieben Millisekunden Latenz und Snap OS. Der Preis von 2.195 Euro sorgt für Diskussionen unter Analysten.

Der Mutterkonzern von Snapchat hat auf der Augmented World Expo (AWE) in Long Beach seine neue SPECS-Brille vorgestellt und die Vorbestellung gestartet. Rund 2.195 Euro kostet das High-Tech-Gerät, das ab Herbst 2026 zunächst in den USA, Großbritannien und Frankreich ausgeliefert wird.

Snap-CEO Evan Spiegel ist überzeugt: Fast zwei Jahrzehnte nach dem iPhone seien die Verbraucher bereit, persönliches Computing neu zu denken. Die SPECS-Brille bezeichnet er als die leistungsstärkste und zugleich portabelste AR-Brille, die je gebaut wurde.

Zwei Prozessoren für maximale Leistung

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Die technischen Daten können sich sehen lassen. Zwei Snapdragon-Chips stemmen die immense Rechenlast, die Augmented Reality erfordert. Das Display arbeitet mit LCoS-Technologie (Liquid Crystal on Silicon) und zeigt 16 Millionen Farben bei einem diagonalen Sichtfeld von 51 Grad. Der Nutzer sieht damit einen virtuellen 24-Zoll-Monitor auf kurze Distanz – oder eine 115-Zoll-Kinoleinwand aus drei Metern Entfernung.

Besonders beeindruckend: Die Latenzzeit liegt bei nur sieben Millisekunden. Das ist deutlich schneller als bei manchen High-End-Konkurrenzprodukten. Und das bei einem Gewicht von gerade einmal 132 bis 136 Gramm – je nach Rahmengröße. Damit ist die Brille rund 40 Prozent leichter als frühere Entwicklerversionen.

Weitere Ausstattungsmerkmale:
Elektrochrome Gläser: Die Tönung passt sich innerhalb von zehn Sekunden an unterschiedliche Lichtverhältnisse an
Akku: Vier Stunden Mischbetrieb, mit Ladecase bis zu 20 Stunden
Datenschutz: Eine LED zeigt an, wenn die Kamera aktiv ist
Material: Die Rahmen bestehen aus leichtem TR90-Kunststoff

Snap OS: Das Betriebssystem für die AR-Welt

Die SPECS-Brille läuft mit Snap OS, einem Android-basierten Betriebssystem. Es erkennt Handbewegungen und bringt vorinstallierte Apps fürs Surfen im Web, Navigation, 3D-Messungen und Echtzeit-Übersetzungen mit. Herzstück ist ein kontextbewusster KI-Assistent, der auf Technologien von OpenAI und Google basiert.

Entwickler bekommen umfangreiche Werkzeuge an die Hand. Über die Lens Studio-Plattform stehen Integrationen mit Claude Code, Codex und Cursor bereit. Ein Native Development Kit (NDK) ermöglicht komplexe Anwendungen. Hunderte sogenannter „Lenses“ – AR-Anwendungen – sind bereits verfügbar, darunter die Funktion EyeConnect.

Marktposition: Zwischen Geniestreich und Risiko

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Snap hat in den vergangenen Jahren mehr als 3,5 Milliarden Euro in Augmented Reality investiert und über 7.000 Patente angemeldet. Doch der Preis von rund 2.195 Euro – inklusive einer Anzahlung von 200 Euro – liegt am oberen Ende dessen, was Verbraucher bereit sind zu zahlen. Analysten sehen das kritisch.

Die Markteinführung kommt zu einer Zeit des Umbruchs. Erst im April 2026 hatte Snap rund 1.000 Stellen gestrichen. Am Tag der Produktvorstellung fiel der Aktienkurs um bis zu vier Prozent.

Die Konkurrenz schläft nicht: Meta arbeitet mit Ray-Ban zusammen, Apple hat die Vision Pro im Rennen, und auch Google, Samsung und Warby Parker bereiten eigene Projekte vor. Snap setzt zunächst auf den High-End-Markt – doch es gibt Hinweise, dass günstigere Versionen folgen könnten. Zudem kündigte Spiegel an, erweiterte Sicherheitsfunktionen für jüngere Nutzer auf der Plattform einzuführen.