Grund ist die rasend schnelle Expansion der Künstlichen Intelligenz (KI), die Unmengen an Speicherkapazität verschlingt. Die Folgen sind jetzt auch in Deutschland spürbar: Laptops, Tablets und Spielekonsolen werden deutlich teurer.
Südkorea startet Billionen-Offensive
Als Reaktion auf die Krise kündigte Südkorea am 29. Juni 2026 ein gewaltiges Investitionspaket an. Insgesamt eine Billion Euro – umgerechnet rund 920 Milliarden Euro – sollen in den Ausbau der Speicherchip-Produktion und KI-Infrastruktur fließen. Die beiden Branchenriesen Samsung und SK Hynix steuern allein 537 Milliarden Euro bei. Ihr Ziel: die Produktion von DRAM-Chips innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln.
Weitere 328 Milliarden Euro stecken die Konzerne SK Group, GS Group und Naver in den Bau neuer KI-Rechenzentren. Hyundai wiederum investiert 5,3 Milliarden Euro in eine Roboterfabrik, die ab 2028 jährlich 30.000 humanoide Roboter produzieren soll. Allerdings droht hier Ärger: Die Gewerkschaft bei Hyundai hat bereits einen möglichen Streik gegen den Robotereinsatz gebilligt.
Apple und Microsoft ziehen die Preise an
Die Knappheit erreicht nun auch die Verbraucher. Apple erhöhte Ende Juni 2026 die Preise für mehrere Produktlinien. Das MacBook Pro kostet statt 1.560 Euro nun 1.836 Euro – ein Aufschlag von fast 18 Prozent. Auch iPads, iMacs und HomePods wurden teurer, teilweise um bis zu 275 Euro. Apple begründet die Schritte mit den explodierenden Kosten für Speicherchips, die durch die KI-Nachfrage verursacht werden.
Auch die Spielebranche bleibt nicht verschont. Microsoft hebt die Preise für seine Xbox-Konsolen ab dem 1. August 2026 um bis zu 138 Euro an. Die Sony PS5 Pro mit 2TB Speicher kostet bereits 826 Euro, Valves Steam Machine liegt bei 963 Euro. Branchenbeobachter schätzen, dass KI-Unternehmen inzwischen rund 70 Prozent der weltweiten Speicherchip-Produktion aufkaufen – vor allem die leistungsstarken HBM-Chips, die nun für normale Verbraucherprodukte fehlen.
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Rekordgewinne – und eine Klagewelle
Die Chip-Hersteller selbst fahren derweil historische Gewinne ein. Micron meldete am 24. Juni 2026 für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz von 38,1 Milliarden Euro – ein Plus von über 340 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewinnmarge liegt bei sagenhaften 84,6 Prozent. Micron hat zudem mehrjährige Kundenverträge über rund 92 Milliarden Euro bis 2030 abgeschlossen. Doch selbst der Konzern kann nur 50 bis 66 Prozent der Nachfrage seiner wichtigsten Kunden bedienen.
Die drastischen Preissteigerungen haben jetzt juristische Folgen. Am 25. Juni 2026 reichten Kläger eine Sammelklage gegen Samsung, SK Hynix und Micron ein. Der Vorwurf: Die drei Unternehmen hätten sich abgesprochen, die DRAM-Produktion künstlich zu verknappen, um die Preise in die Höhe zu treiben. Tatsächlich sind die Preise für Standard-DRAM in den vergangenen vier Jahren massiv gestiegen.
Ausblick: Keine Entspannung vor 2028
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Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Im bis Ende Mai 2026 laufenden Quartal verteuerten sich DRAM-Chips um mehr als 60 Prozent, NAND-Speicher sogar um über 80 Prozent. Analysten von Jefferies rechnen für das dritte Quartal 2026 mit einem weiteren Anstieg von 40 bis 50 Prozent, gefolgt von 30 bis 40 Prozent im vierten Quartal.
Experten warnen, dass die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bis 2027 bestehen bleibt. Erst 2028 könnten neue Fabriken in den USA und Singapur für Entlastung sorgen – und dann sogar zu einem Preisverfall von 15 bis 20 Prozent führen. Bis dahin dürften die hohen Kosten den Markt belasten: Die Smartphone-Verkäufe sollen 2026 um 15 Prozent einbrechen, der PC-Markt um 11,3 Prozent.

