Speicherchip-Krise: Apples Neupreise steigen um 15–25 Prozent

Apple steigert Ankaufprämien für Altgeräte, während Neumodelle durch Chipkrise bis zu 25 Prozent teurer werden.

Der iPhone-Konzern erhöht die Ankaufswerte für alte Geräte, während neue Modelle wegen explodierender Chipkosten kräftig im Preis steigen.

Höhere Prämien für den Gerätetausch

Apple hat Mitte Juli 2026 die Werte seiner Trade-In-Programme nach oben korrigiert. Kunden erhalten nun zwischen 10 und 35 Euro mehr für ihre alten iPhones, Macs, iPads und Apple Watches. Konkret steigt der Ankaufswert für ein iPhone 16 Pro Max von 685 auf 695 Euro, das iPad Pro wird statt mit 670 nun mit 690 Euro bewertet.

Besonders deutlich fällt der Sprung beim MacBook Air aus: Hier klettert der Wert von 485 auf 520 Euro. Selbst ältere Modelle profitieren – ein iPhone 8 bringt nun bis zu 35 Euro, das Plus-Modell sogar 40 Euro. Branchenbeobachter sehen darin eine zeitlich begrenzte Aktion, um Kunden zum Umstieg auf neuere Modelle zu bewegen.

Preisschock durch Speicherchip-Krise

Während die Ankaufprämien moderat steigen, ziehen die Neupreise kräftig an. Am 11. und 12. Juli setzte Apple die Preise für MacBooks, iPads, HomePods und Apple TV um 15 bis 25 Prozent nach oben. In Einzelfällen beträgt der Aufschlag bis zu 500 Euro.

Konzernchef Tim Cook bezeichnete die Anpassungen als unvermeidbar. Hauptgrund ist die weltweite Knappheit an Speicherchips, ausgelöst durch den KI-Boom. Die Kosten für DRAM- und Flash-Speicher sind explodiert. Analysten von Counterpoint beziffern den Anstieg drastisch: Kostete DRAM für ein High-End-Smartphone zuvor 39 Euro, sind es nun 145 Euro. Bei Flash-Speicher stieg der Preis von 13 auf 51 Euro.

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Produktionskürzungen beim Bestseller

Die steigenden Komponentenpreise wirken sich direkt auf die Fertigung aus. Apple hat die Produktion des iPhone 17 um 15 bis 30 Prozent gedrosselt. Dabei war das Modell im ersten Quartal 2026 noch das weltweit meistverkaufte Smartphone mit einem Marktanteil von sechs Prozent.

Die Zukunft verspricht keine Entspannung. Analysten erwarten für das iPhone 18 Pro Max einen Aufschlag von rund 200 Euro – der Einstiegspreis läge dann bei etwa 1.399 Euro. Noch teurer wird das „iPhone Ultra“, ein faltbares Modell, das für September 2026 erwartet wird. Der Preis soll zwischen 2.300 und 2.500 Euro liegen. Trotz dieser Summe rechnen Marktexperten damit, dass die erste Charge von zehn Millionen Geräten schnell vergriffen sein wird.

Strategische Neuausrichtung und Führungswechsel

Apple bewegt sich in einem komplexen Umfeld aus Regulierung und Wettbewerb. Anfang Juli sicherte sich der Konzern eine Ausnahme von 100-prozentigen Zöllen auf Halbleiter, indem er sich zur Nutzung von Intel-Chips verpflichtete. Dies trieb die Intel-Aktie im ersten Halbjahr deutlich nach oben.

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Parallel steht ein Führungswechsel an: Am 1. September 2026 wird Tim Cook Aufsichtsratsvorsitzender, John Ternus übernimmt den CEO-Posten. Zeitgleich kämpft Apple mit rechtlichen Herausforderungen – unter anderem einer Klage gegen OpenAI vom 12. Juli wegen angeblicher Verletzung von Geschäftsgeheimnissen.

Für Unternehmen in der IT bedeutet das: schnellere Test- und Einführungszyklen sind gefragt. Mit häufigeren Sicherheitsupdates und neuen KI-Funktionen beschleunigt Apple seinen Update-Rhythmus. Organisationen sollten auf deklaratives Gerätemanagement setzen, um mit der neuen Hardware kompatibel zu bleiben, die Anfang September auf den Markt kommt.