Speicherchip-Krise: iPhone 18 Pro könnte 250 Euro teurer werden

Apple kündigt Preiserhöhungen für iPhones, iPads und Macs an. Grund sind drastisch gestiegene Kosten für DRAM- und NAND-Speicherchips.

Tim Cook erklärte in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass Preisanpassungen für die gesamte Produktpalette nicht mehr zu vermeiden seien. Grund seien die drastisch gestiegenen Preise für DRAM- und NAND-Flash-Speicher, die vor allem durch die enorme Nachfrage nach Hochleistungsspeicher (HBM) für KI-Rechenzentren angeheizt würden.

Anzeige

Um bei den rasanten technischen Entwicklungen und neuen Begriffen rund um Ihr Apple-Gerät nicht den Überblick zu verlieren, hilft dieses kostenlose Nachschlagewerk. Die 53 wichtigsten iPhone-Begriffe jetzt gratis sichern

Speichermarkt unter Druck: Preise steigen um über 300 Prozent

Die angespannte Lage auf dem Speicherchip-Markt wird die gesamte Unterhaltungselektronik-Branche treffen. Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass die DRAM- und NAND-Preise bis zum dritten Quartal 2026 um mehr als 300 Prozent zulegen könnten. Die Folge: Die Preise für PCs insgesamt könnten bis Jahresende um rund 17 Prozent steigen.

Cook betonte, dass Apple zwar auf seine hohen Barreserven zurückgreifen wolle, um die Chip-Versorgung zu sichern. Der Bau eigener Halbleiterfabriken sei aber nicht geplant. Die Preissteigerungen dürften das gesamte Hardware-Portfolio betreffen – vom iPhone über das iPad bis hin zum Mac. Branchenbeobachter rechnen damit, dass das kommende iPhone 18 Pro um umgerechnet rund 250 Euro teurer werden könnte, um die Gewinnmargen zu halten.

Apples Strategie: Mehr Arbeitsspeicher als Standard

Der Trend zu höheren Speicheranforderungen zeichnet sich bei Apple seit Jahren ab. Bereits Ende Oktober 2024 hatte das Unternehmen die MacBook-Air-Modelle mit M2- und M3-Chip auf 16 GB RAM als Standard umgestellt – ohne Mehrkosten für die Kunden. Grund waren die wachsenden Anforderungen der KI-Funktionen direkt auf dem Gerät.

Die aktuellen Leistungssprünge sind enorm. Das M5 MacBook Air mit 10-Core-CPU und -GPU soll die KI-Performance des Vorgängers M4 um das Vierfache übertreffen – und fast das Zehnfache des ursprünglichen M1-Chips erreichen. Diese Fortschritte sind eng an die Anforderungen des kommenden macOS 27 gekoppelt. Ältere Hardware wie das M1 MacBook Air von 2020 wird voraussichtlich noch bis etwa 2031 mit Sicherheitsupdates versorgt – doch die 8 GB RAM gelten zunehmend als Engpass für künftige Software.

Anzeige

Wer neu in die Apple-Welt einsteigt oder von einem älteren Modell wechselt, steht oft vor technischen Hürden bei der optimalen Einrichtung. Ein gratis PDF-Starterpaket verrät die cleveren Tricks, mit denen Sie Ihren Apple-Computer von Tag 1 an optimal nutzen. Kostenloses Mac-Starterpaket herunterladen

Wettbewerb unter Druck: Microsoft und Dell ziehen mit

Apple steht mit dem Problem nicht allein da. Auch die Konkurrenz kämpft mit den steigenden Speicherkosten. Microsoft präsentierte am 16. Juni 2026 neue Surface-Pro- und Laptop-Modelle zu Einstiegspreisen zwischen 1.400 und 1.500 Euro – ein deutlicher Aufschlag von mehreren Hundert Euro gegenüber den Vorgängern. Einstiegsmodelle unter 1.000 Euro sind aus dem Premium-Segment damit verschwunden.

Auch das Dell XPS 14 ist von der Preisexplosion betroffen. Branchenkenner sprechen bereits von „RAMageddon“ – die Einstiegskonfiguration startet nun bei rund 1.850 Euro.

Schnäppchenjäger aufgepasst: Rabatte auf aktuelle Modelle

Trotz der angekündigten Preissteigerungen gibt es kurzfristig noch gute Angebote. Am 16. Juni senkte der Händler B&H den Preis für das 13-Zoll MacBook Air M4 mit 24 GB RAM um umgerechnet rund 280 Euro auf etwa 1.020 Euro. Nur einen Tag später bot Amazon die 16-GB-Version des gleichen Modells für rund 930 Euro an.

Für preisbewusste Kunden hat Apple zudem das MacBook Neo im Programm. Es nutzt einen ursprünglich für das iPhone entwickelten chip und kommt mit 8 GB RAM – der Preis liegt deutlich unter dem traditioneller Mac-Laptops. Aktuelle Listungen vom 17. Juni zeigen das Gerät im britischen Markt für umgerechnet rund 720 Euro.