Speicherchips: SK Hynix prüft Produktion in Intels Ohio-Werk

SK Hynix erwägt US-Speicherchipproduktion, hat aber noch nichts beschlossen. Intel und SK-Hynix-Papiere stiegen trotz offener Fragen.

Berichten von Reuters und CNBC zufolge sondiert der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix eine mögliche Fertigung von Speicherchips in den Vereinigten Staaten – nach eigenen Angaben ein bislang unbekanntes Terrain für das Unternehmen.

Als mögliche Szenarien werden die Anmietung eines Teils von Intels geplantem Werk in Ohio oder ein Gemeinschaftsunternehmen mit Intel und Cloud-Anbietern genannt. Konkrete Beschlüsse gibt es nach Angaben der beteiligten Unternehmen bislang nicht.

SK Hynix dementiert konkrete Vereinbarungen

SK Hynix selbst hat die Berichte relativiert. Laut ajupress.com und sedaily.com erklärte das Unternehmen, man befinde sich lediglich in einer Prüfungsphase und beobachte mehrere Länder und Standorte für eine mögliche US-Produktion.

Zu den in den Berichten genannten Szenarien – Anmietung von Kapazitäten in Ohio oder ein Joint Venture – seien keine Entscheidungen getroffen worden. Auch eine Zusammenarbeit mit konkret genannten Unternehmen sei nicht bestätigt. Die Meldungen stützen sich den Quellen zufolge auf Berichte mit nicht namentlich genannten Insidern.

Marktreaktion trotz Unsicherheit

Ungeachtet der vagen Faktenlage reagierten die Finanzmärkte deutlich: Die Intel-Aktie stieg laut cnbc.com und weiteren Quellen vorbörslich um rund 5 Prozent (teils 5,2 Prozent genannt), der Nasdaq-ADR von SK Hynix legte um 3 Prozent zu, während die SK-Hynix-Aktie in Südkorea um rund 4,1 Prozent stieg.

Mögliche politische Hürden in Südkorea

Ein tatsächlicher Schritt in Richtung US-Fertigung dürfte laut cnbc.com, kelo.com, sedaily.com und mk.co.kr auf Widerstand in Südkorea treffen. Grund ist die sensible HBM- und DRAM-Technologie des Unternehmens. Das südkoreanische Handelsministerium prüft demnach eine Genehmigungspflicht für solche Transfers nach dem Industrial Technology Protection Act.

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Die Berichte über eine mögliche US-Speicherfertigung von SK Hynix bleiben bislang unbestätigt — dennoch reagierten Intel-Aktie und SK-Hynix-ADR deutlich. Wer die geprüften Szenarien, die Zolldrohungen und die offenen Genehmigungsfragen sauber trennen will, findet in dieser kostenlosen Analyse die belegbare Einordnung. Kostenlose Marktanalyse anfordern

Bestehende US-Investitionen von SK Hynix

Unabhängig von den Intel-Gesprächen investiert SK Hynix bereits in den USA: Rund 4 Milliarden US-Dollar (5,46 Billionen Won) fließen in ein HBM-Packaging-Werk in West Lafayette, Indiana. Die Massenproduktion soll in der zweiten Hälfte 2029 beginnen, der Baustart erfolgte im vergangenen Monat.

Intels Ohio-Projekt als möglicher Anknüpfungspunkt

Intels Werksprojekt in Ohio, ursprünglich 2022 mit einem Investitionsvolumen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar angekündigt, gilt als möglicher Ansatzpunkt für eine Kooperation. Die Fertigstellung der beiden geplanten Werke wurde laut wsau.com, kelo.com, 933thedrive.com und stratnewsglobal.com auf 2030 beziehungsweise 2031 verschoben.

Politischer Druck aus Washington

Die Gespräche fallen in eine Phase erhöhten politischen Drucks auf asiatische Chiphersteller. US-Handelsminister Lutnick hatte Südkorea und Taiwan mit Zöllen von bis zu 100 Prozent gedroht, sollten die Länder keine Produktion in den USA aufbauen.

Zollbefreiungen soll es demnach nur bei tatsächlicher US-Fertigung geben. Südkorea hat im Gegenzug Investitionszusagen über 350 Milliarden US-Dollar gemacht, davon 150 Milliarden für den Schiffbau; über die Verwendung der restlichen 200 Milliarden US-Dollar ist noch nichts entschieden.

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Südkorea prüft eine Genehmigungspflicht für den Transfer sensibler HBM- und DRAM-Technologie, und US-Zollbefreiungen sollen nur bei tatsächlicher US-Fertigung gelten. Diese kostenlose Analyse ordnet die regulatorischen Hürden für Speicherchip-Standortentscheidungen ein. Analyse der Standortrisiken sichern

Einordnung

Die Episode zeigt exemplarisch, wie sensibel die Märkte derzeit auf jede Nachricht rund um Speicherchip-Kapazitäten reagieren – befeuert durch eine globale Verknappung von Speicherchips, die auch kleinere Handy- und Laptop-Hersteller zunehmend auf eine mehrjährige Knappheit einstellt. Ob aus den explorativen Gesprächen zwischen SK Hynix und Intel tatsächlich ein Fertigungsprojekt in den USA wird, bleibt nach aktuellem Stand offen.